Aufnahme von 131 Asylbewerbern ab 1. Oktober möglich – Zahl wird nicht angerechnet Jugendherberge ist vorbereitet

Höxter (WB). Die Jugendherberge in Höxter bereitet sich auf die Aufnahme von bis zu 131 Flüchtlingen vor. Das große Haus sei zum 1. Oktober nutzbar und für Verpflegung und Unterbringung der Menschen gut ausgestattet, kündigte Simon Drath, Sprecher des Landesverbandes DJH Westfalen-Lippe, am Dienstag an.

Von Michael Robrecht
Die Jugendherberge in Höxter kann nach Saisonende ab 1. Oktober bis zu 131 Flüchtlinge aufnehmen. Die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Landesnotunterkunft laufen zurzeit.
Die Jugendherberge in Höxter kann nach Saisonende ab 1. Oktober bis zu 131 Flüchtlinge aufnehmen. Die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Landesnotunterkunft laufen zurzeit. Foto: Harald Iding

Vereinbarungen mit dem Deutschen Jugendherbergsverband (DJH) in Westfalen-Lippe hatte die Bezirksregierung Arnsberg als landesweit federführende Behörde für Asylbewerber im Juli bereits unterzeichnet.

Danach sollen vom 1. Oktober bis 31. Januar 2016 in den drei westfälischen Jugendherbergen Finnentrop, Meinerzhagen sowie Cappenberger See in Lünen 474 Flüchtlinge und in drei rheinischen Häusern 422 Asylbewerber einziehen. Höxter und Horn-Bad Meinberg sind bisher zwar noch Nutzungsoptionen, die DJH-Leitung geht mit Blick auf die weiter steigenden Flüchtlingszahlen in NRW davon aus  und stellt sich darauf ein, dass diese Möglichkeit in Höxter  wahrgenommen wird.

Simon Drath berichtet, dass der Saisonbetrieb in der von vielen Einzelreisenden, Radfahrern, Schulklassen und Reisegruppen genutzten Herberge hoch über dem Wesertal am Ziegenberg Ende September eingestellt werde. Über die Wintermonate würden dieses Jahr keine Buchungen oder Termine in dem modern ausgestatteten 50er-Jahre-Gebäude in Höxter angenommen. Das Haus werde von den Herbergseltern Carl und Hiltrude  Swoboda und deren Mitarbeitern für die Flüchtlinge umgehend hergerichtet; es werde zurzeit geschaut, ob genügend Geschirr oder Bettwäsche vorrätig sei. Das Herbergswerk sorge für Verpflegung und Übernachtung. Für den Sicherheitsdienst, den es dort geben werde, und die Betreuung der Menschen  sei die Bezirksregierung Arnsberg zuständig.  Dafür werden auch weitere Mitarbeiter beschäftigt. Es gibt zurzeit bereits Bewerbungsgespräche für  den Betrieb der Großunterbringung (kein Status als  Zentralerstaufnahme wie Kaserne Borgen-treich oder Clemensheim Driburg).

Eines könne man laut Simon Drath schon jetzt sagen: Einen Extra-Absperrzaun werde es in Höxter nicht geben.  Die Unterbringung werde grundsätzlich – wie bei allen anderen Gästen auch – ohne besondere Maßnahmen erfolgen. Wo schon klar sei, dass die Flüchtlinge kämen, wie in Finnentrop, habe es mit den Anwohnern auch bereits »Runde Tische« zur Information über die neuen Nachbarn gegeben. In Höxter gab es eine solche Infoveranstaltung bislang nicht, was von Anwohnern und Bürgern bereits kritisiert worden ist. »Ein Runder Tisch, der allen Beteiligten und vor allem auch den Bürgern eine Plattform bietet, ist wichtig und in Höxter  vorgesehen. Ein fester Termin steht  noch nicht fest«, erklärte Simon Drath gestern.

Höxters Bürgermeister Alexander Fischer sagte auf WB-Anfrage, dass die Stadt in Sachen Jugendherberge  bisher nicht tätig geworden sei, weil dies eine  Unterbringungseinrichtung der Bezirksregierung Arnsberg sei und Höxter  noch als Nutzungsoption eingestuft werde. Er habe mit dem Herbergsvater bisher einmal über die Situation gesprochen. Die  131 Flüchtlinge werden nach Kenntnis der Stadt, so Pressesprecherin Sabine Hasenbein, beim Gesamtaufnahmekontingent für Höxter nicht angerechnet, weil  es sich bei der Jugendherberge um eine »Notunterkunft des Landes« handele, die mit dem DJH separat abgeschlossen worden sei und ohne Beteiligung der Stadt betrieben werde.

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