Inspizient spricht mit Soldaten auf Übungsplatz Lüchtringen Lob vom Bundeswehr-Chefausbilder

Höxter (WB). Es gibt Dinge, die jeder Soldat können muss. Ein Biwak aufbauen gehört dazu. Die 13 Rekruten des Juli-Quartals aus der General-Weber-Kaserne in Höxter waren in ihr erstes  Ausbildungscamp auf dem Übungsplatz Lüchtringer Heide ausgerückt.

Von Michael Robrecht
Inspizient Oberstleutnant Frank Peter Thomas (rechts)  bei der Besprechung auf dem Übungsplatz –  mit  Leutnant Philipp Brachwitz, Hauptmann Sebastian Kunze und Oberstleutnant Markus Groß (2.von links).
Inspizient Oberstleutnant Frank Peter Thomas (rechts) bei der Besprechung auf dem Übungsplatz – mit Leutnant Philipp Brachwitz, Hauptmann Sebastian Kunze und Oberstleutnant Markus Groß (2.von links). Foto: Harald Iding

Dort bekamen sie hohen Besuch: Der Ausbildungs-Inspizient der Bundeswehr erlebte, was die  Soldaten  gelernt hatten. Oberstleutnant Frank Peter Thomas besucht jede Woche Kasernen und Truppenübungsplätze  in ganz Deutschland, um an der Basis zu  sehen, was verändert und verbessert werden muss, um die Bundeswehr zeitgemäß aufzustellen. »Ich spreche mit den neuen freiwillig Wehrdienstleistenden genau so wie mit dem Zugführer oder dem Kommandeur«, sagt der Praktiker, dessen Kopfbedeckung verrät, dass er lange Gebirgsjäger war. Die »Kameraden aus der Schlammzone«, so nennt er die Mannschaftssoldaten liebevoll, würden die Dinge  sehr klar ansprechen, die verändert werden müssten. Würde er Themen mehrfach mitgeteilt bekommen, mache er dem Generalinspekteur schnell Verbesserungsvorschläge. Was er in Höxter gesehen habe, sei »bisher sehr gut«.

Oberstleutnant Thomas ist vom Inspekteur der Streitkräftebasis auch  entsandt worden, um zu sehen, ob es überflüssige Ausbildungsinhalte gibt, ob Dinge aus den vielen Dienstvorschriften für die dreimonatige Grundausbildung noch relevant sind und um zu hören, mit welchen Gefühlen die jungen Soldatinnen und Soldaten die ersten  Wochen ihren Dienst erlebt haben. Das Ministerium sieht nämlich besorgt, dass allein bei den freiwillig Wehrdienstleistenden bis zu 30 Prozent sehr früh  ihren  Dienst quittieren.

Jasmin Gembe,19-jährige Abiturientin aus Unna, ist vom Standort Höxter begeistert: »Das Programm ist gut zu bewältigen. Zusammen mit den Kameraden klappt das alles immer. Ich habe ein festes Ziel: Ich möchte bald das Testverfahren für die Offizierslaufbahn bestehen und beim Bund  studieren.«

Mark Müller (19), Rekrut aus Marburg, hat sich für vier Jahre beim ABC-Abwehrbataillon 7 in Höxter verpflichtet. Er  sieht frühes Aufstehen, Drill, Formalausbildung und den 48-Stunden-Einsatz auf dem Übungsplatz nicht negativ. Das gehöre zur Grundausbildung und er habe bereits vorher im Pflegedienst zu früher Stunde gearbeitet. Leon Schleicher (18), Neusoldat aus Warendorf, gefällt der Standort Höxter: Kasernen-Ton, Märsche oder körperliche Herausforderungen seien kein Problem. Er schildert sehr ehrlich aber auch, dass er, wie einige andere, in den ersten Wochen darüber nachgedacht habe, ob das Soldatenleben wirklich das richtige für ihn sei. »Ich bleibe«, unterstreicht er  überzeugt,  als er sein Biwak-Zelt im Wald gut getarnt und mit G 36 aufbaut. Fünf Kameraden des Juli-Quartals haben aber bereits aufgegeben.

Oberstleutnant Markus Groß, der Höxters Kommandeur vertritt, zeigt dem Inspizienten zwei Tage lang das Kasernenleben. Man führe detaillierte  Fachgespräche. Der Inspizient gebe viele Hinweise und  am Ende auch eine Bewertung ab.

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