Nach OP an der Halswirbelsäule ist Lagerist Holger Drewes wieder fit
Lebensqualität zurückgewonnen

Brakel -

Alles fängt mit einem Kribbeln in den Fingern an: Zwei Jahre lang leidet Holger Drewes unter Schmerzen, Missempfindungen und Gangunsicherheit – Beschwerden, mit denen er schließlich seinen Beruf als Lagerist nicht mehr ausüben kann.

Dienstag, 05.01.2021, 03:32 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 03:40 Uhr
Zufriedener Arzt und glücklicher Patient: Neurochirurg Dr. Rainer Lüttmann (rechts) hat Holger Drewes (51) an der Halswirbelsäule operiert, der nach zwei Jahren endlich wieder schmerzfrei ist. Foto: KHWE

„Auf einer Skala von eins bis zehn war mein Schmerz dauerhaft bei sieben. Ich hatte ständig das Gefühl, ich habe mich verdreht, hatte immer Kopfschmerzen und ein Taubheitsgefühl im Hals.“

Zunächst gehen die Ärzte von einem Verschleiß der Schultergelenke aus, aber eine Arthroskopie bleibt ohne Befund. Dann ist klar: Das Problem sind abgenutzte Bandscheiben an der Halswirbelsäule. Als die Diagnose endlich gestellt ist, fühlt sich Holger Drewes trotzdem nicht ernst genommen.

„Schmerzmittel, Physiotherapie, Reha-Sport – ich war bei zig Ärzten und wurde immer wieder schnell mit Rezepten abgefertigt. Geholfen hat auf Dauer nichts. Da schwindet nicht nur das eigene Selbstbewusstsein, sondern auch das Vertrauen in die Ärzte.“

Inzwischen ist Holger Drewes arbeitsunfähig, an schweres Heben in der Lagerhalle ist nicht mehr denken. Da empfiehlt ihm der Betriebsarzt seines Arbeitgebers die Gemeinschaftspraxis für Neurochirurgie in Detmold. „Dr. Lüttmann war für mich der erste Arzt, der mir eine klare und kompetente Aussage gegeben hat. Das hat mich motiviert“, berichtet Drewes.

Nach der ersten Vorstellung steht für Dr. Rainer Lüttmann fest, dass bei dem 51-jährigen aus Barntrup nur eine Operation in Frage kommt. „Die Verengung erstreckte sich über fünf Wirbel und war schon weit fortgeschritten. Ich habe mit einer OP sehr gute Chancen gesehen, das zu korrigieren. Natürlich ist ein chirurgischer Eingriff auch ein Risiko, aber trotzdem nicht immer das letzte Mittel. Sonst läuft man Gefahr, immer nur Beschwerden zu lindern. Die Ursache aber bleibt bestehen.“

Die Entscheidung für eine OP-Methode ist für den Neurochirurgen ebenfalls schnell getroffen.

„Am häufigsten wird an der Halswirbelsäule von vorne operiert. Bei der langstreckigen Kanalverengung von Herrn Drewes bot sich aber ein Verfahren an, das von hinten angewendet wird. Bei der Laminoplastie werden die Wirbel mit kleinen Implantaten entlastet“, erklärt Dr. Lüttmann.

„Dazu werden die Wirbelbögen einseitig aufgetrennt und wie eine Tür aufgeklappt. Dann werden sie mit kleinen Plättchen und Schräubchen aus Titan offengehalten. Man nennt es daher auch Open-Door-Verfahren.“

Operiert wird Holger Drewes am St. Vincenz Hospital Brakel. Seit 2017 besteht eine Kooperation zwischen dem Klinikum Weser-Egge und der neurochirurgischen Gemeinschaftspraxis, wo Dr. Rainer Lüttmann seit diesem Jahr an der Seite von Dr. Robert Luckner tätig ist.

„In Brakel finden wir optimale technische Voraussetzungen für unsere Operationen vor“, sagt Lüttmann. Das Open-Door-Verfahren hat er in seiner vorherigen Tätigkeit als Leitender Oberarzt am Klinikum Herford bereits eingesetzt, in Brakel jetzt zum ersten Mal.

„Ein voller Erfolg“, sagt Patient Holger Drewes. „Ich fühle mich wie vorher, meine Lebensqualität ist wieder auf 100 Prozent gestiegen.“ Nach der Operation im Juni und einem einwöchigen Aufenthalt im St. Vincenz Hospital geht er für drei Wochen in die Reha. Es folgen ambulante Reha-Maßnahmen und schließlich Ende Oktober die Wiedereingliederung in den Job. „Das hätte ich gerne früher schon wieder gehabt. Ich bin wirklich glücklich und dankbar, dass ich auf Dr. Lüttmann getroffen bin.“

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