Hausnummer 4: Katholische öffentliche Bücherei St. Michael Brakel bietet ein breites Sortiment
Ein Paradies nicht nur für Leseratten

Brakel -

Trotz Internets und sozialen Netzwerken: Das Buch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – und das nicht nur bei der älteren Generation.

Freitag, 04.12.2020, 04:08 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 10:14 Uhr
Irmgard Sadri, Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei St. Michael, freut sich, dass sich das Angebot dort großer Beliebtheit erfreut. Foto: Frank Spiegel

Darüber freut sich Irmgard Sadri, Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) St. Michael, die im Haus Kirchplatz 4 untergebracht ist.

Gerade im Moment verlagere sich dort viel auf E-Books. „Aber auch die bieten wir hier in Brakel an über das Online-Portal Libelle-e“, erläutert die Leiterin. Dies sei ein Angebot von kirchlichen öffentlichen Büchereien unter Federführung des Borromäusvereins. Für eine Jahresgebühr von zehn Euro sei die zeit- und ortsunabhängige Ausleihe einer vielfältigen Auswahl digitaler Medien 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag möglich.

„Aber es wird auch noch viel gelesen“, weiß Irmgard Sadri: „Neben Medien für die älteren Leser sind es vor allem auch Bilderbücher für die ganz kleinen, die immer noch in gewohnter Form gefragt sind.“ Viele Eltern und Großeltern nutzten daher das Angebot der Bücherei: „Denn gegen den Vorlesehunger der Jüngsten kann man kaum ankaufen, denn Bilderbücher sind teuer.“

Konkurrenz Internet

Jugendliche gehörten weniger zum Kreis der Ausleihenden. „Die holen alles, was sie lesen wollen, aus dem Internet“, erklärt sie. Dabei seien sie auch in der Bücherei immer willkommen.

„Das geht dann bei etwa 30 Jahren wieder los“, erläutert die Brakelerin. Und für die älteren Leser gebe es auch vermehrt Bücher im Großdruck im Angebot.

Einen ewigen Spitzenreiter im Buchangebot gibt es nicht. „Das hängt immer von der jeweiligen Zeit ab. Als Harry Potter boomte, hatten wir kein einziges Buch mehr davon im Regal stehen und mehrere Vormerkungen drauf. Ähnlich war es bei der Twilight-Reihe oder ‚Sieben Schwestern‘-Büchern von Lucinda Riley“, erinnert sich Irmgard Sadri.

Sicher habe die KÖB auch noch Klassiker wie Peter Pan oder Moby Dick im Sortiment. Aber diese seien nicht mehr so gefragt. „Wenn mal eine neue Generation diese Bücherei übernimmt, dann werden diese Bücher verschwinden, weil sie nicht mehr oft gelesen werden. Aber wir bringen es nicht übers Herz, sie aus dem Sortiment zu nehmen“, verrät die Bücherei-Leiterin.

Trotz Internets und sozialen Netzwerken: Das Buch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – und das nicht nur bei der älteren Generation. Darüber freut sich Irmgard Sadri, Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB), die im Haus Kirchplatz 4 untergebracht ist.

Trotz Internets und sozialen Netzwerken: Das Buch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – und das nicht nur bei der älteren Generation. Darüber freut sich Irmgard Sadri, Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB), die im Haus Kirchplatz 4 untergebracht ist. Foto: Frank Spiegel

Aber die KÖB St. Michael ist nicht nur ein Paradies für Leseratten – sei es auf Papier oder elektronisch. Auch Musik-CDs, Hörbücher, DVDs und Spiele können entliehen werden. „Wir haben erst jüngst viele neue Spiele bekommen“, freut sich Irmgard Sadri. Die seien auch beliebt. Musik-CDs seien allerdings so gut wie gar nicht mehr gefragt. Die Bücherei-Leiterin: „Da werden heute lieber die diversen Streaming-Dienste genutzt. Wer etwas Neues hören möchte, der geht dahin, und wer Reinhard Mey möchte, kommt zu uns.“

Insgesamt gibt es in der Bücherei im ersten Obergeschoss des Hauses Kirchplatz 4 etwa 5300 Medien insgesamt.

Eine gute Nachricht für Sparfüchse: Das Ausleihen ist kostenlos – es sei denn man nimmt das elektronische Libelle-e-Angebot in Anspruch. Kosten fallen nur an, wenn jemand das entliehene Medium verspätet zurückbringt: pro Woche und Medium 30 Cent.

Organisiert wird das Angebot der KÖB von Ehrenamtlichen. 16 Frauen kümmern sich um die Ausleihe und die Bücher, ein Mann regelt die anfallenden Verwaltungsarbeiten.

Ehrenamtliche im Einsatz

Wir Irmgard Sadri berichtet, finanzier sich die Bücherei durch Zuschüsse der katholischen Kirche, der Stadt Brakel und des Landes NRW. So kommen etwa 5000 Euro zusammen, für die eingekauft werden kann. „Was wir anschaffen, entscheiden wir Team“, erläutert sie.

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die KÖB. „Wir bitten darum, dass nur Erwachsene kommen. Und es dürfen nur drei Besucher gleichzeitig rein“, führt Irmgard Sadri aus. Die Öffnungszeiten dienstags und freitags gibt es derzeit nicht. Geöffnet ist donnerstags von 17.30 bis 18.45 und sonntags von 10 bis 12 Uhr.

„Wir sind froh, dass wir im Moment überhaupt öffnen dürfen und nicht wie im Frühjahr schließen müssen“, ist die Brakelerin dankbar. Die Kunde zeigten für die Einschränkungen großes Verständnis.

Trotz Internets und sozialen Netzwerken: Das Buch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – und das nicht nur bei der älteren Generation. Darüber freut sich Irmgard Sadri, Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB), die im Haus Kirchplatz 4 untergebracht ist.

Trotz Internets und sozialen Netzwerken: Das Buch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – und das nicht nur bei der älteren Generation. Darüber freut sich Irmgard Sadri, Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB), die im Haus Kirchplatz 4 untergebracht ist. Foto: Frank Spiegel

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