Hinweise von Anliegern bringt Polizei in Hembsen auf die richtige Spur
Weitere Cannabisplantage ausgehoben

Brakel-Hembsen (WB). Offenbar ist der Polizei in Sachen Drogenkriminalität ein deutlich dickerer Fisch ins Netz gegangen als es zunächst den Anschein hatte, denn: Nicht nur in Sommersell hat die Polizei am Dienstag eine Cannabisplantage ausgehoben, Am Dienstagnachmittag gelang ihr dies auch in Hembsen. Ob es einen Zusammenhang gibt, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Polizei und Staatsanwaltschaft hüllen sich in Schweigen.

Samstag, 31.10.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 07:44 Uhr
Seit eineinhalb Jahren waren drei Männer und Frauen immer wieder in diesem Haus – augenscheinlich, um Renovierungsarbeiten zu erledigen. Unter dem Dach fand die Polizei allerdings eine Cannabis-Plantage. Foto: Frank Spiegel

Lange unbewohnt

Auf dem Dachboden eines Wohnhauses in der Straße Im Winkel wurden die Beamten fündig. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES hatte die Polizei Hinweise von Anliegern bekommen.

Viele Jahre wurde das Haus von einer älteren Dame bewohnt. Dann stand es lange Zeit weitgehend leer. Seit etwa eineinhalb Jahren gingen dort regelmäßig drei Männer und eine Frau ein und aus, wohnten dort aber nicht. Sie führten unter anderem Renovierungsarbeiten durch.

Abgeschlagene und neue Fliesen lagern neben dem Gebäude. Erst vor wenigen Tagen hatte das Quartett das Haus in Eigenregie gestrichen.

„Wir waren alle fest davon überzeugt, dass die dort einziehen wollten“, sagt ein Nachbar. Man sei froh gewesen, dass das Haus wieder in Schuss gebracht worden sei. „Heute kann man sich ja denken warum: Es sollte wohl unverdächtig aussehen“, heißt es im Umfeld des Gebäudes.

Die vier Personen seien nette Menschen gewesen. Mit der Zeit ist den Nachbarn das Treiben im Haus mit der Nummer acht allerdings etwas seltsam vorgekommen. „Anfangs denkt man sich ja nichts, wenn da regelmäßig Säcke und Holz ins Haus geschleppt werden“, berichtet ein Anlieger. Wenn das aber immer wieder geschehe, werde man jedoch irgendwann misstrauisch.

Anzeichen, dass in dem Haus Drogen angebaut werden, hat es nach Informationen der Nachbarn nicht gegeben. Geräusche einer Belüftung Lichtschein von Beleuchtungsgerätschaften seien nicht nach außen gedrungen: „Die müssen das richtig gut abgedichtet haben.“

Hausdurchsuchung

Mit mehreren Einsatzwagen ist die Polizei am Dienstagnachmittag vor Ort gewesen und hat eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Das bestätigt auch Polizeisprecher Jörg Niggemann. Mehr will er mit Hinweis auf weiter laufende Ermittlungen allerdings nicht sagen.

„Das Verfahren ist bei uns noch nicht anhängig. Die Betonung liegt auf ‚noch‘“, teilt Marco Wibbe, Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn mit.

Wie aus der Nachbarschaft des Hauses zu erfahren war, haben die Beamten „eine unglaubliche Menge“ an Cannabis-Pflanzen sichergestellt. Ein zum Abtransport mitgebrachter Anhänger sei hoch gefüllt gewesen.

„Als die Haustür längere Zeit offen war, hat es ganz furchtbar gestunken“, erinnert sich ein Nachbar.

Furchtbarer Gestank

Im Umfeld des Hauses sind die Menschen erschreckt, dass in ihrer Nachbarschaft Drogen angepflanzt worden sind. „Wir wohnen hier sehr ruhig. Aber vielleicht ist es genau das, was solche Menschen suchen“, mutmaßt ein anderer Anlieger.

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