Frühförderung in Brakel in neuen Räumen und mit neuem interdisziplinären Ansatz
Erleben, was möglich ist

Brakel (WB). Es gibt einen „Sonnenraum“ und ein „Wolkenzimmer“. Im „Wiesenzimmer“ steht ein Matschtisch, hier kann es ruhig dreckig werden. Kinder können sich in der heilpädagogischen Frühförderung in Brakel wohlfühlen. Die Caritas-Einrichtung ist in neue und größere Räume gezogen, weil sie ihr Angebot für Kinder von null bis sechs Jahren aus dem Kreis Höxter erweitert hat.

Montag, 19.10.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 08:44 Uhr
Die Kindheitspädagogin Helena Tharra geht im Bereich Frühförder- ung auch gern mal ungewöhnliche Wege. Das Angebot befindet sich zudem in neuen Räumen und hat darüber hinaus einen neuen interdisziplinären Ansatz. Foto: Flüter

Frühförderung ist ein Angebot für Familien, deren Kinder Unterstützung brauchen. Das kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. In jedem Fall ist es wichtig, dass die Förderung früh beginnt, manchmal kurz nach der Geburt. Die Therapie kann bis zur Einschulung laufen. Das verbindende Element ist immer das Spiel, und dafür braucht man viel Platz.

Zum Pinsel gegriffen

Einen ganzen Flur hat die Frühförderung in der Caritas-Geschäftsstelle im Brakeler Kapuzinerkloster bezogen. Alles ist bunt und liebevoll gestaltet. Die Mitarbeiterinnen haben selbst zum Pinsel gegriffen, als Corona im Frühjahr und Sommer die therapeutische Arbeit unmöglich machte.

„Wir haben beim Umbau darauf geachtet, dass alles kindgerecht ist und viele Entwicklungs- und Wahrnehmungsbereiche angesprochen werden“, sagt Marie-Luise Bonsch, die Leiterin der Einrichtung. In Zukunft sollen hier Pädagogen mit Therapeuten, Psychologen und Ärzten in einem Team arbeiten.

Eine, mit der diese Zukunft bereits begonnen hat, ist Sandra Mikus. Die Ergotherapeutin und Sensorische Integrationstherapeutin ergänzt seit September das pädagogische Team.

Neu im Team

Die Ausweitung des Raumangebots und die Vergrößerung des Teams verweist auf die Neuorientierung der Frühförderung im Kreis Höxter. „Unsere Frühförderung ist eine heilpädagogische Einrichtung“, betont Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi. „Wir entwickeln uns weiter zu einer Interdisziplinären Frühförderung mit einem ganzheitlichen Anspruch. Ziel bleibt es, dem Kind ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“

Schon jetzt geht die Frühförderung ungewöhnliche Wege. Die Kindheitspädagogin Helena Tharra verlegt ihre heilpädagogische Therapiestunde auch mal ins Therapiebecken in Erkeln. Das kommt gut an, weiß Marie-Luise Bonsch: „Nicht nur die Kinder, auch die Eltern erleben bei uns, was alles möglich ist.“ Die Eltern einzubeziehen ist wichtig in der Frühförderung. Veränderungen können nur dann nachhaltig sein, wenn das gesamte System Familie beteiligt ist.

Ungewöhnliche Wege

Früher besuchten die Mitarbeiterinnen der Frühförderung häufig die Familien in deren häuslichen Umgebung. Das hat sich geändert. Heute werden die meisten Therapiestunden im Kapuzinerkloster in Brakel durchgeführt. Die Bedingungen sind dort einfach besser. „Hier ist es viel leichter, auf die individuellen Stärken jedes Kindes einzugehen“, sagt Marie-Luise Bonsch. Wo sonst dürften die Kleinen im Haus nach Herzenslust matschen und mit Wasser spielen? In der Frühförderung ist das jetzt möglich.

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