Brakel investiert 2,76 Millionen Euro in Oberflächengestaltung
Großprojekt ist abgeschlossen

Brakel (WB). Mit der Freigabe des letzten Bauabschnittes „Am Thy“ ist das Projekt „Oberflächengestaltung im historischen Stadtkern Brakel“ abgeschlossen.

Freitag, 16.10.2020, 04:01 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 04:10 Uhr
Karl-Josef Günther (von links), Johannes Groppe, Dirk Ihmor vom Planungsbüro Turk, Hermann Temme, Georg Tegetmeier, Robert Rissing, Rainer Schäfers und Corina Murawski bei der offiziellen Freigabe der Straße. Foto: Frank Spiegel

Bürgermeister Hermann Temme bewertete dieses bei der offiziellen Freigabe als vollen Erfolg. Die 2,76 Millionen Euro Baukosten seien gut angelegtes Geld.

„Wir sind seit 2010 einen langen Weg gegangen, der sich aber gelohnt hat“, zog Temme ein positives Fazit. So habe man die Stadt Brakel auch in diesem Bereich zukunftsfest gemacht. Ziel des Projektes sei es gewesen, die Attraktivität des historischen Stadtkerns ebenso zu erhöhen wie die Verweildauer und die Aufenthaltsqualität. Darüber hinaus sei auch die Barrierefreiheit ein wichtiger Aspekt gewesen. Der Dank des Bürgermeisters galt auch dem Rat. „Zum Thema hat es konstruktive Diskussionen gegeben, die von dem Geist geprägt waren, unsere Stadt nach vorn zu bringen“, blickte Hermann Temme zurück.

Ideenwettbewerb

Das Projekt begann mit der Aufnahme in das Handlungskonzept für den Historischen Stadtkern (ISEK) im Jahr 2010. Ende 2012 wurde der Ideenwettbewerb für die Oberflächengestaltung abgeschlossen. Erster Preisträger war das Büro BSL aus Soest. Auf der Basis des Siegerentwurfs wurde in den Folgejahren die Oberflächenumgestaltung umgesetzt.

Wie Fachbereichsleiter Johannes Groppe ausführte, habe man dabei immer auch flexibel reagiert, wenn es darum ging, die Maßnahme abzurunden. So sei es in der Ursprungsplanung nicht vorgesehen gewesen, die Parkplätze hinter der „Alten Waage“ und an der Rosenstraße in die Oberflächengestaltung einzubeziehen. Auch sollte diese an sich am Thy auf Höhe der Schützenstraße enden. Im Sinne eines schlüssigen Gesamtbildes habe man sich aber auch hier dazu entschieden, mehr zu tun und bis zur Nieheimer Straße auszubauen.

Schlüssiges Gesamtbild

Im letzten Bauabschnitt wurden 1187 Quadratmeter Asphaltfahrbahn verbaut, 326,6 Meter Natursteinrinne, 1867,8 Quadratmeter Betonsteinpflaster Gehwege, 180,4 Quadratmeter Betonsteinpflaster Fahrbahn und 125 Quadratmeter Betonsteinpflaster Parkflächen. Eine neue Bordanlage ist 150 Meter lang, erstellt wurden zudem 460 Quadratmeter Asphaltfahrbahn. Hinzu kamen barrierefreie Übergänge und so genannte taktile Elemente. Letztere dienen als Leitsysteme für Blinde und Sehbehinderte.

Mit 660.000 Euro schlug dieser letzte Bauanschnitt des Großprojektes zu Buche.

Am 24. Februar 2014 begannen für dieses die ersten Bauarbeiten in der Königstraße mit dem barrierefreien Übergang zum Kirchplatz. Es folgten der Marktplatz, 2015 die Ostheimer Straße, in den Jahren 2016 und 2017 die Fußgängerzone. Im Jahr 2018 wurde der Parkplatz hinter der „Alten Waage“ hergerichtet, 2019 die Rosenstraße und in diesem Jahr die Straße Am Thy bis zur Nieheimer Straße.

60 Prozent Förderung

Insgesamt 2,76 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, 60 Prozent wurden an Fördermitteln gewährt. Der Eigenanteil der Stadt lag somit bei 1,25 Millionen Euro.

Ausgeführt wurden die Arbeit vom Unternehmen Tegetmeier aus Brakel. Dessen Chef Georg Tegetmeier räumte ein, dass er anfangs noch die eine oder andere schlaflose Nacht gehabt habe wegen der Größenordnung der Maßnahme. „Meine Mitarbeiter haben sich aber mit dem Projekt identifiziert und Höchstleistungen vollbracht“, blickte er zurück. Zudem habe die Zusammenarbeit mit Anliegern, dem Planungsbüro und der Verwaltung hervorragend geklappt.

Hermann Temme bestätigte, dass die Mitarbeiter des Unternehmens viel Einfühlungsvermögen gezeigt und bei ihrer Arbeit sowohl die Belange der Anlieger als auch der Geschäftsleute berücksichtigt hätten.

Viel Einfühlungsvermögen

Das unterstrich auch Rainer Schäfers, Vorsitzender des Werberings und Inhaber eines Geschäftes, das im Sanierungsgebiet liegt. „Die Modernisierungsmaßnahme unterstreicht das einladende Stadtbild“, lobte der Geschäftsmann. Er verwies zudem auf die kostenlosen, geräumigen und barrierefreien Kundenparkplätze, die nun entstanden seien.

Corina Murawski vom Netzwerk barrierefreier Kreis Höxter bestätigte, dass die Belange von Menschen mit Behinderung in großem Umfang berücksichtigt worden seien. „Durch einen ebenerdigen Zugang sind nun viele Geschäfte für mich wieder erreichbar“, berichtete die Rollstuhlfahrerin. Positiv bewertete sie auch die Bürgerbeteiligung von Anfang an. „Die Innenstadt hat sehr gewonnen“, bilanzierte sie. Zustimmung bekam sie auch von Karl-Josef Günther, Leiter der Landesvertretung Selbsthilfe Körperbehinderter Nordrhein-Westfalen.

Schlafmangel und Bauchweh

Georg Tegetmeier hatte schlaflose Nächte, manche Brakeler Kommunalpolitiker nach Aussage des stellvertretenden Bürgermeisters Robert Rissing „Bauchschmerzen“ angesichts der trotz Zuschüssen noch hohen Bausumme. „Aber wir hätten so oder so Geld in die Hand nehmen müssen, um wenigstens den Marktlatz und die Ostheimer Straße zu sanieren – und das dann ohne Zuschüsse“, erklärte er. So sei nun die gesamte Innenstadt schön hergerichtet, das Ergebnis sei „absolut gelungen“.

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