Leidensweg einer Patientin endet mit Simultan-OP beider Hüftgelenke in Brakel
Endlich wieder im Leben stehen

Brakel (WB). Eigentlich möchte Karin Rupitsch vor zwei Jahren nur ein paar Kilo abnehmen und nicht mehr so schnell aus der Puste sein. Also verordnet sie sich selbst ein kleines Sportprogramm, geht joggen und schwimmen. Nach nur wenigen Tagen verspürt sie ein Ziehen in der Leiste. „Ich nahm die Schmerzen nicht ernst und dachte, das wird schon wieder“, erinnert sich die 55-Jährige an den Zeitpunkt von vor zwei Jahren zurück. Besser wurden ihre Schmerzen jedoch nicht – im Gegenteil.

Freitag, 09.10.2020, 09:32 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 09:34 Uhr
Nur wenige Tage nach der OP im St.-Vincenz-Hos­pital wieder gut zu Fuß: Karin Rupitsch bekommt zwei neue Hüftgelenke - und steht jetzt wieder Mitten im Leben. Foto: KHWE

Für Karin Rupitsch aus Schieder-Schwalenberg beginnt von diesem Moment an eine Tortur. Die Schmerzen werden immer stärker, auch Spritzen helfen nicht mehr. Selbst das morgendliche Aufstehen bereitet ihr Probleme. Nach einem halben Jahr wird sie von ihrem Hausarzt in eine nahegelegene orthopädische Abteilung überwiesen. Dort lautet die Diagnose beginnende Arthrose und das sogenannte Impingement-Syndrom, also eine Endrundung des Hüftkopfes.

Immer größere Schmerzen

Eine Prothese kommt für die damals 53-jährige Karin Rupitsch zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Es folgen zwei Hüftgelenksspiegelungen nacheinander, zunächst an der linken, dann an der rechten Hüfte mit Wiederherstellung der Kopfkontur über einen offenen Zugang. Doch diese Eingriffe kommen leider zu spät. Geradezu explosionsartig entwickeln sich beide Hüftgelenke in eine immer schmerzhaftere Richtung.

Ihre Arbeit kann die Pharmareferentin im Außendienst weiterhin ausüben, Auto fahren und am Schreibtisch sitzen sind für ihre Hüfte kein Problem. „Aber der Haushalt blieb liegen, an Sport war nicht zu denken. Ab 17 Uhr war Sofa angesagt“, sagt sie, „und dann hatte ich die leise Hoffnung, dass im Urlaub alles besser wird.“ Fazit: Sie muss den lang ersehnten Urlaub mit ihrem Mann abbrechen. Sie beginnt zu hinken, nimmt immer häufiger eine Schonhaltung ein.

Diesmal wird Karin Rupitsch von ihrem Hausarzt ins St.-Vincenz-Hospital in Brakel überwiesen. Zwei neue Hüftgelenke sind unumgänglich.

Simultan-OP

„Im Gespräch mit Prof. Dr. Haaker gingen mir 1000 Gedanken durch den Kopf“, erinnert sie sich. Lande ich im Rollstuhl? Werde ich Früh-Rentnerin? Doch die 55-Jährige fühlt sich von Prof. Dr. Haaker gut aufgeklärt, alles spricht für diese Operation. Er rät ihr aufgrund des Einbruchs beider Hüftköpfe zur gleichzeitigen Operation beider Hüftgelenke. Damit sei ein größerer und schnellerer Erfolg bei der Rehabilitation zu erwarten, so Prof. Dr. Rolf Haaker, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Leiter des Endoprothetikzentrums am St.-Vincenz-Hospital in Brakel.

Einen halben Tag muss Karin Rupitsch auf der Intensivstation verbringen. Nach zwei Tagen Bettruhe soll sie zum ersten Mal aufstehen. Noch etwas wackelig auf den Beinen aber mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehend, kommen ihr fast die Tränen. „Ich konnte es kaum glauben und hatte tatsächlich zum ersten Mal nach zwei Jahren keine Schmerzen mehr in der Hüfte“, so Rupitsch, die Betroffenen die Angst vor einer Operation nehmen möchte: „Hätte ich mich sofort operieren lassen, hätte ich mir viele, viele Schmerzen ersparen können“, ist sie überzeugt.

Zehn Kilometer laufen

Wieder problemlos gehen können, das ist für Karin Rupitsch „das Größte“. Was sie als erstes macht, sobald sie aus der Reha nach Hause zurückkehrt? “Dann möchte ich rund um den Schiedersee laufen, zehn Kilometer. Dort ist es einfach wunderschön”, sagt sie und verrät: „Ich musste Prof. Dr. Haaker aber versprechen, mit dem Skilaufen noch mindestens sechs Monate zu warten. Aber dann freue ich mich auf einen Urlaub in den Bergen.“

Das Endoprothetikzentrum am St.-Vincenz-Hospital in Brakel gehört zu den ersten zertifizierten Zentren dieser Art in Deutschland. Jährlich werden dort fast 1000 künstliche Gelenke eingesetzt. „Es ist erwiesen, dass die Qualität der Operationen bei mehr als 500 Gelenkersatzoperationen deutlich steigt“, sagt Chefarzt Prof. Rolf Haaker. Speziell ausgebildete Chirurgen, individuelle Gelenksysteme und stetiges Qualitätsmanagement sind Teil der Zertifizierung, die laufend geprüft und erneuert wird. Mit modernsten Diagnose- und Therapieverfahren entwickeln die Fachärzte individuelle Implantatkonzepte. Prof. Dr. Haaker: „Sanfte, minimal-invasive OP-Techniken gewährleisten, dass der Patient schnell wieder auf die Beine kommt.“ Das Endoprothetikzentrum am St.-Vincenz-Hospital in Brakel gehört zu den ersten zertifizierten Zentren dieser Art in Deutschland. Jährlich werden dort fast 1000 künstliche Gelenke eingesetzt.

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