Ines Koßmann neue Ortheimatpflegerin und Chronistin in Siddessen
Wichtiger Pfeiler im aktiven Dorfleben

Brakel-Siddessen (WB). Acht Jahre hat sich Jürgen Bröker als Ortsheimatpfleger und Ortschronist um diese Belange in Siddessen gekümmert. Jetzt war die Zeit für einen Wechsel gekommen.

Freitag, 18.09.2020, 04:18 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 04:20 Uhr
Dirk Brassel (Fachbereich Bürgerservice, Tourismus und Kultur, Stadtmuseum und Stadtarchiv, von links), Andreas Gerson (Bezirksausschussvorsitzender Siddessen), Jürgen Bröker (ehemaliger Ortsheimatpfleger Siddessen), Bürgermeister Hermann Temme, Ines Koßmann (neue Ortsheimatpflegerin und Chronistin), Hans-Werner Gorzolka (Kreisheimatpfleger) und Alfons Jochmaring (Stadtheimatpfleger Brakel) vor dem „Haus des Gastes“ in Brakel. Foto: Reinhold Budde

Mit Ines Koßmann folgt eine Frau in dieses Amt. „Das finde ich ganz toll, dass eine Dame mit dabei ist“, sagte Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka bei der offizielle Ernennung von Ines Koßmann. Und er fügte hinzu: „Es gibt 124 Ortschaften im Kreis Höxter, aber nur 25 Frauen als Ortheimatpflegerinnen und Ortschronistinnen.“

Ehrenamtliche Tätigkeit

Bürgermeister Hermann Temme bedankte sich bei Jürgen Bröker für sein großes, ehrenamtliches Engagement: „Ehrenamtliche Tätigkeiten sind Ausdruck von Verantwortungsbereitschaft. So hieß es damals bei ihrer Ernennung 2012, und das gilt noch heute. Sie haben an Sitzungen, Tagungen, Fortbildungen und Lehrgängen zum Thema Ortsheimatpflege teilgenommen. Sie haben den Ort-Säuberungstag organisiert und viele Stunden mit der Dorfwerkstatt und der Ausarbeitung des IKEKS verbracht. Dafür danke ich ihnen.“

Seit 2012 in Siddessen

In vielen Bildern hätte Jürgen Bröker auch seit 2012 die Dorfgeschehnisse und Vereinsjubiläen für die Gegenwart und die Zukunft festgehalten und immer einen kurzen Draht zur Stadt gefunden, erklärte Temme.

Ines Koßmann (44) leitet ein eigenes Architekturbüro in Brakel und ist Mutter einer 16-jährigen Tochter. Seit 1996 lebt sie im Kreis Höxter und ist 2012 von Bellersen nach Siddessen gezogen. 2014 war sie Schützenkönigin der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Siddessen und fühlte sich in dieser Ortschaft gleich gut aufgehoben.

„Ich komme aus dem ehemaligen Osten. Dorf-, Pfarr- oder Schützenfeste gab es bei uns nicht, und ich war hier im Kreis überrascht, wie viel und fröhlich miteinander gefeiert wird. Das finde ich schön“, sagte Ines Koßmann bei ihrer Vorstellung im Ratssaal der Stadt Brakel. Sie fühle sich in Siddessen sehr wohl und möchte als erstes eine Internetseite von Siddessen „an den Start bringen“, wie sie betont.

Koßmann hat außer ihrer Tochter keine Familie in Siddessen wohnen und ist auch hier nicht geboren. „Daher bin ich neutral und sehe die Dinge hier im Dorf vielleicht manchmal etwas anders, als es die Bewohner tun, die hier seit Generationen leben. Und das hilft mir bei der Tätigkeit als Ortsheimatpflegerin“, erklärte Ines Koßmann.

Alte Chronik lesbar machen

Als Ortschronistin wolle sie eine alte Chronik, die seit ungefähr 1800 existiert, für alle lesbar machen. „Die alte Schrift kann ja fast keiner mehr lesen. Ich möchte aber, dass jeder, der sich für das alte Siddessen interessiert, digital auf hochdeutsch die Geschichte Siddessens lesen kann. Daran arbeite ich“, so Ines Koßmann.

Wichtig sei auch, dass die Dörfer digitaler werden und man sich auf dem kurzen Weg unterhalten könne. „Das ist der zentrale Baustein. 30 Dörfer sind bereits im Kreis Höxter digital unterwegs, denn die Dörfer sollen Zukunft haben“, sagte Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka. „Ein sorgendes Dorf – die Jungen unterstützen die Alten – das sollte unser Ziel sein. Als Ortsheimatpfleger leben wir von den Dörfern. Wir müssen die Dörfer weiter stärken“, erklärte Gorzolka: „Für ein liebenswertes Leben auf dem Land.“

Der Bereich der Ortsheimatpflege sei einer der wichtigsten Pfeiler des aktiven Dorflebens, auch in Siddessen, ist sich Bürgermeister Temme sicher. Mit dem Ziel, sowohl die junge als auch ältere Generation für ein intaktes Dorfleben zu begeistern, übernehme der Ortsheimatpfleger eine große Aufgabe. Einen guten Eindruck ihres Engagements hätte Ines Koßmann bereits bei der Planung des neuen Mehrgenerationen-Treffpunkts verschafft, erklärte Temme. Und er ist fest davon überzeugt, dass Ines Koßmann als neue Ortsheimatpflegerin und Ortchronistin in Siddessen auf die liebevolle Unterstützung der gesamten Gemeinde setzen könne.

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