Kapuzinerkloster in Brakel wird bautechnisch gesichert
Alten Kreuzgang sichtbar machen

Brakel (WB). Der heute noch zu umgehende Klosterbezirk in Brakel – lange auch als „heiliger Bezirk“ bezeichnet – stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. 1304 wurde an dieser Stelle, wo heute das Seniornheim steht, das Hospital eingeweiht, später kam ein Altenheim hinzu. Jetzt wird der historische Kreuzgang des Kapuzinerklosters saniert und in seinen Ursprungszustand versetzt.

Mittwoch, 09.09.2020, 20:58 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 10:08 Uhr
Pfarrer Willi Koch (von links) und die Handwerker Dieter Mursch (im Fenster) und Tom Pudelka an einem der historischen Rundbögen im Kreuzgang des Kapuzinerklosters in Brakel, der jetzt zurückgebaut wird. Foto: Reinhold Budde

Mit der Kapuzinerkirche und dem ehemaligen Kloster steht mitten in Brakel ein historisches Ensemble, das seinesgleichen sucht. Und natürlich nagt auch hier der Zahn der Zeit, so dass bereits seit drei Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten laufen.

Kreuzgang wird freigelegt

Konkret geht es um umfangreiche Bauarbeiten in dem denkmalgeschützten Gebäude, aber auch um die Wiederherstellung des ursprünglichen Kreuzgangs, der im Laufe der Jahrhunderte immer mal wieder umgebaut wurde, wie Pfarrer Willi Koch bei einem Rundgang erklärte. Mitten im Kloster gibt es oftmals einen Garten. So auch in Brakel. Um diesen Garten herum führt ein Kreuzgang, der über Rundbögen zu den einzelnen Räumlichkeiten wie der Kirche und den Aufenthaltsräumen der Kapuziner führte, die viele Jahre das Kloster bewohnten.

Alte Historie

Dieser historische Kreuzgang ist zwischendurch unterbrochen, einfach zugebaut oder abgeteilt worden. „Zum Glück ist aber nichts abgerissen worden. Somit ist der historische Kreuzgang auch wieder herstellbar“, sagen Alfons Jochmaring als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands und Pfarrer Willi Koch. Die Baumaßnahmen haben bereits begonnen und werden insgesamt noch zwei Jahre dauern.

2017 wurde festgestellt, dass der Gebäudeteil zwischen Kapuzinerkirche und Ostflügel des Kreuzganges abzusacken drohte, jener Teil, der nicht unterkellert ist. Mit einer intensiven Tiefbauaktion wurde das Fundament neu befestigt und gesichert. Einige Risse im Putz der Außenwand zeugen heute noch vom leichten Absacken.

Bestandteil der Altstadt

„Mit der Architekturfirma RSH aus Gehrden haben wir einen kompetenten Partner mit im Boot, der sich mit denkmalgeschützten Gebäuden auskennt“, erklärt Bürgermeister Hermann Temme, der das Klosterareal „auch als zentralen Bestandteil unserer historischen Innenstadt“ ansieht. Mit einer intensiven Tiefbauaktion wurde das Fundament neu befestigt. 300.000 Euro sind bisher in die Gebäudesicherungasarbeiten geflossen, weitere 300.000 bis 400.000 Euro kostet die Sanierung des Kreuzganges. 30 Prozent davon trägt das Erzbistum Paderborn, für den Rest muss die Gemeinde selbst aufkommen.

Mühevolle Handarbeit

Jetzt wird der historische Kreuzgang saniert und wieder hergestellt. Alles in mühevoller Handarbeit. Der Kreuzgang führt auch zu einem Gruppenraum für bis zu 100 Personen. Seit den 1980er Jahren wird das Kloster als Pfarrzentrum der Kirchengemeinde genutzt. Daher wird der Versammlungs- und Veranstaltungsraum auch elektrisch auf dem neuesten Stand gebracht, zusätzliche Dämmung angebracht und es wurden Stahlstützträger integriert, die zudem noch mit einer schwer entflammbaren Ummantelung umgeben sind. „So will es das Gesetz, aber was soll bei Stahl brennen?“, fragt sich Alfons Jochmaring.

Für viele Generationen

„Die gesamten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten werden nicht für unsere und die kommende Generation gemacht, sondern für viele Generationen. Daher auch der enorme Aufwand“, sagte Pfarrer Willi Koch. Damit die Nachwelt noch viele Jahrzehnte die Geschichte des Klosters verfolgen kann.

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