Bürgermeister Hermann Temme denkt mit 62 noch nicht ans Aufhören
Teamplayer will das Triple

Brakel (WB). Mit 62 Jahren sehen manche Menschen die Zeit gekommen, sich auf die Rente oder gar den vorzeitigen Ruhestand vorzubereiten. Nicht so Brakels Bürgermeister Hermann Temme. Er will es noch mal wissen und tritt am 13. September als Kandidat der CDU erneut für das Amt des ersten Bürgers der Stadt Brakel an.

Mittwoch, 12.08.2020, 05:56 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 06:01 Uhr
Sein Garten ist einer der Orte, an denen sich Brakels Bürgermeister Hermann Temme von seiner Arbeit erholt. Am 13. September will er mit einer dritten Amtszeit als erster Bürger der Stadt das Triple schaffen. Foto: Frank Spiegel

„Als ich vor elf Jahren Nachfolger von Friedhelm Spieker als Bürgermeister von Brakel wurde, hatte ich mir von Anfang an zum Ziel gesetzt, drei Wahlperioden zu durchlaufen. Sollte ich am 13. September gewählt werden, wäre das dann die dritte“, berichtet der Amtsinhaber. Voraussetzung dafür sei natürlich immer, dass die Gesundheit mitmache und man von der Partei, der Familie und den Bürgern weiter getragen werde.

Vorbild sein

Während viele – auch jüngere – Bürgermeisterkollegen ihr Amt aufgeben, würde sich Hermann Temme über eine Wiederwahl freuen. „Das Amt bereitet mir immer noch Spaß und es bereitet mir Freude. Gleichzeitig ist es auch eine große Verantwortung die man trägt, für so eine schöne Stadt arbeiten zu dürfen“, sagt der CDU-Kandidat. So etwas könne man alleine nicht schaffen. Temme: „Ich habe im Rathaus ein gutes Team, eine Mannschaft, auf die ich mich verlassen kann.“

Und auch im Rat passe – bis auf wenige Ausnahmesituationen – das politische Klima. All das führe dazu, dass er noch einmal gerne antrete. Hätte er „die Faxen dicke“, hätte er nach 44 Berufsjahren auch aufhören können: „Aber angesichts der Tatsache, dass sich durch demographische Verwerfungen die Lebensarbeitszeit insgesamt erhöhen kann, ist man als Politiker kein gutes Beispiel, wenn man frühzeitig die Segel streicht. Außerdem gehört man mit 62 noch nicht zum alten Eisen.“

Im Übrigen habe auch seine in Frankfurt lebende Tochter gesagt: „Du kannst doch nicht jetzt schon aufhören.“ Gleichwohl stellt er klar, dass die kommende dann auch seine letzte Amtsperiode sei.

Zuerst die Stadt

Hermann Temme ist mit 14 Jahren in die Junge Union eingetreten und sieht sich klar als CDU-Mann. „Als Bürgermeister hat man aber immer auch eine moderierende Funktion“, weist er darauf hin, dass er auch auf Ausgleich bedacht ist: „Da sehe ich nicht alles durch die Parteibrille. Da ist das Motto ‚Zuerst die Stadt mit ihren Bürgerinnen und Bürgern‘.“ Er selbst empfindet sich als Teamplayer, als Mannschaftskapitän. „Und manchmal auch als Ausputzer“, ergänzt er lachend.

Auch wenn er einmal Fußball gespielt hat, ist Hermann Temmes Hauptsportart Tischtennis. In der ersten Herrenmannschaft der DJK spielt er immer wenn sein Zeitplan es zulässt. „Ich hatte schon immer eine Affinität zum Vereinsleben. Das war schon in meinem Heimatort so“, blickt er zurück. Das rege Vereinsleben in Brakel sei es, das die Stadt auszeichne und dazu beitrage, dass sie so lebens- und liebenswert macht. Es gebe immerhin 270 Vereine in Brakel. „Dieses ehrenamtliche und bürgerliche Engagement ist ein Pfund, das es zu hegen und zu pflegen gilt“, meint Hermann Temme.

Er selbst ist darüber hinaus unter anderem auch Mitglied im Tennisverein. Zudem hatte er eine Dauerkarte für den SC Paderborn. „Und wenn es wieder welche gibt, würde ich mich solidarisch zeigen und wieder eine kaufen“, verspricht der Sportfan, der ebenso gerne die Partien der Spielvereinigung im heimischen Stadion besucht. Das Reisen, ausgedehnte Spaziergänge und die Gartenarbeit zählt er darüber hinaus zu den Leidenschaften, bei denen er vom Beruf abschalten kann.

Intensiver Kontakt

Auf die Frage, was das schönste am Bürgermeisteramt sei, antwortet er, dass er den intensiven Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Vereinen schätzt. „Das vermisse ich durch Corona zur Zeit“, sagt er. Sicher gebe es auch aktuell Bürgersprechstunden, der Aufwand mit Anmeldungen und Abstand sei doch sehr groß. Aber er will den persönlichen Kontakt nicht missen. Auch die Begegnungen auf Schützenfesten und Großveranstaltungen wie Annentag fehlen ihm. Als Bürgermeister müsse man sich auch eine Volkstümlichkeit bewahren, Bürgernähe. „Das wird auch honoriert“, hat er festgestellt. Dann gebe es noch viele schöne Momente im Amt, wenn Projekte zum Erfolg führten, vielleicht sogar prämiert würden.

Konstruktive Kritik

„Letzten Endes steht und fällt ein Bürgermeister durch den Kontakt zu den Bürgern. Da muss man auch mal hören, wo der Schuh drückt“, berichtet der 62-Jährige. Dazu gehöre auch, dass man mit konstruktiver Kritik umgehen müsse. Bei einem Spielplatzworkshop zum Beispiel seien so viel tolle Anregungen gekommen von jungen Eltern. Temme: „Als 62-Jähriger sieht man das manchmal durch eine etwas andere Brille.“

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