Landwirtschaftliches Wildkraut auf der Insektenwiese sorgt für Dominanz
Den „Gänsefuß“ bei der Wurzel gepackt

Brakel (WB). Auf einem 6200 Quadratmeter großen Acker von Landwirt Hermann Langsch ist im Frühjahr eine Insektenwiese entstanden. Die Initiative „Annenbiene“ hat zusammen mit vielen Bürgern, die auf diesem Acker für ein Jahr jeweils eine Parzelle gepachtet haben, dieses Projekt ermöglicht. Von den 50 heimischen Saatsorten (bestehend aus 40 Prozent Wildblumen und 60 Prozent Kulturpflanzen) sind beinahe alle aufgegangen und entwickeln sich prächtig.

Freitag, 07.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 15:36 Uhr
Sandra Wolf zeigt noch junge „Gänsefüße“. Ausgewachsen werden diese typischen landwirtschaftlichen Wildpflanzen bis zu eineinhalb Meter groß. Foto: Reinhold Budde

„Wer aber hier auf dem Galgenberg in Brakel eine bunte Blumenwiese erwartet, wird enttäuscht sein. Denn dieser Acker ist eine Insektenwiese mit heimischen Gewächsen, die die Bienen und anderen Insekten besonders lieben. Daher ist der bewachsene Acker auch nicht so farbenfroh wie viele Gärten und Vorgärten“, sagt Rudolf Mönikes von der Initiative „Annenbiene“. Prof. Dr. Winfried Türk vom Fachgebiet Vegetationskunde der Technischen Hochschule OWL ist von der Wiese jedenfalls begeistert.

„Gänsefuß“ macht sich breit

Leider hat sich aber auch der „Weiße Gänsefuß“ ziemlich ausgebreitet und dominierte gegenüber den anderen Pflanzen. Der „Weiße Gänsefuß“ wird oft als landwirtschaftliches Unkraut bezeichnet und bis zu 1,50 Meter hoch. „Und wenn der ‚Weiße Gänsefuß‘ nach der Blüte seinen Samen verliert, vermehrt er sich rasend schnell“, weiß Rudolf Mönikes.

So gibt es nur zwei Wege, um der Lage Herr zu werden: Die Wiese abmähen, obwohl dann auch andere Pflanzen zum Opfer fallen, oder aber Handarbeit. Die Initiative „Annenbiene“ hat sich für die letztere Variante entschieden und sich an bisher drei Tagen dort betätigt. „Der Boden war hart und trocken, und die Pflanzen ließen sich nur schwer entfernen. Nach dem Regen haben wir dann noch einmal eine Großaktion mit vielen Händen gestartet“, sagte Mönikes. Da er auch in der Ökumenischen Flüchtlingshilfe aktiv ist, haben er und Hans-Georg Harrer in einer kurzen Umfrage einige Helfer begeistern können. Und zur Freude aller waren viele Hände mit Begeisterung am Werk. Am vergangenen Dienstag wurde noch eine Aktion gestartet. Acht Flüchtlinge haben sich sofort bereit erklärt, noch einmal mit anzupacken und bei schweißtreibenden Temperaturen viel „Weiße Gänsefüße“ zusammen mit Mitgliedern der Initiative „Annenbiene“ mit der Hand zu entfernen.

Gleichgewicht aller Pflanzen

Und das kann Kochenarbeit werden, denn die großen Pflanzen haben bis zu einen Meter tiefe Wurzeln. Doch kühle, alkoholfreie Getränke sorgten für den nötigen Flüssigkeitsausgleich. Einige Flüchtlinge sind zudem in der Laufgruppe von Adalbert Grüner, und die Handarbeit auf dem Acker ist eine Abwechslung zum Laufen gewesen.

„Ganz entfernen wollten wir den ‚Gänsefuß‘ natürlich nicht, denn auch er dient als wichtige Nahrungsquelle für viele Schmetterlingsraupen sowie andere Insekten, Vögel und Rehwild“, erklärt Rudolf Mönikes. „Aber es soll hier ein Gleichgewicht aller Pflanzen sein. Deshalb ist noch genügend ‚Weißer Gänsefuß‘ vorhanden“, sagt er.

Eine Ruhebank am Rande der Insektenwiese wurde von der Initiative „Annenbiene“ aufgestellt, damit Wanderer und Fahrradfahrer sich hier ausruhen und verschnaufen können. Da ganz in der Nähe Falken leben, die in diesem Gebiet jagen, wurde auch ein Ansitz mitten in die Wiese gesetzt. Auf dem können die Falken dann in Ruhe nach Beute Ausschau halten.

Die Initiative „Annenbiene“ sucht für das kommende Jahr wieder Paten. Alles Wissenswerte von der „Annenbiene“ ist im Internet zu finden.

www.annenbiene.de

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