Schulen in Brakel werden digital ausgerüstet
Analog war gestern

Brakel (WB). In Zeiten der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns wurde ganz deutlich, dass herkömmlicher Unterricht in den Schulen nicht immer veranstaltet werden kann. Also wurden die Schüler zuhause über den PC oder das Tablet unterrichtet, so gut es ging. Und jetzt werden die Gemeinschaftsgrundschule und die Gesamtschule Brakel digital.

Mittwoch, 08.07.2020, 05:00 Uhr
Rudolf Fromme (Leiter EDV, sitzend links), Marc Wehrmann („Schul-Admin“, sitzend) und (von links) Norbert Loermann (Bürgerservice), Maria Komm (Schulleiterin Grundschule), Peter Frischemeier (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters), Sandra Florsch (Schulleiterin Gesamtschule Brakel) und Bürgermeister Hermann Temme haben das Projekt „DigitalPakt Schule“ vorgestellt. Foto: Reinhold Budde

Rat beschließt einstimmig

Bereit vor der Corona-Krise wurde überlegt, die Schulen zu digitalisieren. Von Juli 2019 bis März 2020 hat die Stadt einen Medienentwicklungsplan entworfen und ein externes Gutachten erstellen lassen. Im Mai hat der Rat der Stadt Brakel einstimmig diesen Medienentwicklungsplan verabschiedet und das Projekt konnte beginnen – eigentlich. Denn durch die Corona-Krise hat der Rat nicht im März, sondern erst im Mai getagt. „Geplant war, dass die Arbeiten in den beiden Schulen, der Gesamtschule Brakel und der Gemeinschaftsgrundschule Brakel, in diesen Sommerferien beginnen sollten, aber durch die Corona-Pandemie hat sich alles verzögert“, bedauerte Norbert Loermann, Fachbereichsleiter Bürgerservice, auf einer Pressekonferenz. „Wir wissen noch nicht, wann wir jetzt beginnen können, denn der Ausbau der kabelgebundenen Vernetzung sollte nicht während des Schulbetriebs erfolgen. Vielleicht in den Herbst- oder Weihnachtsferien“, erklärte er.

Hohe Förderung

Möglich gemacht hat das Projekt das „DigitalPakt Schule“, ein Förderungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Förderfähig ist die IT-Struktur LAN, WLAN, Präsentationstechnik und mehr sowie schulgebundene mobile Endgeräte und regionale Maßnahmen. Voraussetzung ist ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept, das vom Schulträger (Stadt Brakel) und den Schulen (Gemeinschaftsgrundschule Brakel und Gesamtschule Brakel) gemeinsam erstellt wird. Rudolf Fromme, Leiter der städtischen EDV in Brakel, hat dies mit dem beiden Schulleiterinnen Sandra Florsch (Gesamtschule und Maria Komm ausgearbeitet. „Denn trotz digitaler Technik soll das analoge Unterrichten nicht vergessen werden. Die Kinder sollen schon lernen, wie man schreibt und nicht nur Tasten bedient. das ist nach wie vor sehr wichtig“, führt Maria Komm (Gemeinschaftsgrundschule) aus. Nach den Detailplanungen in und mit den Schulen, einer Kostenanalyse und einer Erstellung der Kosten konnte im Juni bei der Bezirksregierung Detmold ein Antrag auf Förderung gestellt werden und wurde innerhalb einer Woche bewilligt. Gefördert wird der Ausbau der kabelgebundenen Vernetzung, die Erneuerung der aktiven Netzwerkkomponenten, ein flächendeckendes WLAN sowie die Präsentationstechnik inklusive Ansteuerung per Tablet. Die Kosten liegen bei 611.677 Euro für beide Schulen. Die Förderung „DigitalPakt Schule“ übernimmt davon 550.509 Euro, der Eigenanteil der Stadt (zehn Prozent) beträgt 61.168 Euro. Die Förderung des Bundesministeriums übernimmt jedoch keine laufenden Kosten und Personalkosten. Eventuell können noch weitere Maßnahmen gefördert werden: die Anschaffung von Tablets für Schüler und Lehrer, die Neuausstattung der Computerräume, „die in die Jahre gekommen sind“, wie Rudolf Fromme betont, eine schnurlose Mikrofontechnik der Aula (Grundschule), Lego-Mindstorms, Roberta, 3D-Drucker (Gesamtschule) und weitere kleine Peripheriegeräte.

Neuer „Schul-Admin“

Das neue Bindeglied zwischen dem Schulträger, der Stadt Brakel, und den Schulen ist Marc Wehrmann (28). Er ist in Vollzeit seit dem 1. Juli bei der Stadt angestellt und kümmert sich zu 100 Prozent als „Schul-Admin“ um die Grund- und Gesamtschule.

„Die digitalen Maßnahme ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Und Marc Wehrmann wird zusammen mit dem EDV-Team die Digitalisierung vorantreiben“, sagte Bürgermeister Hermann Temme zuversichtlich.

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