Leader fördert die barrierefreie Park- und Spielstätte „Ludowinengarten“ in Bökendorf
Türen zum Märchenland sind geöffnet

Bökendorf (WB). Im Mai 2019 wurde das Projekt vorgestellt, am vergangenen Mittwoch offiziell von Bürgermeister Hermann Temme der Bestimmung übergeben und von Pfarrer Wilhelm Koch gesegnet: der neue „Ludowinengarten“ in Bökendorf. Dort, wo früher die alte Dorfschule stand, ist ein Märchenpark für alle Generationen entstanden. Barrierefrei und für alle Bürger: egal, ob Einwohner, Gast, Wanderer oder Fahrradtourist – kostenfrei zu nutzen.

Freitag, 03.07.2020, 07:47 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 07:50 Uhr
Bürgermeister Herman Temme (vorne von links) und Pfarrer Wilhelm Koch halten das von Pfarrer Koch geschenkte Bronzerelief – bevor es einige Stunden später gestohlen wurde. Mit auf dem Foto sind die Bezirksausschuss-Vorsitzende Ursula Grewe (zugleich erste stellvertretende Bürgermeisterin, vorne rechts) und Vertreter der Leader-Förderung, des Architektenbüros und des Landschafts-und Gartenbaus im neuen Ludowinengarten in Bökendorf. Foto: Reinhold Budde

Die märchenhafte Geschichte des Dorfes Bökendorf, Wirkungsstätte Annette von Droste-Hülshofs und der Brüder Grimm, erlebbar zu machen, das ist das Ziel des Ludowienengartens, der am vergangenen Mittwoch seine (nicht vorhandenen) Türen öffnete. Und dafür hat die Stadt Brakel eine Menge Geld in die Hand genommen: Den Eigenanteil von 159.000 Euro hat die Stadt übernommen, gefördert wurde das Projekt durch das Leader-Programm mit 250.000 Euro. 12.500 Euro haben Unterstützer gespendet. Denn das insgesamt knapp 422.000 Euro teure und 5360 Quadratmeter große Projekt soll über viele Jahre die kleinen und großen Bürger erfreuen und ein neues Ausflugsziel in Bökendorf werden.

Alle Generationen

Und die Chancen stehen nicht schlecht, denn einen Tag vor der offiziellen Eröffnung tummelten sich bereits viele Kinder mit ihren Eltern und Großeltern auf den fünf unterschiedlichen Märchen-Aktionsbereichen. Die kleinen Besucher können im Schloss des „Froschkönigs“ spielen oder sich am Wasserrondell austoben und abkühlen. Die mechanische Wasserpumpe wird natürlich per Hand angetrieben, und die drei wasserspeienden Düsen müssen ebenfalls von einem Besucher, der auf einer Edelstahlwippe steht, in Gang gesetzt werden. Denn die großen und kleinen Besucher sollen sich bewegen.

pause im Hexenhaus

Eine Pause kann im schiefen Hexenhaus von „Hänsel und Gretel“ eingelegt werde. Nicht nur Wanderer und Fahrradfahrer werden sich dafür bedanken. Und gegrillt werden darf an dieser Stelle auch. Daher ist auch ein großer Abfallbehälter an dieser Stelle montiert. Für lange Haltbarkeit sorgt die Verwendung von Robinienholz und Cortenstahl. So sind auch die „Sieben Zwerge“ als Figuren zwischen sieben angelegten Wiesenhügeln aus diesem Stahl gefertigt, ebenso wie die „Bremer Stadtmusikanten“.

Landschaftsarchitektin Anja Multhaupt aus Höxter hat den Park entworfen, die geschwungenen und asphaltierten Wege hat Gartenbau- und Landschaftbau Tegetmeier aus Brakel-Erkeln angelegt.

An einer Audiostele in einem multifunktionalen Bereich können sich die Besucher über Bökendorf und den Romantikerkreis informieren, aber auch den berühmten Märchen der Brüder Grimm lauschen. Und auch hier wurde kein Wagnis eingegangen, denn mehrere Schauspieler der Freilichtbühne Bökendorf haben die Audiostele besprochen.

Am Rand der geschwungenen Wegen stehen etliche Büsche, die, wenn sie größer sind, die Wege noch reizvoller machen. Überall sind Blumenbeete angepflanzt worden; Bienen und weitere Insekten sollen sich hier wohlfühlen können.

Märchen aus Bökendorf

Mit einem gewissen Stolz hat Bürgermeister Hermann Temme den Ludowinengarten – übrigens benannt nach der engagierten Stiftsdame Ludowine von Haxthausen (1794-1872) – als Park- und Spielstätte geöffnet, „denn Märchen und Geschichten spielen in Bökendorf seit jeher eine ganz besondere Rolle. Die verschiedenen Aktionsbereiche, die die ausgewählten Märchen der Brüder Grimm erlebbar machen, vermitteln durch ihre Ausgestaltung einen ganz besonderen Bezug zu den uns allen gut bekannten Geschichten.“ Temme ist auch überzeugt, dass der mit Rosen berankte Dornröschen-Pavillon ein beliebter Aufenthalts- und Ruheort – gerade für die älteren Besucher – sein werde.

Es freue ihn auch, dass es ein schöner Brauch sei, wenn Pfarrer Wilhelm Koch den neuen Garten segnen würde. Der tat das nach eigenem Bekunden auch gerne.

Es ist der ausdrückliche Wunsch der Dorfgemeinschaft gewesen, dass an der Stelle, wo in der alten (abgerissenen) Grundschule viele Generationen unterrichtet wurden, etwas „Schönes für die Bewohner und Gäste“ entstehen solle. Und dieser Wunsch ist hiermit in Erfüllung gegangen.

Die Beteiligten hoffen, dass die Einwohner und die Besucher des Gartens respektvoll mit der Einrichtung umgehen.

Diebstahl

Denn einen ärgerlichen Vorfall hat es bereits gegeben, wie die Polizei mitteilt: Nur wenige Stunden nach der Eröffnung des neu gestalteten Spielplatzes in Bökendorf hat sich an der dortigen Schutzhütte ein Diebstahl ereignet. Das an einer Wand befestigte Relief-Bild eines Flötenspielers ist verschwunden. Bei dem bronzenen Relief, das einen Wert zwischen 50 bis 150 Euro besitzt, handelt es sich um das Geschenk von Pfarrer Wilhelm Koch für den neuen Spielplatz an der Drudestraße. Am Eröffnungstag am Mittwoch, 1. Juli, hing es um 12.30 Uhr noch an seinem Platz. Bereits um 15.30 Uhr wurde festgestellt, dass es abmontiert wurde. Der Diebstahl wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht, es wird um Hinweise von Zeugen gebeten unter Telefon 05271/9620.

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