Junglandwirt Noah-Gabriel Waldeyer über die regionale Wirtschaft
„Froh, auf dem Land zu leben“

Hampenhausen (WB). Er sei froh, ein Mensch vom Lande zu sein, meint der Junglandwirt Noah-Gabriel Waldeyer aus Hampenhausen. In diesen Zeiten wisse er um so mehr, die Schönheit, die Vorzüge des Ländlichen, der Natur sowie das Arbeiten und Tun in der Landwirtschaft zu schätzen. Er habe die Natur, das Grün direkt vor dem Hoftor und es freue ihn, einen „grünen Beruf“ zu haben. Er arbeite gern als Landwirt und die Arbeiten auf dem Hof, auf dem Acker und im Stall gingen in diesen Zeiten normal weiter. „Das Arbeiten in und mit der Natur und den Tieren erfüllten mich“, sagte er dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband Ostwestfalen.

Montag, 04.05.2020, 07:00 Uhr
Junglandwirt Noah-Gabriel Waldeyer trägt ein Ferkel auf dem Arm. Er sei froh, Landwirt zu sein. Foto: WLV

Was ihn fasziniere sei die Vielfalt seines Berufs. „ Und die Landwirte wissen um die Verantwortung für Mensch und Tier“, betont der Jungbauer. Es freue ihn und er spüre es: Die Landwirte erfahren in diesen Zeiten wieder mehr Wertschätzung von Bürgern, Verbrauchern, Politikern – von der Gesellschaft. Bei all dem Leid, das das Virus verursache, habe die Krise auch manch positiven Aspekt. Der Wert einer regionalen, heimischen Landwirtschaft sei vielen Menschen wieder bewusst geworden. Verbraucher suchten beispielsweise vermehrt Kontakt zu denen, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellten. So kauften die Menschen vermehrt bei Direktvermarktern vor Ort, wie in Hofläden, ein.

Bedeutung wieder anerkannt

„Mit einem Mal stehen wieder existenzielle Fragen im Vordergrund, zum Beispiel um das tägliche Essen. Die Hamsterkäufe und leeren Regale haben es anschaulich gezeigt“, sagt Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter. Die elementare Bedeutung einer regionalen Land- und Ernährungswirtschaft für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln werde wieder anerkannt.

Einschränkungen spürbar

In den kommenden Wochen und Monaten würden allerdings die Einschränkungen der Corona-Pandemie spürbar bleiben. Denn die Folgen einer globalen wirtschaftlichen Rezession würden sich in allen Bereichen niederschlagen.

Nach der Corona-Krise seien daher auch die agrarpolitischen Prioritäten zu überdenken, meint Antonius Tillmann. Die regionale Ernährungssicherung und die Stärkung der heimischen Landwirtschaft müssten wieder in den Mittelpunkt dieser und der EU-Agrarpolitik rücken.

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