Lebenshilfe im Kreis Höxter setzt zum Corona-Schutz auf Selbsthilfe
Gesichtsmasken in Heimarbeit genäht

Brakel (WB). Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe im Kreis Höxter sind angesichts der Corona-Krise auf Gesichtsmasken angewiesen. Da es diese auf dem freien Markt nicht problemlos gibt, hat das Team sich selbst geholfen.

Montag, 06.04.2020, 06:00 Uhr
Silke Holdgrewe gehört zu den mehr als 25 Freiwilligen, die für die Lebenshilfe im Kreis Höxter Behelfsmasken genäht haben. Geschäftsführer Jerome Major ist ihr und den anderen für ihren Einsatz dankbar. Foto: Lebenshilfe

Die Lebenshilfe unterstützt in den Wohnstätten in Bad Driburg, Beverungen, Brakel, Höxter und Peckelsheim sowie im ambulanten Bereich mehr als 500 Menschen im Kreis. Viele der Kunden der Lebenshilfe gehören aufgrund von Vorerkrankungen oder ihrem gehobenen Alter zur Risikogruppe im Zusammenhang mit einer möglichen Corona-Infektion.

Risiko reduzieren

„Der Ausbruch von Corona in einer der Wohnstätten könnte, ähnlich wie in Alten- und Pflegeheimen, dramatische Folgen haben. Um das Risiko einer An­steckung mit Corona zu reduzieren, sollten alle Mitarbeiter und Kunden, die es wünschen, mit einer Gesichtsmaske ausgestattet werden“, berichtet Geschäftsführer Jerome Major.

Mitarbeiter und Freiwillige nähen in ihrer Freizeit

Leider konnten aufgrund der aktuellen Situation nicht annähernd ausreichend Masken zur Verfügung gestellt werden.

Um den Bedarf von mehreren 1000 Masken zu decken, haben sich mehr als 25 Mitarbeiter und Freiwillige bereit erklärt, Masken in ihrer Freizeit selber zu nähen. Dabei wird seit einer Woche teilweise rund um die Uhr genäht.

Auch Alexander Fahrenholz (von links), Beatrice Röse und Andreas Ruhnau von der Wohnstätte Höxter tragen Gesichtsmasken.

Auch Alexander Fahrenholz (von links), Beatrice Röse und Andreas Ruhnau von der Wohnstätte Höxter tragen Gesichtsmasken. Foto: Lebenshilfe

Der Geschäftsführer: „In die Masken kann ein austauschbarer Filter eingesetzt werden. Hier werden so genannte Molton-Tücher verwendet.“

Da nicht ausreichend weißer Stoff zu Verfügung stehe, seien kreative Lösungen mit zahlreichen Motiven gefunden worden.

„Natürlich bieten die selbst genähten Masken keinen vollumfänglichen medizinischen Schutz, das Risiko einer Ansteckung wird aber durchaus reduziert“, erklärt Jerome Major und ergänzt: „Für das herausragende Engagement und die große Solidarität der Mitarbeiter der Lebenshilfe bin ich sehr dankbar. Dass zudem zahlreiche Nachbarn, Freiwillige und Ehrenamtliche sich gemeinsam organisiert und engagiert haben, zeigt den großen Zusammenhalt im Kreis Höxter.“

Dass sich mit einer Atemmaske auch persönliche Vorlieben präsentieren lassen, zeigt Sven Reimers, hier mit Jana Kros vom Jugendwohnhaus Nieheim.

Dass sich mit einer Atemmaske auch persönliche Vorlieben präsentieren lassen, zeigt Sven Reimers, hier mit Jana Kros vom Jugendwohnhaus Nieheim. Foto: Lebenshilfe

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