Aslan Ünal und Andreas Kühn wollen engagierten Angestellten danken
Wirte bekochen Marktmitarbeiter

Brakel (WB). Wohl niemand trifft in Zeiten wie diesen so viele Menschen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einkaufsmärkte. Sie sollen nun Nutznießer einer Aktion sein, die sich Wunderbar- und Tegetmeier-Wirt Aslan Ünal und Andreas Kühn, Wirt des Brakeler Hofes, ausgedacht haben.

Mittwoch, 01.04.2020, 03:39 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 05:00 Uhr
Aslan Ünal und Andreas Kühn wollen in der Küche des Gasthauses Tegetmeier, das Aslan Ünal betreibt, die Lebensmittelvorräte verkochen und die Mahlzeiten den Mitarbeitern der Brakeler Märkte schenken. Foto: Frank Spiegel

„Wir werden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kochen“, kündigen die beiden an. „Ich habe so viel Ware im Gefrierschrank, die kann ich dort unmöglich noch sechs bis acht Wochen oder wie lange die Krise auch immer noch dauern sollte lagern“, berichtet Aslan Ünal und ergänzt: „Bevor ich das alles wegwerfe, will ich lieber denjenigen etwas Gutes tun, die es zur Zeit mehr als verdient haben.“

Gutes tun

Die Details will der in diesen Tagen mit den Marktleitern besprechen. Geld verdienen wollen Aslan Ünal und Andreas Kühn mit der Aktion nicht. „Die Waren würden ohnehin verderben“, sagt Andreas Kühn. Wenn jemand eine Spende geben wolle, sei das eine schöne Anerkennung, aber keine Bedingung, führt Aslan Ünal aus.

Sie wollen mit der Aktion dazu beitragen, dass die Brakeler als Gemeinschaft zusammenstehen. „Wir wollen etwas für die Gesellschaft tun, den Menschen etwas zurückgeben“, beschreiben sie ihre Motivation. Aslan Ünal: „Außerdem möchte ich meinen Gästen, wenn es wieder los geht, frische Ware anbieten können.“

Den Gedanken, die Rohstoffe zu verwerten, indem er einen Bestellservice anbietet, hat Aslan Ünal schnell verworfen. „Da kämen vielleicht fünf bis acht Essen am Tag zusammen. Da lohnt es sich kaum, die Küche in Betrieb zu nehmen“, sagt er.

Kein Risiko eingehen

Sie hatten auch überlegt, für Bedürftige oder Senioren zu kochen. Aber auch da sei der logistische Aufwand zu groß. „Hinzu kommt, dass Senioren zur Risikogruppe gehören und wir das Virus möglicherweise ungewollt übertragen könnten. Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden“, nennt Aslan Ünal einen weiteren Grund.

Er und Andreas Kühn freuen sich auf die anstehende Aufgabe – und das nicht nur, weil sie gerne Gutes tun wollen. „Ich habe Langeweile. Ich bin ein Mensch, der etwas tun muss“, verrät Aslan Ünal. „Eine Woche war das ganz o.k.. Aber so langsam fällt einem die Decke auf den Kopf“, gesteht auch Kühn ein. Aslan Ünal ist sich zudem sicher: „Schenkst Du einmal, bekommst Du es 50-mal wieder. Und wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm.“

Die Palette der Waren, die der Gastronom noch zur Verfügung hat, ist groß. So wird es unter anderem Schnitzel geben, Grünkohl, Kasseler, Haxen, Hähnchenbrust – und wenn nötig Vegetarisches. Ob es für Letzteres Bedarf gibt, wollen die engagierten Brakeler im Vorfeld erfragen, mehr Auswahl wollen sie aus organisatorischen Gründen aber nicht ermöglichen. Sie sind aber zuversichtlich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Märkte sich auch gern überraschen lassen.

Derzeit sind sie dabei, mit den Märkten Termine und das weitere Vorgehen abzusprechen. Selbstverständlich ist für die beiden Wirte, dass sie dabei in jedem Fall die Vorschriften beachten.

Terminabsprachen

Sie sind überzeugt, dass sie die Richtigen bedenken. „Es ist unglaublich, was diese Menschen leisten. Und dann müssen sie sich oft genug noch dumme Bemerkungen anhören“, weiß Aslan Ünal. Er und Andreas Kühn hoffen, so auch im Gespräch zu bleiben. Schließlich wollen beide ihre Lokale wieder öffnen, wenn die Möglichkeit dazu besteht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7351233?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851041%2F
Richter verbieten Sonntagsöffnung
“Sorry we’re closed” (Leider Geschlossen): Das gilt voraussichtlich an allen schon geplanten oder noch ungeplanten verkaufsoffenen Sonntagen in NRW. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker