Nieheimer Straße wegen Umbaus bis Ende Oktober gesperrt
Stadt wird fit für die Zukunft

Brakel (WB). Verkehrsteilnehmer in Brakel brauchen derzeit Geduld: Nach der Großbaustelle am Thy wird in der Nieheimer Straße ein weiteres Großprojekt verwirklicht: Zwischen Bredenweg und Ringstraße werden Fahrbahn und Gehwege erneuert, die Bushaltestellen werden ausgebaut, und der Radweg zwischen Pahenwinkel und Ringstraße wird bis zum Bredenweg erweitert.

Dienstag, 03.03.2020, 02:08 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 17:10 Uhr
In der vergangenen Woche ist mit den Arbeiten am ersten Bauabschnitt begonnen worden. Das Projekt soll Ende Oktober abgeschlossen sein. Foto: Frank Spiegel

Straße optimieren

„Wir wollen die Straße auch mit Blick auf die Verkehrswende optimieren“, erklärte Bürgermeister Hermann Temme. Er hat die Baumaßnahme zusammen mit Fachbereichsleiter Planen und Bauen Johannes Groppe, dem Tiefbau- und Straßen-Fachmann im Rathaus Franz-Josef Sentler, Alexander Frewer, im Rathaus für die bauliche Seite von Wasser- und Abwasserkanälen zuständig, Dr. Michael Turk und Dirk Ihmor vom Ingenieurbüro Turk sowie Jochen Bracht vom gleichnamigen Bauunternehmen, das die Arbeiten ausführt, vorgestellt.

Dr. Michael Turk, Jochen Bracht, Dirk Ihmor, Alexander Frewer, Hermann Temme, Franz-Josef Sentler und Johannes Groppe haben das Projekt vorgestellt.

Dr. Michael Turk, Jochen Bracht, Dirk Ihmor, Alexander Frewer, Hermann Temme, Franz-Josef Sentler und Johannes Groppe haben das Projekt vorgestellt. Foto: Frank Spiegel

Wie der Bürgermeister erläuterte, sei der Anstoß, den Umbau in Angriff zu nehmen, von Seiten der Busunternehmer gekommen. „Nachdem die Bushaltestellen am Bredenweg fertiggestellt waren, hatten die darauf hingewiesen, dass die Situation in der Nieheimer Straße alles andere als ideal ist“, berichtete Hermann Temme.

Vor allem die stadtauswärts gelegene Haltestelle vor der Wohnstätte der Lebenshilfe werde von einer Vielzahl von Schülern genutzt, die in Richtung Steinheim oder Nieheim fahren müssten. Dort gebe es zum Beispiel keine Buswartehalle. „Und die Haltebucht für Busse befindet sich auf der anderen Straßenseite, wo sie an sich nicht gebraucht wird“, nannte der Bürgermeister ein weiteres Argument.

Wie Johannes Groppe ergänzte, habe es zwei Anwohnerversammlungen gegeben. „Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit den Anliegern“, führte er aus. In einer ersten Variante habe man vorgehabt, 33 Platanen zu fällen. Es habe sich aber herausgestellt, dass die Allee unter Landschaftsschutz stehe. So müssen nun elf Bäume fallen, die jedoch ersetzt werden. Die Fahrbahn wird nach seinen Ausführungen 7,50 Meter breit. Autofahrer und Radfahrer müssen sich diese teilen. Auf jeder Straßenseite gibt es einen Fahrradschutzstreifen der überfahrbar ist – ähnlich wie in der Warburger Straße, wo diese Baumaßnahme schon abgeschlossen ist.

„Wir haben nur positive Rückmeldungen von dort erhalten“, sagte Bürgermeister Hermann Temme. Und wie in der Warburger Straße, werden auch die Anlieger der Nieheimer Straße für diese Baumaßnahme nicht zur Kasse gebeten. Die Zahl der Stellplätze in dem Bereich wird sich nach Angaben von Johannes Groppe auf 13 verringern.

Leitungen erneuern

Franz-Josef Sentler ergänzte, dass bei dieser Gelegenheit die Infrastruktur von Strom-, Wasser- und Abwasserentsorgung erneuert werde. Zudem werde ein 20 KV-Stromkabel für die Firma FSB verlegt. Die Arbeiten erfolgen in zwei Bauabschnitten: Der erste reicht von der Ringstraße bis zum Fußweg von der Nieheimer Straße zur Richard-Knoche-Straße. Er soll Mitte Juni beendet seit. Anfang Juni beginnen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt. Die gesamte Maßnahme soll Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Straße ist bis dahin voll gesperrt. Entsprechende Umleitungen sind ausgeschildert.

Ob die Prozession zum Annentag trotz Baumaßnahme den gewohnten Weg gehen kann, lässt sich nach Aussage Franz-Josef Sentlers jetzt noch nicht sagen. „Es ist durchaus möglich, dass diese in diesem Jahr über die Ringstraße führen muss“, räumte er ein.

Alexander Frewer erläuterte, dass man bei dieser Gelegenheit auch die Hausanschlüsse der Grundstücke überprüft habe. Wo Schäden vorhanden seien, würden diese im Zuge der Baumaßnahme repariert – das allerdings auf Kosten der Hauseigentümer. „Es wäre aber sinnlos, so etwas jetzt nicht zu machen. So fallen nur die Reparaturkosten an, die Tiefbauarbeiten sind ja ohnehin notwendig“, erläuterte er.

Bei dem Projekt rechnen die Experten mit 2800 Kubikmeter Bodenaushub. Es werden 4200 Tonnen Schotter verbaut. 2300 Quadratmeter Asphaltdecke entstehen und 2000 Quadratmeter Verbundsteinpflaster.

Dr. Michael Turk und Jochen Bracht nannten beide den Erhalt der Bäume als größte Herausforderung der Baumaßnahme.

Bäume als Herausforderung

Die kostet insgesamt 1,16 Millionen Euro. 903.000 Euro entfallen auf den Straßenbau inklusive Bushaltestellen, der Rest auf den Wasser- und Abwasserbereich. Die Kosten für den Radfahrschutzstreifen werden mit 65 Prozent gefördert, der Bau der Bushaltestellen zu 90 Prozent. „Mit dieser Baumaßnahme wird unsere Stadt in Sachen Mobilität und Verkehr fit für die Zukunft gemacht“, ist Hermann Temme zuversichtlich

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