Gärtner Florian Bracht vom Raiffeisen-Markt Brakel gibt Tipps
Gartenfreunde in den Startlöchern

Brakel (WB). Die weiße Pracht lässt auf sich warten. Der Frost gibt, wenn überhaupt, nur kurze Gastspiele. Auch wenn der Winter keiner ist, erwacht bei den Menschen jetzt, da die Tage schon etwas länger werden, die Freude auf das Frühjahr. Im Garten ist es mit der Ruhe bald vorbei. Mit ersten Arbeiten, Obstbaum- oder Strauchrückschnitten zum Beispiel, können Gartenfreunde an frostfreien Tagen schon starten, erläutert Florian Bracht (35), Gärtner im Raiffeisen-Markt Brakel der Agravis Kornhaus Ostwestfalen GmbH.

Freitag, 10.01.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 07:30 Uhr
Gärtner Florian Bracht gibt Tipps für den Garten. Foto: Sabine Robrecht

Auch wenn der milde Winter sogar das Unkraut schon wachsen lässt, rät Florian Bracht zur Zurückhaltung. Beispiel: düngen. „Wenn der Winter doch noch kommt, war alles umsonst, weil die Pflanze den Dünger im Boden nicht aufnehmen kann.“ Grundsätzlich gelte es zu düngen, sobald die Knospe einer Pflanze aufgeht, skizziert Florian Bracht den richtigen Zeitpunkt. Das Zurückschneiden sei bei einigen Obstbäumen und Sträuchern an frostfreien Tagen schon jetzt möglich. „Die Rosen sollten aber im Winterschutz belassen werden.“ Und auch bei Gräsern rät der Profi zur Vorsicht. „Wenn sie kurz sind und doch noch Schnee fällt, könnten sie in der Mitte anfangen zu faulen.“

Mäuse kommen durch kleinste Ritzen

Wer jetzt schon Rindenmulch aufbringen möchte, tue das am besten nur dann, wenn der Boden durchgefroren ist. „Andernfalls werden Kleintiere angelockt“, warnt der Fachmann. Beispiel: Mäuse. Die gebe es mehr als genug. 2019 war ein Mäusejahr. Die Plage reißt wegen der warmen Winter nicht ab. „Jeden Tag kommen Kunden rein und fragen uns, was sie tun können.“ Zunächst sollten, so Florian Bracht, die Kellerfenster zu sein. „Mäuse kommen durch die kleinsten Ritzen.” Auch halten sie sich gern dort auf, wo Holz gelagert wird. „Diesen Platz sollten die Menschen ihnen wegnehmen.“ Zur Bekämpfung gibt es, so der Gärtner, neben den klassischen Klappfallen auch Lebendfallen. Und: „Wühlmäuse kann man mit Ultraschall-Geräten abschrecken.“ Die steckt man in den Boden. „Diese Geräte wirken auch gegen Maulwürfe.“

Vögel ganzjährig füttern

Diese Winteridylle lässt auf sich warten. Trotzdem sollten die Vögel im Garten gefüttert werden.

Diese Winteridylle lässt auf sich warten. Trotzdem sollten die Vögel im Garten gefüttert werden. Foto: Sabine Robrecht

Im Gegensatz zu Nagern sind Vögel in den Gärten gern gesehene Gäste. Damit sie bleiben, empfehle es sich, sie ganzjährig – also auch jetzt – zu füttern. „Vögel halten sich dort auf, wo Futter ist. Ansonsten ziehen sie weiter.“

Während sich Gartenbesitzer an ihren gefiederten Gästen erfreuen, können sie sich schon mal die ersten Aussaat-Termine vormerken. „Ende Januar, Anfang Februar geht es mit den frühen Gemüsesorten los“, sagt Florian Bracht. In der Pflanzzeit im zeitigen Frühjahr sollten Gartenfreunde bei frostfreier Witterung zügig zum Spaten greifen. Denn: „Es wäre gut, wenn die Pflanzen die Anwachszeit im Sommer hinter sich haben.“ Sonst müsse um so mehr gegossen werden – zumal die Sommer inzwischen sehr heiß sind.

Zunächst aber recken sehr bald die ersten Schneeglöckchen ihre Blütenköpfchen aus dem Boden. Viele Gartenfreunde fangen an, Obstbäume zu schneiden und erkundigen sich im Raiffeisenmarkt nach den Schnittterminen. Bei der Gelegenheit nehmen sie Vogelfutter mit. Und fragen um Rat angesichts der Mäuse, die keine „Winterpause“ eingelegt haben.

Primeln pflanzen und Fruchtmumien entfernen

Primeln können schon jetzt einen Hauch von Frühling ins Haus holen. Die Gärtner in NRW haben nach Angaben der Landwirtschaftskammer mehr als 20 Millionen Primeln in ihren Gewächshäusern aufgezogen. Die Frühblüher sind winterhart und vertragen durchaus Temperaturen unter null Grad.

Primeln kann der Hobbygärtner auch bei kaltem Wetter pflanzen. Der Boden sollte allerdings nicht gefroren sein. Bei Temperaturen von weniger als minus zwei Grad reichen schon einige Lagen Zeitungspapier, um die Blüten der Primeln vor dem Frost zu schützen. Im nächsten Frühling blühen sie dann erneut. Bei Bedarf können die Primeln vier bis fünf Tage nach dem Kauf im Haus zwischengelagert werden.

Im Obstbaum hängende Fruchtmumien von Kern- und Steinobst, die von der Monilia-Fäule befallen sind, sollten jetzt im Winter entfernt werden. Betroffen sind vor allem Äpfel, Birnen, Quitten, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Renecloden und Pfirsiche. Darauf weist der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW hin.

Die Erreger der Monilia-Fruchtfäule, Monilinia fructigena und Monilinia laxa, überdauern an verdorrten Früchten und breiten sich später erneut aus. Die Ansteckungsgefahr ist für Früchte mit kleinen Wunden besonders groß.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7181123?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851041%2F
Touristen müssen bis 2. November raus aus Schleswig-Holstein
Hinweis auf die Maskenpflicht in Timmendorfer in Schleswig-Holstein Strand.
Nachrichten-Ticker