Rettungsleitstelle verzeichnet mehr als 31.000 Einsätze – Neues AML-System eingeführt
Handy übermittelt Standort

Brakel (WB/thö). 39 Einsätze hat die Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst in der Neujahrsnacht koordiniert. Neben dem Brand einer Scheune in Erwitzen waren verteilt über den Kreis Höxter drei kleinere Brandeinsätze zu bewältigen. In Willebadessen kam es um kurz nach Mitternacht zu einem Kleinbrand im Freien, in Höxter brannten auf dem Wall Reste von Feuerwerkskörpern und in Steinheim eine Mülltonne.

Donnerstag, 02.01.2020, 08:07 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 09:00 Uhr
Andreas Lücke, Rolf Breker, André Meyer, Guido Lindemann (von links) und Andreas Lücke (sitzend) haben in der Silvesternacht in der Kreisleitstelle die Rettungseinsätze koordiniert. Der erste Alarm kam am Neujahrsmorgen um 0.15 Uhr. Foto: Reinhold Budde

Der Rettungsdienst musste 35 Mal ausrücken. „Vier Einsätze resultierten aus dem unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern“, sagte Johannes Ritter, Chef der Kreisleitstelle in Brakel, am Neujahrstag. Darüber hinaus mussten die Sanitäter routinemäßige Einsätze bewältigen, von denen ein Großteil auf starken Alkoholkonsum zurückzuführen war.

Rückblick

Im vergangenen Jahr wurden in der Zeit vom 1. Januar bis zum 20. Dezember 2019 in der Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst des Kreises Höxter insgesamt 31.225 Einsätze bearbeitet. „Diese Einsätze beziehen sich auf Hilfeersuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreis Höxter und Gebieten angrenzender Kreise und Länder, die die Leitstelle Kreis Höxter in der Notfallrettung mit zu versorgen hat“, berichtet Ritter. Das Aufkommen im Bereich Rettungsdienst betrug 29.102 Einsätze, für den Bereich der Feuerwehr waren 2123 Einsätze zu verzeichnen.

Gegenüber dem Jahr 2018 mit insgesamt 29.015 Einsätzen (26.802 Rettungsdienst- und 2.213 Feuerwehreinsätzen), stieg das Einsatzaufkommen im Rettungsdienst leicht an. Das Einsatzaufkommen der Feuerwehr dagegen blieb fast auf dem Stand von 2018.

Ein Grund für die erneut hohe Anzahl der Feuerwehreinsätze ist einmal mehr das Wetter. Der Kreis Höxter ist im Jahr 2019 gleich von zwei starken Unwettern heimgesucht worden: Sturmtief Eberhard am 9. und 10 März sowie ein Starkregen am 15. Oktober. Beide Unwetter machten ein Eingreifen von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen erforderlich.

Standortbestimmung

Seit einigen Wochen wendet die Kreisleitstelle die genaue Standortbestimmung mit Hilfe von „Advances Mobile Location (AML)“ an. Das System erlaubt die genaue Ortung von Hilfesuchenden. „Im Ernstfall kann das Leben retten“, stellt Ritter fest. Wenn mit dem Handy die Notrufnummer 112 gewählt wird, werden per AML automatisch Standortdaten an die Rettungsleitstelle gesendet. Und das bis auf wenige Meter genau. AML-Daten basieren auf exakten GPS-Koordinaten und sind damit weitaus genauer als die bisherige grobe Ortung über Funkzellen. 73 Prozent der Notrufe würden europaweit über Mobiltelefone abgesetzt, so der Leitstellenchef.

Wenn ein Autofahrer auf einem abgelegenen Feldweg verunglücke und nicht genau wisse, wo er sei, komme AML zum Einsatz. „Im Notfall einfach die 112 anrufen und die Rettungsleitstelle kann den Unfallort lokalisieren“, rät Johannes Ritter.

Damit das AML-System funktioniere, müssten Nutzer eines Smartphones ihre Standortdaten im Handy nicht einmal aktiviert haben. GPS werde beim Wählen der 112 automatisch eingeschaltet, damit die Standortdaten an den Rettungsdienst übermittelt werden könnten.

AML sei keine App, sondern bereits im Betriebssystem des Smartphones integriert. AML nutze für die Standortbestimmung nicht nur die Funkzellenposition; hier sind die Unsicherheitsradien sehr groß (100 Meter bis 30 Kilometer), sondern insbesondere auch andere, in den Smartphones integrierte Funktionen zur Positionsbestimmung wie WLAN und GPS. „Hierdurch können Standortdaten mit einer Genauigkeit von wenigen Metern an die Leitstellen gesendet werden“, erläutert Johannes Ritter.

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