Regionalgruppe Ostwestfalen-Lippe tagt in Brakel Historisches digital erlebbar machen

Brakel (WB). Historische Stadtkerne digital erlebbar machen – diese Idee steckt hinter dem Projekt »Regionale 2022 – L(i)ebe deine Stadt!«. Die Regionalgruppe Ostwestfalen der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW hat sich am Freitag bei ihrer Sitzung in Brakel unter anderem mit diesem Thema beschäftigt.

Von Frank Spiegel
Auch der historische Stadtkern von Brakel soll digital erlebbar gemacht werden. Bis zum Jahr 2022 soll das Projekt umgesetzt sein.
Auch der historische Stadtkern von Brakel soll digital erlebbar gemacht werden. Bis zum Jahr 2022 soll das Projekt umgesetzt sein. Foto: Frank Spiegel

Die Mitglieder der zwölf Kommunen waren sich bei der Tagung unter dem Vorsitz von Brakels Bürgermeister Hermann Temme einig, die Kommunalberatung Complan damit zu beauftragen, die Städte bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Hermann Temme freute sich, dass mit Prof. Dr. Ansgar Brunn von der Fakultät Kunststofftechnik und Vermessung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt auch ein Brakeler seine Hilfe angeboten hat.

Hochschule im Boot

Mit im Boot sei aber auch die heimische Hochschule OWL. Der in Nieheim geborene Professor Jürgen Jasperneite, Ingenieur und Professor für Computernetze an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Lemgo, werde hier tätig.

»Historischen Stadtkernen haftet ja oft das Image an, dass diese nur für ältere Herrschaften interessant sind, die sich für Denkmäler interessieren«, führte Bernd Zimmermann, stellvertretender Leiter der Regionalgruppe aus. Jüngere Leute sollten nun dadurch erreicht werden, dass ihnen zu historischen Stadtkernen und Denkmälern auf digitaler Ebene ein Zugang eröffnet werden soll.

Dreidimensionale Modelle

Konkret könnten dies etwa dreidimensionale Stadtmodelle sein, wie man sie etwa von Metropolen in Google-Maps kenne. Ob auch die Stadtkerne diese Plattform wählen, werde noch geprüft. In jedem Fall sollten junge Menschen aber die Möglichkeit bekommen, in den Städten des Arbeitskreises historische Bausubstanz modellieren zu können. »Und auf diese Weise beschäftigen sie sich mit den historischen Stadtkernen«, berichtete Dr. Reiner Austermann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW und Vorgänger von Hermann Temme.

Ziel soll es sein, die Städte virtuell zu besuchen und sich so informieren zu können. Zusätzliche Links sollen dazu beitragen. »Einen Besuch in den Städten kann und soll das natürlich nicht ersetzen«, stellte Bernd Zimmermann klar.

16.000 Euro soll das Projekt kosten. Die zwölf Städte werden sich die Kosten teilen. Sie hoffen auch auf weitere öffentliche Förderung.

Uwe Rafflenbeul, Leiter des Dezernates Städtebau, Bauaufsicht, Bau-, Wohnungs- und Denkmal­angelegenheiten sowie -förderung bei der Bezirksregierung, führte aus, dass diese das Projekt sehr positiv sehe. »Wir werden die Arbeitsgemeinschaft beraten, damit die Förderanträge auch an den passenden Stellen gestellt werden«, versprach er.

Auch mit der Frage des Wohnens im historischen Stadtkern hat sich die Regionalgruppe befasst. »Hier gilt es bau- und planungsrechtliche Genehmigungen zu ermöglichen«, erklärte Hermann Temme. Die Politik müsse hier auch neue Wege aufzeigen. Bernd Zimmermann ist davon überzeugt, dass das Image des Wohnens in der Innenstadt dabei sei, sich zu wandeln. Entscheidend sei dabei auch immer die Infrastruktur. Er erkenne durchaus eine Tendenz sowohl bei jungen Familien als auch bei Alleinstehenden, in die Innenstädte zu ziehen.

Wohnen in der Stadt

Dass der Name Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW vielleicht etwas trocken klinge, räumte Dr. Reiner Austermann ein. Die Themen, mit denen sich dieser befasse, seien aber immer nah am Menschen. Hier gehe es viel um Gefühl und um Lebensqualität.

Hermann Temme bestätigte, dass auch die dreistündige Sitzung am Freitag geprägt gewesen sei von intensiver Arbeit und des Austauschs untereinander. Das geschehe immer in vertrauensvoller und freundschaftlicher Atmosphäre. »Die Regionalgruppe ist ein ideales Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit«, sagte Hermann Temme.

In der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile 59 historische Stadt- und Ortskerne zusammengeschlossen. Es gibt sechs Regionalgruppen. Die Gruppe Ostwestfalen-Lippe ist mit zwölf Mitgliedern die größte.

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