264. Annentag: Manche Schausteller arbeiten bis zur letzten Minute
»Wir sind startklar«

Brakel (WB). Am Annenzelt wird seit mehr als einer Woche gearbeitet. Manche Schausteller reisen erst einen Tag vor Beginn der Kirmes an, andere benötigen zwei Tage für ihre Vorbereitungen – so wie Fredy Schneider. »Auch wenn das Geschäft nicht so groß ist wie das Riesenrad, müssen viele Dinge erledigt werden, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Zwei Tage brauchen wir schon. Aber nun sind wir startklar«, sagt Schneider.

Freitag, 02.08.2019, 11:58 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 12:00 Uhr

Er entstammt einer alten Schaustellerfamilie und ist mit dem Geschicklichkeitsspiel »Treasure Island« beim 264. Annentag. »Fredy kommt von Alfred. So hieß mein Onkel, ebenfalls Schausteller. Mein Großvater August hatte ein Riesenrad, mein Vater hieß auch August und hatte eine Achterbahn«, gibt Schneider einen kleinen Einblick in die Familientradition während er eine kleine Reparatur an einem der Geräte vornimmt.

Improvisationstalent

Profiwerkzeug und Improvisationstalent sind bei solchen Einsätzen oft gefragt. Skeptisch beäugt Hundedame Bailey das Tun des Chefs aus der Distanz. Sie genießt die Ruhe vor dem Sturm. Nur selten noch zwängt sich ein Schaustellerfahrzeug zwischen den Buden hindurch.

Hinter dem Annenzelt stehen die Autos der Firma »Die Schmücker« aus Halle in Westfalen. »Wir bringen Gemütlichkeit ins Zelt«, fasst Chefin Gerti Schinker die Aufgaben zusammen, die das Unternehmen im Auftrag von Zeltbetreiber Elmar Meilenbrock übernommen hat.

Blickfänge im Festzelt

»Alles, was aus Stoff ist, stammt von uns«, sagt sie beim Blick in das noch leere Zelt. Grüne und rote Stoffbahnen lassen die Aluminiumträger verschwinden. Blumen und Gräser sind Blickfänge auf dem Holzboden im Festzelt. 14 Mitarbeiter hat der Betrieb. Heute sind vier von ihnen in Brakel im Einsatz. Einen Tag lang beweisen sie dort, dass sie ihr Handwerk verstehen. »Wir sind auch Ausbildungsbetrieb«, lässt Gerti Schinker wissen, während sie lange Gräser zusammenbindet. »Gestalter für visuelles Marketing« heißt der Ausbildungsgang. »Früher nannte man das Schauwerbegestalter«, erklärt die Fachfrau.

Experten ihres Fachs sind auch die Männer, die mit dem Lastwagen mit Auflieger zwischen den Karussells am Feuerteich rangieren. Hier ist Zentimeterarbeit gefragt. Zwei Einweiser achten darauf, dass der Truck nicht aneckt. »Vor allem an die Vordächer der Fahrgeschäfte wird schnell schon mal nicht gedacht«, sagt der Lkw-Fahrer. Er gehört zum Team des »Fire Department«. Auf fünf Etagen gibt es dort mehr als 55 Spieleffekte.

Kontrolle in 30 Metern Höhe

In direkter Nachbarschaft ist das »Artistico« bereits komplett aufgebaut. Etwa einen Tag dauert das, nur viereinhalb Stunden benötigt die Mannschaft für den Abbau. Jeden Tag muss ein Mitarbeiter in 30 Meter Höhe klettern, um zu kontrollieren und drehende Elemente abzuschmieren.

Besonders zeitig sind die Beschicker der Gourmet-Meile mit ihren Aufbauarbeiten fertig gewesen. Sie haben heute kurz vor Kirmesbeginn noch einmal alle Hände voll zu tun – schließlich soll alles frisch über die Theke gereicht werden.

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