Helmut Don erarbeitet Chronik über den Istruper Gesangverein von 1868
Ein gewichtiges Präsent zum Jubiläum

Brakel-Istrup (WB). Zum Abschluss des Jubiläumsjahres hat Helmut Don der Chorgemeinschaft Liedertafel Istrup noch ein besonderes Geschenk gemacht: 600 Seiten stark und prall gefüllt mit Informationen, Bildern und Zeitungsausschnitten ist die Chronik, die der 67-Jährige akribisch zusammengestellt hat.

Mittwoch, 03.04.2019, 04:21 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 04:30 Uhr
Nach einem halben Jahr Arbeit ist sie fertig: Helmut Don hat eine Chronik über den Istruper Gesangverein zusammengestellt. Das Werk umfasst 600 Seiten und ist eine Rückschau auf die 150-jährige Geschichte des Vereins. Foto: Jürgen Köster

Basis für seine Arbeit sind die handgeschriebenen Chronik-Bücher des Vereins gewesen. Diese wurden seit 1952 geführt. Der Dorfchronist hat sie übertragen und mit Bildern hinterlegt. Sechs Monate hat er an diesem Projekt gearbeitet. Nun sind die ersten Exemplare des gewichtigen Werkes bereits verkauft.

Die ersten Eintragungen gehen auf einen Schriftverkehr mit der Stadt Brakel zurück. Dieser stammt aus den Jahren 1897/98. Der frisch gegründete Männergesangverein hatte unfreiwillig das Misstrauen in der Gemeinde geweckt. Ein anonymes Schreiben war an den Landrat gerichtet worden.

Statuten an der Werkstatttür

Darin hieß es, an den Sonntagen und an anderen Tagen in der Woche »versammelten sich einige erwachsene Leute zusammen mit dem Lehrer in der Schule, um dort unerlaubte Kartenspiele – auch um Geld – abzuhalten.« Bei diesen Zusammenkünften würde »durch das Trinken von Bier und Schnaps die Schule verunreinigt.«

Der damalige Pastor Stricker sah sich veranlasst, Stellung zu beziehen: Es sei wahr, dass von Lehrer Ernst ein Gesangverein gegründet sei. Mündlich ist dann überliefert worden, dass die ersten Zusammenkünfte des sich bildenden Vereins in der früheren Schneiderwerkstatt Kretzer abgehalten wurden. Die ersten Statuten des Gesangvereins sollen mit Kreide an die Tür der Werkstatt geschrieben worden und noch viele Jahre dort zu lesen gewesen sein.

Der erste öffentliche Auftritt des Vereins war bei Friedensfeiern oberhalb des Friedhofs. Auf dem Friedensplatz wurden zwei Eichen gepflanzt. Die »Liedertafel« verschönerte diese Feier durch ihren Gesang.

Welche Bedeutung der Verein im Dorf gehabt haben muss, wird aus einem Schriftverkehr zwischen dem Vorstand und der Amtsverwaltung aus dem Mai 1897 deutlich. Der erste Vorsitzende Franz Jungmann bittet darin um Genehmigung für ein zweitägiges Sängerfest mit Tanzbelustigung.

Mehrere Bücher verfasst

»Auf ein Schützenfest wird gänzlich verzichtet, zumal einige alte und fast sämtliche jüngere Schützen Mitglieder des Gesangvereins sind«, schrieb Jungmann. Viele Begebenheiten aus den folgenden Jahren lassen sich anhand der Chronik bestens nachvollziehen. »Manches liest sich spannender als sein Krimi«, urteilt Helmut Don. Viele Namen seien ihm geläufig und auch so manche Geschichte.

»Wenn man es aufschreibt, bleibt auch vieles besser im Gedächtnis«, verrät der Ortschronist, der diese Aufgabe gern für Istrup übernommen hat. Von 2011 bis 2013 ist er auf dem Jacobswegs gepilgert. Aus seinen Aufzeichnungen darüber hat er ebenfalls ein Buch geschrieben. Sein nächstes Projekt, das bereits im Mai fertig sein soll, ist die Chronik der Gemeinde Istrup.

Wer sich für die Chronik der Chorgemeinschaft Liedertafel Istrup interessiert, kann diese bei Helmut Don unter Telefon 0175/233 1642 oder per E-Mail helmutdon2@gmail.com bestellen.

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