Kolping-Berufsbildungswerk bietet neuen Ausbildungsberuf an
Helfer entlasten Pflegende

Brakel (WB). Um die steigende Zahl der zu Pflegenden bewältigen zu können, muss nach Meinung von Landwirtschaftskammer-Geschäftsführer Dr. Josef Lammers auch kreativ gedacht werden. Dem trägt ein neuer Ausbildungsberuf Rechnung, den die Kammer erarbeitet hat und den das Kolping-Berufsbildungswerk (KBBW) anbietet.

Sonntag, 03.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 12:30 Uhr
Dietmar Mantel (von links, Dr. Josef Lammers sowie die Ausbildungsleiterinnen Sarah Ditz und Marianne Schröder haben das neue Berufsbild vorgestellt. Auszubildende Christina Böhner zeigt, wie Facetten des Berufes aussehen können. Foto: Frank Spiegel

»Mit dem neuen Angebot ›Fachpraktiker/in für personenbezogene Serviceleistungen‹ reagiert das Kolping-Berufsbildungswerk Brakel auf die Herausforderungen des Arbeitsmarkts angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft«, erläuterte KBBW-Geschäftsführer Dietmar Mantel.

Hilfsbedarf steigt

Nach vorläufigen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums seien Ende 2017 3,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig gewesen. Mantel: »2030 rechnen wir in Deutschland bereits mit 4,1 Millionen. Der Bedarf an Betreuungs- und Unterstützungsleistungen wird enorm steigen – und das, wo schon heute der Mangel an Fachkräften deutlich spürbar ist.« Die Helfer könnten das abfedern und die Pflegekräfte so entlasten. Der Geschäftsführer ist sicher: »Mit dem Thema laufen wir bei Pflegeeinrichtungen offene Türen ein.«

Zielgruppe für die neue Ausbildung sind Jugendliche mit Förderbedarf. Das Konzept für die dreijährige Erstausbildung entstand unter Federführung der Landwirtschaftskammer NRW. »Die Idee dazu hatten wir schon vor vielen Jahren«, berichtete Dr. Josef Lammers.

Zusammen mit Marianne Schröder, Ausbildungsberaterin im Bereich Hauswirtschaft bei der Kammer, freut er sich, dass das Ziel nun erreicht ist.

Der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer sieht einen großen Bedarf an Arbeitskräften in dem neuen Beruf. »Sie können Hilfstätigkeiten leisten, die das gesamte System stabilisieren«, ist er überzeugt.

System stabilisieren

»Zu den Lehrinhalten zählt neben den grundlegenden Aufgaben der klassischen Hauswirtschaft wie Wäschepflege, Hausreinigung und Vorratshaltung vor allem die personennahe Unterstützung pflegebedürftiger Personen«, erläuterte Marianne Schröder. Hilfe bei der Körperpflege, bei der Nahrungszubereitung oder dem An- und Auskleiden, das richtige Verhalten bei der Begleitung nach draußen oder auch die pädagogisch einfühlsame und motivierende Durchführung eines Beschäftigungsangebots seien Lernschwerpunkte der Fachpraktikerausbildung.

Die späteren Einsatzmöglichkeiten für die ausgelernten Fachkräfte sind nach ihren Aussagen vielfältig. Sie arbeiteten in stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen, Privathaushalten, Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation, in der Kindertagesbetreuung oder Jugendhilfe.

»Ideal ist, dass das Berufskolleg die Berufsschulausbildung übernimmt. Das erspart unseren Schülern lange Wege«, ergänzte Dietmar Mantel.

Für Marianne Schröder ist aber nicht nur der Arbeitsmarkt Nutznießer, auch die Auszubildenden selbst profitierten. »Sie werden so mit einer qualifizierten Berufstätigkeit in den Arbeitsmarkt integriert, und das ist gut für junge Menschen«, sagte sie.

In Arbeitsmarkt integriert

Sie ist überzeugt, dass diese gefragt sein werden. »Es tut sich viel auf dem Arbeitsmarkt, und es wird sich noch viel entwickeln«, ist sie sicher. Dabei legt sie aber auch Wert darauf, dass neben den pflegerischen Facetten des neuen Berufsbildes man auch der Bereich der Hauswirtschaft nicht aus den Augen verlieren dürfe.

Weitere Informationen, Anmeldungen sind beim Kolping-Berufsbildungswerk Brakel, Telefon 05272/301-157 im Service-Büro von Montag bis Freitag möglich.

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