Extremschwimmer André Wiersig fasziniert und überrascht
»Aufgeben ist auch eine Option«

Brakel (WB). »Wer sich etwas vorgenommen hat, der bekommt schon mal ein ganz anderes Selbstbewusstsein« – diese Empfehlung hat Extremschwimmer André Wiersig gut 200 Teilnehmern des Azubi-Aktionstages im Berufskolleg Brakel mit auf den Weg gegeben.

Samstag, 08.09.2018, 11:47 Uhr aktualisiert: 08.09.2018, 11:50 Uhr
Extremschwimmer André Wiersig hat beim Azubi-Aktionstag im Berufskolleg seine Zuhörer beeindruckt. Foto: Jürgen Köster

Vorgenommen hat der Paderborner sich die Oceans Seven Challenge. Sieben Meeresengen auf fünf Kontinenten müssen dabei durchschwommen werden. Zeit spielt keine Rolle. Wiersig hat bereits fünf Kanäle erfolgreich durchschwommen: Ärmelkanal (2014, 9 Stunden, 43 Minuten), Kawai Channel (2015, 16 Stunden, 26 Minuten), Northchannel (2016, 12 Stunden, 17 Minuten), Santa Catalina Channel (2017, 9 Stunden, 48 Minuten) und die Tsugaro Strait (2018, 12 Stunden, 55 Minuten).

20 Firmen vertreten

Jetzt fehlt ihm noch die Cook Strait in Neuseeland (geplant für 2019) und die Straße von Gibraltar. »Das ist im Vergleich zu den anderen Strecken wie eine Kaffeerunde«, sagte Wiersig bei der Veranstaltung, zu der die beiden Wirtschaftsinitiativen WIH im Kreis Höxter sowie Weserpulsar im Kreis Holzminden geladen hatten.

Gut 20 Firmen waren vertreten. Viele Azubis aus fast 30 Ausbildungsgängen waren in Berufskleidung erschienen. »Sie hingen dem Extremsportler wirklich an den Lippen. Er hat die jungen Menschen fasziniert«, freute sich stellvertretender WIH-Vorsitzender Mark Becker nach dem Vortrag.

Faszinierend waren die Schilderungen des Extremschwimmers durchaus – nicht nur wenn er beispielsweise von Begegnungen mit Haien berichtet. Noch viel gefährlicher seien allerdings Riesen-Kalmare. Bei seinem nächsten Projekt, der Durchquerung der Cook Strait vor Neuseeland, warteten natürlich wieder gefährliche Haie, aber vor allem giftige Quallen.

Mit der portugiesischen Galeere habe er schon Bekanntschaft gemacht. In der Cook Strait gebe es die noch giftigeren Würfelquallen. »Du hast das Gefühl, der Arm ist ab. Ich habe monatelang meine Finger nicht mehr gespürt«, beschrieb er die Folgen seiner Begegnung mit einer portugiesischen Galeere.

»Aufgeben ist natürlich immer eine Option«, überraschte Wiersig seine Zuhörer. Man sollte das auch zulassen. »Man denkt darüber nach, aber macht weiter«, sei eine weitere Entscheidungsmöglichkeit. Je mehr man nachdenke, desto kleiner werde die Bereitschaft aufzugeben.

Ohne das Team geht nichts

Und noch etwas sei für ihn bei allen seinen Projekten besonders wichtig gewesen: das Team hinter ihm. »Man ist immer nur so gut wie die Leute, die hinter einem stehen«, gab er den jungen Leuten mit auf den Weg. »Arbeitet an eurem Umfeld, pflegt eure Freundschaften. Ihr werdet alle in Situationen kommen, wo ihr diese Menschen braucht.«

Und viele Dinge könne man ändern, wenn man sich etwas außerhalb der Komfortzone bewege. So könne es gelingen, Selbstbewusstsein zu entwickeln, selbstsicher zu werden und sich selbst zu vertrauen. »Das gibt einem viel. Man ist plötzlich kein Opfer mehr«, sagte Wiersig.

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