Schüler der Brede gestalten Ausstellungen an elf Stationen »Leben und Werk im Koffer«

Brakel (WB). Brakel ist im Droste-Fieber: Seit diesem Freitag sind in elf Geschäften Präsentationen zum Thema »Leben und Werk im Koffer« zu sehen, am Sonntag wird die Ausstellung »Sehnsucht in die Ferne – Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff« in der »Alten Waage« eröffnet.

Von Frank Spiegel
Johanna Koch (von links), Eva Waldeyer und Nicole Wieners inmitten der Ausstellung, die sie im Modehaus Clara Fischer am Thy in Brakel aufgestellt haben: Wie an den anderen Orten auch steht ein Koffer im Mittelpunkt.
Johanna Koch (von links), Eva Waldeyer und Nicole Wieners inmitten der Ausstellung, die sie im Modehaus Clara Fischer am Thy in Brakel aufgestellt haben: Wie an den anderen Orten auch steht ein Koffer im Mittelpunkt. Foto: Frank Spiegel

Die Präsentationen in den Fachgeschäften Tensi, Mode Sünkeler, Blumenstudio Wecker, Uhren Müller, Buchhandlung Schröder, Modehaus Clara Fischer, Brakeler Bürobedarf, TUI-Reisecenter, Annen-Apotheke, Blumen Schunicht und im Rathaus sind ein Kunstprojekt der Klasse 9c der Schulen der Brede. Die Idee dazu hatte die Lehrerin Maria Frese. Sie wählte den so genannten Museumskoffer als zentrales Element jeder Ausstellung. »Dabei handelt es sich im eine didaktische Methode, bei der sozusagen ein Museum im Kleinen entsteht«, berichtet sie.

Mensch, Dichterin und Reisende

Themen, die in den einzelnen Fachgeschäften zu sehen sind, sind unter anderem Annette von Droste Hülshoff als Mensch, als Dichterin oder als Reisende. »Und eine Ausstellung beschäftigt sich auch mit der Judenbuche«, erläutert Maria Frese. Mit dem wohl berühmtesten Werk der Droste hätten sich die Schülerinnen und Schüler fächerübergreifend sowohl im Deutsch- als auch im Kunstunterricht befasst. »Im Deutschunterricht stand ohnehin das Thema ›Novelle‹ auf dem Lehrplan. Da nutze ich sehr gern die ›Judenbuche‹, und das kommt auch immer sehr gut an«, so die Lehrerin. Die Schülerinnen und Schüler fänden es sehr attraktiv, wenn es um einen Stoff gehe, der vor der eigenen Haustür spiele.

Rolle der Frau im Blickpunkt

»Und zusätzlich spannend wird es, wenn es dann auch noch einen anderen Zugang über die praktische Arbeit gibt – in diesem Fall die Ausstellungen in den Geschäften«, ergänzt sie. Johanna Koch, Eva Waldeyer und Nicole Wieners haben die Ausstellung zur Droste im Modehaus Clara Fischer gestaltet. Das Thema hier: »Die Rolle der Frau«. Und so ist ein Kleid aus der Zeit der Droste ebenso zu sehen wie Wäsche auf der Leine und in dem Museumskoffer allerlei Dinge, die typisch für die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert waren. Aber der Betrachter muss nicht nur zusehen, er darf auch mitmachen. »Nimm Dir ein Schälchen, atme tief ein, rieche die natürlichen Kräuter und versuche nachzuvollziehen, wie eine Frau früher solche zubereitete«, steht dort auf einem Informationsblatt.

Schüler sind mit Begeisterung dabei

Eine Puppe verdeutlicht die Rolle der Frau als Mutter, ein Brief erzählt vom Alltag der Annette von Droste-Hülshoff. »Seien Sie kreativ und lassen Sie die Gegenstände des Koffers auf sich wirken«, ermuntern die Schülerinnen dazu, sich durch das Gesehene inspirieren zu lassen. »Die Schülerinnen und Schüler waren mit Begeisterung dabei«, freut sich Maria Frese. Die Aussicht, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht in irgendeiner Sammelmappe verschwinde, sondern Teil einer Ausstellung sei, habe zusätzlich motiviert. Zwei Wochen lang sind die Präsentationen nun zu sehen. Sie gehören zum Begleitprogramm der Ausstellung »Sehnsucht in die Ferne – Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff«, die Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird.

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