Landwirte aus dem gesamten Kreisgebiet informieren sich in Brakel Experten geben Tipps für die Düngung

Brakel (WB). Auf landwirtschaftlichen Flächen werden Kulturen angebaut, welche zur Pflanzenernährung gedüngt werden. Dies kann über organische Düngemittel wie Gülle oder Festmist, aber auch mit mineralischen Düngemitteln erfolgen. Dass dieses hohe Anforderungen an Materialqualität und Technik darstellt, haben Landwirte aus dem gesamten Kreisgebiet jetzt bei einer Veranstaltung, organisiert von der Gewässerschutzberatung im Kreis Höxter, eindrucksvoll erfahren.

»Nur mit einer ordentlichen Verteilung der berechneten Düngemittel ist eine effiziente Düngung möglich. Diese kann dann ökonomisch und ökologisch vertretbar durchgeführt werden. Dies ist ein absoluter Grundsatz in der Gewässerschutzberatung und wesentlicher Baustein bei der Umsetzung der neuen Düngeverordnung«, betonte Georg Gievers von der Wasserkooperation Höxter bei der Begrüßung der Landwirte auf dem Schäferhof bei Brakel.

Gute Maschinen reichen nicht

Der Betrieb ist Sitz der »A + H Güter KG«. »Seit 2015 ist dies ein Zusammenschluss der landwirtschaftlichen Betriebe der Familien von Asseburg und von Haxthausen«, stellte der Verwalter Rudi Borgwald einleitend den Betrieb und dessen Struktur vor.

Mit den Worten »Falls Sie glauben, dass Sie automatisch Dünger ordentlich verteilen, nur weil Sie den besten Düngerstreuer neu gekauft haben, dann irren Sie sich gewaltig«, begrüßte der Hauptreferent Ulrich Lossie die Landwirte.

Der Referent ist Abteilungsleiter Agrarwirtschaft bei der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik in Nienburg und seit Jahren im Bereich Düngerstreuer-Technik tätig. Eine gute Düngerverteilung fängt nach seinen Worten bei dem zu verwendenden Material an. »Der Dünger sollte eine einheitliche Qualität haben.«

Der Weg von der Produktionsstätte hin zum Endverbraucher habe einen Einfluss, denn mit jeder Umladung oder neuen Einlagerung verliere der Dünger an Qualität. Viele Fehler würden auch bei der Lagerung gemacht. Die mineralischen Dünger müssten bei der Einlagerung durch Abdeckung vor Feuchtigkeit geschützt werden, um die Fließfähigkeit zu erhalten.

Richtige Lagerung ist wichtig

Auch müsse Dünger mit gleicher Erzeugerherstellung eingelagert werden, da unterschiedliche Herkünfte unterschiedliche Qualitäten bedingen. »Nehmen Sie Ihre Handelspartner für die Lieferung von einheitlichen Qualitäten in die Pflicht, denn letztendlich bezahlen Sie dies«, so Lossie zum Ende der theoretischen Ausführungen.

Im Anschluss wurde den Teilnehmern anhand eines praktischen Düngerstreuereinsatzes gezeigt, wie die Verteilqualität von Mineraldünger eigenständig überprüft werden kann. Hierzu werden auf der Arbeitsbreite der Maschine Streuschalen aufgestellt und nach der Düngung in diesem Bereich ausgewertet. Auch wurde darauf hingewiesen, dass beim Anbau der Maschinen viele Fehler alleine durch die Einstellungen gemacht werden können, welche Auswirkungen auf die Querverteilung haben können.

Als Beispiel wurde hier der nicht waagerechte Anbau genannt. »Die Düngung in der Landwirtschaft steht in vielen Teilen zurecht in der Kritik«, so Lossie, »und es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, sich diesem Thema zu stellen und konstruktiv zu behandeln«.

Die Teilnehmer haben eine Vielzahl von Aspekten erfahren, welche in den eigenen Betrieben für eine bessere Düngerverteilung umgesetzt werden können. »Dies erfolgt letztlich auch zum Schutz der Umwelt und des Wassers als Lebensmittel für die Bevölkerung«, betonen die Landwirte.

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