Modellbundesbahn-Team erwartet am 26. Mai erste Gäste in Brakel Zur Eröffnung kommt ein »Jumbo«

Brakel (WB). Zum Zeitsprung aus dem Jetzt in die 1970er Jahre reicht das Öffnen einer Tür: Die außen modern anmutende Anlage der Modellbundesbahn empfängt ihre Besucher bereits im Vorraum mit alten Fliesen und einem Türdrücker aus der Jugendstilzeit, bevor sie an die Theke aus rotem Ziegelstein und Eichenholzauflage treten, um ihr Ticket zu lösen. Vom 26. Mai an soll dies möglich sein, wenn die beliebte Anlage wieder öffnet.

Von Jürgen Köster
Norbert Sickmann kontrolliert die nostalgische Bahnhofslampe auf korrekten Halt. Der Beleuchtungskörper vermittelt nach außen hin das Flair der 1970er Jahre. In seinem Inneren wurde moderne Lichttechnik verbaut.
Norbert Sickmann kontrolliert die nostalgische Bahnhofslampe auf korrekten Halt. Der Beleuchtungskörper vermittelt nach außen hin das Flair der 1970er Jahre. In seinem Inneren wurde moderne Lichttechnik verbaut. Foto: Jürgen Köster

Mit wohl dosierter Druckluft reinigt Karl Fischer die Anlage. Foto: Jürgen Koster

Im November des vergangenen Jahres war sie in Bad Driburg abgebaut worden und hatte im Dezember den Umzug vom ehemaligen Güterbahnhof in der Badestadt nach Brakel angetreten.

Noch ist es etwas kalt in der neuen grauen Halle am Beginn des Gewerbegebietes Brakel-West-Riesel. »Die Heizung ist noch nicht angeschlossen«, bedauern Norbert Sickmann und Karl Fischer, die die Modellbundesbahn betreiben.

Doppelflügel-Signal weist den Weg

Wie in Bad Driburg zieht bereits aus größerer Entfernung ein Original-Doppelflügel-Signal die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf sich. »Franz Babik hat sich dafür eingesetzt, dass wir den oberen Flügel und den Blendrahmen von der Deutschen Bahn geschenkt bekamen«, freut sich Fischer.

Er ist aber auch den etwa zehn ehrenamtlichen Helfern dankbar, die ihre Freizeit geopfert haben, um ihn und Sickmann zu unterstützen. So kümmert sich beispielsweise Uwe Rottermund um alles, was mit der Elektrik zu tun hat.

»Was wir selbst machen durften, haben wir in die Hand genommen. Alles andere haben wir an Firmen vergeben«, berichtet Sickmann. Schließlich müssten die Bauauflagen für das Gebäude strikt eingehalten werden. Seitdem der Hallenboden aus Epoxid-Harz ausgehärtet ist, haben die Arbeiten wieder Fahrt aufgenommen.

Die Anlagen-Module Ottbergen und Bad Driburg sind die ersten, die wieder aufgestellt wurden. Sie werden zurzeit – unter anderem mit dem wohl dosierten Einsatz von Druckluft – gereinigt.

Wachstum vor Ort verfolgen

Integriert worden ist in die Halle (675 Quadratmeter) eine Werkstatt (55 Quadratmeter). »Das hat den Vorteil, dass wir nicht immer alles wieder wegräumen müssen, an dem wir arbeiten. Das war in Bad Driburg notwendig«, beschreibt Sickmann.

Markenzeichen: Vor der Halle steht jetzt ein zweiflügeliges Formsignal. Foto: Jürgen Köster

Einen Vorteil werden auch die Hobby-Modellbaufreunde unter den Besuchern haben: Sie können den Weiterbau der Anlage verfolgen.

»Für viele ist das bestimmt spannend. Früher mussten die Module immer extern gefertigt werden. Heute kann man live dabei sein«, hofft Fischer, mit diesem Angebot neben Familien eine weitere Interessengruppe ansprechen zu können.

Eisenbahn-Interessierte dürfen sich zudem auf ein weiteres Ereignis am Eröffnungstag freuen: »Mit einem Sonderzug und der Lokomotive aus der Baureihe 44 kommt ein echter Klassiker nach Brakel«, kündigt Fischer an. Es werden Pendelfahrten nach Altenbeken möglich sein.

Klassiker kommt

Die Modellbundesbahn arbeite hier mit einem ehrenamtlichen Anbieter ( www.nostalgiezugreisen.de) zusammen. Über diesen könnten bereits Tickets für die Fahrten am 26. Mai gebucht werden, erklärt Fischer.

Auch er freue sich auf diesen »Hammer«, denn seit 1999 sei keine 44er mehr unter Dampf in Brakel und Ottbergen zu sehen gewesen. Nun gebe es eine Sonderfahrt mit der schweren Güterzugdampflok 44 1486 von Goslar aus in die ehemalige Wirkungsstätte dieser so genanten Jumbos: das Weserbergland.

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