Ingrid Heuchel schafft Kunstwerk als Brakeler Beitrag für Treffen in Rostock Skulptur vom Hansegedanken inspiriert

Brakel (WB). Rathaus, Kirchturm, Werra und Weser, Bahnschienen samt Tunnel, eine Straße und Himmel – das sind die wesentlichen Elemente einer Skulptur, die die Glaskünstlerin Ingrid Heuchel für die Stadt Brakel geschaffen hat. Sie wird beim Internationalen Hansetag im Juni in Rostock zu sehen sein.

Von Frank Spiegel
Ingrid Heuchel und Hermann Temme haben die Skulptur vorgestellt, die die Stadt Brakel beim Internationalen Hansetag in Rostock repräsentieren wird.
Ingrid Heuchel und Hermann Temme haben die Skulptur vorgestellt, die die Stadt Brakel beim Internationalen Hansetag in Rostock repräsentieren wird. Foto: Frank Spiegel

Dort wird erstmals eine Ausstellung gezeigt, an der sich alle Hansestädte mit einem Ausstellungsstück beteiligen können. »Die Kunstobjekte sollen symbolisch die Hansegeschichte der jeweiligen Stadt widerspiegeln oder auch Verbindungen in Handel, Kultur oder politischen Verknüpfungen darstellen«, erläuterte Dirk Brassel, Chef des Stadtmuseums.

Entwurf gewonnen

Er hat alle Künstler angeschrieben, die sich bisher an der Brakeler Aktion »Kunst findet Stadt« beteiligt hatten und deren Werke einen Monat lang im Rathaus zu sehen waren. Sie hatten die Möglichkeit, sich mit einem Entwurf an der Aktion zu beteiligen. Vier Künstler haben davon Gebraucht gemacht. Neben dem Kunstwerk von Ingrid Heuchel wurden eine weitere Glasskulptur, eine Zeichnung sowie ein Relief eingereicht. Eine Jury, bestehend aus Bürgermeister Hermann Temme, Dirk Brassel und Ulrike Nolte, entschied sich schließlich für das Werk von Ingrid Heuchel.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bellerserin die Nethestadt bei einem Großereignis mit ihrer Kunst vertritt. Bei der Grünen Woche in Berlin zeigte sie im Januar 1999 vor Ort ihre Kunst, als Gehrden sich die ein Jahr zuvor verliehene Medaille als Bundesgolddorf vom damaligen Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke abholen durfte. Brakel repräsentierte damals das Land Nordrhein-Westfalen in der Bundeshauptstadt.

Mundgeblasenes Antikglas

In Rostock steht Ingrid Heuchels Kunstwerk nun stellvertretend für die Nethestadt. Es handelt sich dabei um mundgeblasenes Echtantikglas, verzinnte Walzbleiapplikationen in einem mit verzinntem Walzblei ummantelten Stahlrahmen.

»Erstmals habe ich bei dieser Skulptur versucht, dreidimensional zu arbeiten«, berichtete Ingrid Heuchel bei der Vorstellung ihrer Arbeit gestern im Haus des Gastes. Grundlage sei ein Eisenrahmen mit vorgesetzten Segmenten.

Im unteren vorgesetzten Segment sind die Handelswege auf dem Wasser stilisiert dargestellt. Die Flüsse Werra und Fulda und ihr Zusammenfluss in der Weser. Ingrid Heuchel hat dazu stark strukturiertes Danziger Glas mit aufgelöteten, verzinnten Walzbleiapplikationen verwendet.

Im oberen vorgesetzten Kreissegment ist der Handelsweg durch die Luft zu sehen. Schlieren und Strukturen im Glas stellen hier Luftbewegungen und Turbulenzen dar. Auch hier wurde wieder mit Walzbleiapplikationen gearbeitet.

Zwei Ebenen

Auf der hinteren Ebene dargestellt ist die Frontseite des Brakeler Rathauses mit der Rolandssäule und der Silhouette der Michaelskirche in der Mitte der vier Handelswege der Hanse. Hinter dem Rathaus ist geradlinig der Handelsweg »Straße« zu finden. Neben dem Rathaus wurde gebogen der Handelsweg »Schiene« durch einen Tunnel stilisiert.

In Rostock werden die Skulptur aus Brakel sowie die anderen Kunstobjekte in einer namhaften Galerie ausgestellt. »Die feierliche Ausstellungseröffnung im Rahmen der Internationalen Hansetage findet mit den Delegationen der einzelnen Hansestädte am Samstag, 23. Juni, statt«, kündigte Hermann Temme an. Im Anschluss werde die Ausstellung ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnen.

Wie Dirk Brassel ergänzte, ist möglicherweise daran gedacht, die Exponate als Wanderausstellung in den Hansestädten auf Reisen gehen zu lassen. »Konkretes dazu gibt es derzeit aber noch nicht. Das wird sicherlich auch von der Resonanz auf die Ausstellung abhängen«, sagte Brassel.

»Die Skulptur interpretiert das, was die Hanse heute immer noch ausmacht«, erklärte Hermann Temme. Das Thema sei aktueller denn je. Er freut sich, dass auch die Stadt Brakel mit vielen Bürgern vertreten ist. Ein Bus mit 60 Plätzen war ruckzuck belegt.

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