Kunst: Ausstellung im Brakeler Amtsgericht zeigt »Blick aus meinem Fenster« Gebäude mit Gefühl

Brakel (tig). Ein Haus ohne Tür, ein Feld ohne Weg: Mechthild Maske-Topp spart an Details, »zeigt dafür ein Gefühl«, wie sie selbst sagt. Mehr als zehn ihrer Bilder hängen derzeit im Brakeler Amtsgericht aus. Mit dem »Blick aus meinem Fenster« setzt die Nieheimerin eine ungewöhnliche Ausstellungsreihe fort.

Freuen sich über die neue Ausstellung (von links): Die Künstlerin Mechthild Maske-Topp und Amtsgerichtsdirektorin Edith Wagemeyer vor zwei der Acrylbilder.
Freuen sich über die neue Ausstellung (von links): Die Künstlerin Mechthild Maske-Topp und Amtsgerichtsdirektorin Edith Wagemeyer vor zwei der Acrylbilder. Foto: Timo Gemmeke

Bedeckt, aber nie öde

Mal gespachtelt, mal gepinselt: Technisch gesehen entsprechen die Bilder von Mechthild Maske-Topp dem Usus vieler, die es mit der Acrylmalerei halten. Inhaltlich bestimmt ein anderer Ton das Gros der Motive. »Ich wollte jedes Mal eine individuelle Stimmung einfangen«. Bedeckt wirken die Bilder, nie aber leblos und öde.

»Kahle Wände, das wär schrecklich!«

So sollen auch die Hallen des Brakeler Amtsgerichtes nicht wirken, wie Direktorin Edith Wagemeyer sagt: »Nur kahle Wände, das wäre ja schrecklich!« Vor Jahren hatte sie die ungewöhnliche Idee, regionale Künstler im sonst eher kargen Amtsgericht ausstellen zu lassen – bisher mit Erfolg. »Eine Kollegin hat schon nach einem Bild der aktuellen Ausstelung gefragt«, verrät sie schmunzelnd.

Inspiration aus der Umgebung

Als »Zufallsprodukt« bezeichnet Mechthild Maske-Topp hingegen selbst ihre gemalten Werke. Eigentlich arbeite sie mit Ton, nur durch das Kunststudium der beiden Töchter sei der Richtungswechsel gekommen. »Bis dahin dachte ich immer, dass mir die Malerei gar nicht liegt«. Inspiration für ihren »Blick aus meinem Fenster« bekam sie nicht nur durch die heimische Umgebung, beobachtet aus den eigenen vier Wänden heraus. »Orte wie das Freichlichtmuseum in Detmold hinterlassen bei mir besondere Eindrücke«, schildert die Nieheimerin. Kurz abfotografiert, verwandle sie die Motive in die – teils fast abstrakten – Abbildnisse, wie sie jetzt auch im Amtsgericht hängen. Nebenbei stellt sie in ihrem Ladenprojekt »Art und Weise« in Brakel aus.

Mitarbeiter wählen »Daueraustellung«

Noch bis März sollen die Bilder voraussichtlich im Amtsgericht hängen, »wenn sich der nächste Anwärter nicht noch schneller einbringt«, so Hagemeyer. Trotz des für eine Ausstellung zügigen Wechsels, soll auch etwas bleiben. »Eigentlich lassen wir immer eines der Bilder hängen«, erklärt die Direktorin. Welches bleibt, das entscheiden die Mitarbeiter. Besonders beliebt: Stücke der vorangegangenen Reihe junger Geflüchteter, denen im Amtsgericht eine Plattform für ihr Schaffen geboten wurde.

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