Modell-Schauanlage zieht von Bad Driburg nach Brakel um – mit Video Eisenbahn geht auf Reisen

Bad Driburg/Brakel (WB). Weihnachten im neuen Heim: Weil das der Wunsch vieler Familien und Immobilienbesitzer ist, haben Speditionen zurzeit Hochkonjunktur. Da muss der Chef schon einmal selbst hinters Lenkrad des Brummis – erst recht dann, wenn er Modellbau-Fan ist und es sich um einen Spezialauftrag handelt. Beides ist am Dienstag der Fall.

Von Jürgen Köster
Uwe Rottermund (links) als Mitglied der Bad Driburger Eisenbahnfreunde und Spediteur Helmut Schneider (rechts) packen im alten Gebäude in Bad Driburg ebenso mit an wie Norbert Sickmann und Wolfgang Deppe (verdeckt)
Uwe Rottermund (links) als Mitglied der Bad Driburger Eisenbahnfreunde und Spediteur Helmut Schneider (rechts) packen im alten Gebäude in Bad Driburg ebenso mit an wie Norbert Sickmann und Wolfgang Deppe (verdeckt) Foto: Jürgen Köster

Helmut Schneider lenkt den knallgelben Möbelwagen der Spedition Carl Balke auf den Parkplatz vor dem ehemaligen Güterbahnhof in Bad Driburg. Dort haben Norbert Sickmann, Uwe Rottermund und Wolfgang Deppe bereits die Türen geöffnet und warten an der Laderampe.

Zentimetergenau bugsiert Schneider das Gefährt bis an die Betonkante, über die in wenigen Minuten empfindliche Fracht in den Laderaum rollen soll. Dienstag ist Umzugstag an der Modellbundesbahn Bad Driburg.

1100 Meter Gleis

Die komplette Schauanlage wird zu ihrem neuen Standort nach Brakel gebracht. Das heißt 80 Triebfahrzeuge, 7.000 Einwohner, 900 Wagen, 216 Weichen, 1.100 Meter Gleis und 1.500 Bäume gilt es sicher zu transportieren. Das bedeutet, 29 Module unterschiedlicher Größe sorgfältig zu verladen. Helmut Schneider, der den Umzug als Modellbaufreund sponsert, hat die Aufsicht übernommen.

Mehrere Wochen vor dem Umzugstermin hat das Modelbundesbahn-Team Norbert Sickmann und Karl Fischer zum Teil bis tief in die Nacht mit den vorbereitenden Arbeiten verbracht.

»Wir haben die Anlage seinerzeit in Modulbauweise erstellt, aber eigentlich nicht mit der Option, sie eines Tages wieder abbauen zu müssen«, blickt Norbert Sickmann zurück. Nun haben die beiden Modellbauer die einzelnen Module getrennt – zunächst die Gleise und zwar auf beiden Ebenen, der sichtbaren und der darunter liegenden so genannten Schattenebene.

Trennung der Module

Sickmann: »Das war Filigranarbeit. An manchen Stellen mussten wir sogar mit Spiegeln hantieren.« Dann wurde die Elektronik getrennt, »im Idealfall durch das Ziehen eines Steckers, aber eben nur im Idealfall«, meint Sickmann. Dann folgte die rein mechanisch Trennung der Module. »Wir haben sie langsam auseinandergezogen und einen Blick in den entstehenden Spalt geworfen, ob nicht doch noch etwas zusammenhängt, was dies nicht tun sollte«, berichtet Sickmann. Zum Schutz der Anlage wurden zusätzliche Holzleisten angeschraubt, Zugbänder befestigt und Stützen montiert.

Dann spielte das Wetter nicht mit. Regen, Schnee und Sturm verzögerten die Bauarbeiten an der neuen Halle im Industriegebiet Brakel West.

»Die lange ersehnte Schönwetterstörung folgte am Freitag. Endlich konnte das Dach gedeckt werden«, schildert Karl Fischer die Erleichterung des Teams.

Der eigentliche Umzug erfolgt nun an zwei Tagen. Etwa vier Module passen je Tour in den Wagen. Gestern standen vier Fahrten an. Wasser und aufgeweichter Boden erschwerten den Einzug in Brakel.

Ostern 2018 soll die Schauanlage wieder in Betrieb gehen. Das ist zumindest der Plan. 

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