Premiere des Märchenmusicals »Aschenputtel« auf der Freilichtbühne Bökendorf Wenn selbst Tauben vor Freude tanzen

Bökendorf (WB). Da haben auch Erwachsene ihren Spaß: Bei der Premiere des Märchenmusicals »Aschenputtel« auf der Freilichtbühne Bökendorf haben sich viele Zuschauer zum begeisterten rhythmischen Mitklatschen animieren lassen. So faszinierend hat das Ensemble die vielen fetzigen Songs präsentiert.

Von Wolfgang Braun
Eine der Schlüsselszenen des Märchens: Prinz Karl-Ferdinand (Lennart Waldeyer) stellt fest: Der Schuh passt Aschenputtel (Judith Fromme). Davon sind nicht nur die Tauben begeistert, die für Aschenputtel eine Freude sind.
Eine der Schlüsselszenen des Märchens: Prinz Karl-Ferdinand (Lennart Waldeyer) stellt fest: Der Schuh passt Aschenputtel (Judith Fromme). Davon sind nicht nur die Tauben begeistert, die für Aschenputtel eine Freude sind. Foto: Wolfgang Braun

»Man weiß gar nicht, wohin man gucken soll«, brachte es eine Zuschauerin auf den Punkt. In der Tat: Der Inszenierung gelingt es auch diesmal, pralles Leben vor einem fast ausverkauften Haus auf die große Bühne zu zaubern. Oft ist es ein Panorama gleichzeitig ablaufender, pfiffig inszenierter, bunter Szenen.

Auch die Kleinsten sind mit viel Spaß und Hingabe bei der Sache. In der großen Schar der Tauben, denen schon im Märchen (»Rucke die guh, Rucke die guh, Blut ist im Schuh…«) eine wichtige Rolle zukommt, sind auch Mädchen und Jungen im frühen Kindergartenalter. Angeführt werden sie von Taubenmutter Lea Hasenbein

Unter der Regie und choreografischen Leitung von Anke Lux, der musikalischen Leitung von Svenja Koch sowie der Regieassistenz von Jonas Fromme entfaltet sich ein flott dargebrachter Bilderbogen.

Musik von Krawallo

Eine der Hauptrollen spielt natürlich die rockig-mitreißende Musik von Krawallo, die extra für dieses Musical komponiert und eingespielt worden war. (Sie ist auch als CD erhältlich.) Gut ins Rock’ n Roll-Bild passen da auch Luftgitarre spielende Prinzen.

Tragende Rollen als Gruppen spielen aber gekonnt auch die Küchenjungen, der Hofstaat, die Prinzessinnen und natürlich die Tauben. Komische Höhepunkte sind zudem Auftritte einer quirligen Fitnesstrainerin (Isabell Schröder), einer pedantischen Anstandsdame (Anna Mohr), eines steifen Hofmarschalls (Sandra Mönnikes) und anderer Figuren.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Familie des »Aschenputtels«. Ihre Mutter war gestorben. Die Stiefmutter (sehr glaubhaft böse und egoistisch: Verena Becker, die Vorsitzende der Freilichtbühne Bökendorf) tyrannisiert Anna mit ihren Töchtern Klothilde (Katrin Hofmann) und Kunigunde (Lea Gasse). Viele Auftritte der beiden zänkischen Stiefschwestern beleben als temperamentvolle Rüpelszenen das Bild.

Zum Heiraten zu jung

Alle fiebern einem dreitägigen Hofball entgegen, bei dem der Prinz (jungenhaft: Lennart Waldeyer) seine Zukünftige finden soll. Er fühlt sich noch zum Heiraten zu jung, aber seine Mutter (sehr auf Etikette bedacht: Monika Fromme) will in Rente gehen und ihn versorgt wissen.

Aschenputtel Anna (mit mädchenhaftem Liebreiz: Judith Fromme) erweckt maskiert und in einem märchenhaft schönen Kleid seine Aufmerksamkeit. Kleid und Maske legen ihr die tote Mutter in einen Haselnussbusch, den Anna an ihrem Grab gepflanzt hatte. Das Happy End ist garantiert.

Die turbulente und lustige Märchen-Musicalhandlung mit ihren vielen eingängigen Gesangsnummern (wie »Es war einmal«, »Mama« oder »Ja ich will«) präsentiert das vielköpfige Ensemble vor einem sehr fantasie- und liebevoll gestalteten Bühnenbild. Die Zuschauer bedankten sich mit tosendem Applaus im Stehen für diese höchst gelungene Premiere.

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