Proben-Endspurt für »Aschenputtel« und »Das Wirtshaus im Spessart« in Bökendorf Unterwegs im Auftrag der Phantasie

Brakel-Bökendorf (WB). Ob Spessart-Wald oder Aschenputtels Welt – auf der Freilichtbühne Bökendorf wird es in diesem Theatersommer beides geben. Schauspieler, Bühnen- und Maskenbildner sowie Techniker haben alle Hände voll zu tun, damit es so wird.

Von Frank Spiegel
Die Königin (Monika Fromme, vorn) wüsste ihren Sohn, Prinz Karl-Ferdinand (Lennart Waldeyer), zu gern unter der Haube. Seine Schwestern Pedunia (Jule Loehrmann, hinten rechts) und Gardenia (Luca Derwig, hinten 2. von rechts) sowie die Fitnesstrainerin (Isabell Schröder, hinten von links), der Hofmarschall (Sandra Mönnikes) und die Köchin (Heike Spielberg) haben andere Sorgen.
Die Königin (Monika Fromme, vorn) wüsste ihren Sohn, Prinz Karl-Ferdinand (Lennart Waldeyer), zu gern unter der Haube. Seine Schwestern Pedunia (Jule Loehrmann, hinten rechts) und Gardenia (Luca Derwig, hinten 2. von rechts) sowie die Fitnesstrainerin (Isabell Schröder, hinten von links), der Hofmarschall (Sandra Mönnikes) und die Köchin (Heike Spielberg) haben andere Sorgen. Foto: Freilichtbühne Bökendorf

Die Wirtin (Miriam Scholz, links), ihre Nichte Bärbel (Julia Siebeck) und der Räuber (Carsten Meier) haben einen Plan. Foto: Freilichtbühne Bökendorf

Schließlich feiert das Kinderstück »Aschenputtel« schon am Pfingstsonntag um 16 Uhr Premiere. Am Samstag, 1. Juli, ist »Das Wirtshaus im Spessart« erstmals zu sehen. Mit dem Vorverkauf ist das Bühnenteam zufrieden. »Wir haben die 10 000er Marke vor wenigen Tagen geknackt«, berichtete Bühnen-Sprecher Jonas Fromme.

50 Personen auf der Bühne

50 Personen stehen im Erwachsenenstück auf der Bühne. Kirstin Meffert spielt als Comtesse eine der Hauptrollen. »Die ist allerdings alles andere als schicki-micki. Die ist der burschikose Typ und sagt, wo es langgeht«, charakterisiert die 27-Jährige, die seit 22 Jahren auf der Freilichtbühne mitspielt, ihre Rolle.

Hier gibt es Karten

Kartenkönnen telefonisch montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags und Donnerstags auch von 15.30 bis 17.30 Uhr unter 05276/8043 bestellt werden. Außerdem können die Karten im Internet unter www.freilichtbuehne-boekendorf.de reserviert werden.

Neu in diesem Jahr: Erstmals können die Karten auch online direkt gekauft werden, bezahlt wird über den Online-Dienst Pay-Pal. Die Karten kann man selbst ausdrucken und muss so nicht mehr am Kassenhäuschen warten.

In der ist ein Kleidertausch ein entscheidendes Element. So wollen zwei Handwerksburschen die Comtesse und deren Zofe vor den Räubern retten. Kirstin Meffert: »Erst in den hübschen Mädchenkleidern und anschließend in den Handwerkerklamotten – das ist schon eine spannende Sache.«

Carsten Meier (41) spielt den Räuberhauptmann, eine weitere Hauptrolle im Erwachsenenstück. »Der ist aber nicht der klassische Räuberhauptmann, der ist nicht von grundauf böse. Er fühlt sich mehr dem Robin-Hood-Gedanken verpflichtet«, verrät Meier.

Der treffe in dem Stück auf die Comtesse, die zu dem Zeitpunkt aber schon ihre Handwerkskleidung trage. »Er ist sichtlich irritiert, weil er eine nicht zu erklärende Zuneigung verspürt«, berichtet Carsten Meier.

Judith Fromme (18) spielt das Aschenputtel im Kinderstück. »Das ist eine sehr empathische und gefühlvolle Rolle. Damit kann ich mich gut identifizieren«, berichtet sie.

Sie lasse sich alles gefallen, weil ihr ihre Mutter vor deren Tod gesagt habe, sie solle immer gut und herzlich sein zu ihren Mitmenschen. Judith Fromme: »Trotzdem hält sie an ihren Träumen fest und schnappt sich schließlich den Prinzen.«

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Die meisten Frauen sind hinter mir her des Geldes wegen – nur eine nicht: das Aschenputtel.

Lennart Waldeyer (Prinz Karl-Ferdinand)

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Den verkörpert Lennart Waldeyer (18). »Der Prinz wird von seiner Mutter dazu gedrängt zu heiraten. Er selbst ist mehr so ein liberaler Typ, der viel lieber noch Spaß haben möchte«, beschreibt er seine Rolle: »Die meisten Frauen sind hinter mir her des Geldes wegen – nur eine nicht: das Aschenputtel.«

Spieler bringen sich auch mit Ideen ein

Das Kinderstück ist die klassische Aschenputtel-Geschichte, ergänzt um weitere Rollen. So wird die Hauptfigur unterstützt von einer Gruppe Tauben. »Diese Tauben kennt man aus der Geschichte der Märchen. Sie übernehmen die Funktion von Feen, von Beratern, von Freunden«, berichtet Regisseurin Anke Lux, die beide Stücke inszeniert.

»Und die helfen Aschenputtel auch, als es darum geht, sich für den Ball schön zu machen.« Ebenfalls im Märchenklassiker nicht vorgesehen ist die Fitnesstrainerin Yoghurta Popolevska (Isabell Schröder).

»Wir bemühen uns auf der Bühne immer, im Auftrag der Phantasie unterwegs zu sein. Wir wollen eine Geschichte möglichst bunt und farbig erzählen. Dabei ist auch immer die Kreativität der Spieler selber gefragt, die ihre Rollen mit entwickeln und ganz viel zur Gestaltung des Stückes beitragen«, erläutert die Regisseurin. Das treffe für beide Stücke gleichermaßen zu.

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