Lisa Luke vom Opernhaus in Dortmund gibt Bökendorfer Schminkteam Tipps Wie Frauen zu Räubern werden

Brakel-Bökendorf (WB). Die Freilichtbühne Bökendorf hat ein Problem: Der Ostwestfale an sich sieht weder aus wie ein Spessart-Räuber noch wie ein Aschenputtel. Aber die Bühne hat auch eine Lösung: Ein Maskenbildner-Team, das seit Jahren große wie kleine Ostwestfalen mit großem Erfolg in die unterschiedlichsten Figuren verwandelt. Jetzt hat das Team dazugelernt.

Von Frank Spiegel
Miriam Scholz (links) ist Wirtin des Lokals im Spessart, Heike Falinski als Räuber unterwegs – die Kunst der Maskenbildnerin hat die Bökendorferin und die Steinheimerin in völlig andere Menschen verwandelt.
Miriam Scholz (links) ist Wirtin des Lokals im Spessart, Heike Falinski als Räuber unterwegs – die Kunst der Maskenbildnerin hat die Bökendorferin und die Steinheimerin in völlig andere Menschen verwandelt. Foto: Frank Spiegel

Alina Streitbürger gehört im Musical »Aschenputtel« zum Hofstaat und wird entsprechend geschminkt. Foto: Frank Spiegel

Lisa Luke, Maskenbildnerin am Opernhaus in Dortmund, hat Bühnenmitgliedern einen Vormittag lang Tipps und Tricks für eine gelungene Maske gegeben. »Ich habe gezeigt, wie sie sich selbst für die Stücke ›Aschenputtel‹ und ›Das Wirtshaus im Spessart‹ schminken können«, berichtet die junge Frau.

Und diejenigen, die dieses Wissen nun haben, geben es an die anderen weiter oder aber schminken diese wie gelernt.

Damit Perücken nicht abfallen

Weil es unter den Räubern auch einige gibt, die eigentlich Räuberinnen wären – die sind aber im Stück so nicht vorgesehen – , hat Lisa Luke unter anderem gezeigt, wie Frauen sich mit Schmink-Tricks in Männer verwandeln können. »Dazu können auch geschminkte Bärte gehören«, erläutert die Fachfrau.

Auch bei den Aschenputtel-Mitspielerinnen und Mitspielern muss nachgeholfen werden. »Da habe ich zum Beispiel ein Rokoko-Make-Up gezeigt und wie man sich Perücken aufsetzt, damit sie nicht abfallen«, verrät sie.

»Ein bisschen üben müssen wir noch, bis wir das so gut hinbekommen – aber bis zur Premiere ist es ja noch etwas Zeit«, meint Verena Becker, die in »Aschenputtel« die Rolle der Königin spielt und entsprechend geschminkt ist.

Ohne Schminke geht gar nichts

Aber egal ob Königin, Räuberhauptmann oder Statist: Ungeschminkt tritt niemand ins Rampenlicht. Und bei der Schminke, da darf es gerne ein bisschen mehr sein, als für den Privatgebrauch zur Abendgarderobe.

Lisa Luke zeigt Mariele Altmiks wie man professionell schminkt. Alina Streitbürger wird »verwandelt«. Foto: Frank Spiegel

Lisa Luke: »Für Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne sollte das Make-Up besonders kontrastreich sein, damit es auch auf die Entfernung noch zu sehen ist. So haben auch die Leute in der letzten Reihe noch etwas von der Maske.«

Auch könne man sehr viel farbenfroher schminken als für ein normales Abend-Make-Up. »Wenn man direkt davor steht, bekommt man erst einen Schreck – aber auf die Entfernung wirkt das richtig gut«, erklärt die Dortmunderin.

Gute Erfahrungen

Der Workshop ist ein Angebot des Bildungswerkes für Theater Kultur mit Sitz in Hamm, mit dem die Freilichtbühne Bökendorf schon lange zusammenarbeitet.

»Wir haben damit nicht nur mit diesem Workshop sehr gute Erfahrungen gemacht«, berichtet Miriam Scholz, die sich um den Bereich Fortbildung bei der Bühne kümmert.

Lob kann aber auch Lisa Luke an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurückgeben: »Sie waren alle sehr willig und haben alles sehr gut umgesetzt.«

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