Brauerei bestreitet Aktion am Samstagabend initiiert zu haben Brakeler Bierstreit eskaliert

Brakel (WB). Der Bierstreit im Annenzelt eskaliert. Ein Vorfall am Samstagabend hat das Fass aus Sicht von Festwirt Andreas Clemens zum Überlaufen gebracht.

Von Frank Spiegel
Das Annenzelt am Samstagabend – hier hat sich später  eine Gruppe aus Rheder ungerecht behandelt gefühlt. Die Situation ist eskaliert, auch die Polizei war vor Ort.   
Das Annenzelt am Samstagabend – hier hat sich später eine Gruppe aus Rheder ungerecht behandelt gefühlt. Die Situation ist eskaliert, auch die Polizei war vor Ort.    Foto: Frank Spiegel

Eine Gruppe ist mit T-Shirts, auf denen »Pro Heimat – Pro Rheder Pils«, ins Annenzelt gegangen. Daniel Köring, ein Mitglied der Gruppe,  stellt es in einem Schreiben an das WESTFALEN-BLATT so dar, als sei diese von Theke zu Theke geschickt worden und habe nirgendwo Rheder-Bier bekommen. Die Gruppe sei schließlich vom Security-Personal aus dem Zelt verwiesen worden. Er selbst sei von Andreas Clemens über die Theke gezogen worden.

Andreas Clemens spricht von einer »geplanten Aktion«. »Die Gruppe hat sich aufgeteilt und an verschiedenen Theken unser Personal beschimpft«, berichtet er. Sie hätten sich geweigert, den teureren Preis für das Bier aus Rheder zu zahlen. Im Verlauf der Auseinandersetzungen sei seine Frau so angegangen worden, dass die ein großes Hämatom am Oberarm davongetragen habe. Die Polizei stuft dies als Körperverletzung ein und ermittelt. Das bestätigte Polizeisprecher Markus Tewes.

Andreas Clemens mutmaßt, die Gruppe sei von der Brauerei zu der Aktion ermuntert und mit Freibier am Rheder-Stand belohnt worden. »Ich bin davon enttäuscht«, meinte er. Einige der Beteiligten hätten sich im Nachhinein von der Aktion distanziert und sich bei ihm entschuldigt.

Brauerei-Geschäftsführer René Sauer bestreitet, die Gruppe zu ihrem Verhalten angestiftet zu haben. »Von so etwas distanziere ich mich ganz klar, das würde ich nie machen«, erklärt Sauer. »Die Jungs von der T-Shirt-Aktion sind zu mir gekommen und haben gesagt, dass sie T-Shirts drucken lassen wollen, die die Brauerei unterstützen. Die hat die Truppe bezahlt, die Druckkosten ich«, sagt er. Dass es  Freibier nach dem Samstagabend  gegeben habe, bestreitet der Geschäftsführer nicht. Das sei aber keinesfalls eine Belohnung für das Verhalten gewesen: »Die waren enttäuscht, dass sie nicht mehr ins Annenzelt durften. Da haben wir gesagt, ›Ihr bekommt an unserem Stand Freibier, damit es für Euch kein schrecklicher Annentag wird‹. Wenn Ihr schon nicht ins Zelt könnt, könnt Ihr wenigstens bei uns am Stand feiern.«  Die Brauerei wolle sich aus der Angelegenheit  heraushalten, denn in erster Linie sei das  eine Angelegenheit zwischen Kirche und Stadt.  

Peter Frischemeier, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, plädiert dafür, in Sachen Bierstreit noch einmal das gemeinsame Gespräch zu suchen, bei dem alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden müssten. »Und dann muss man auch mal Fünfe gerade sein lassen können – auf allen Seiten«, rief er zur Bereitschaft aufeinander zuzugehen auf. »Bei uns stehen die Türen offen für Gespräche«, sagte René Sauer.

Kommentare

Willkommen aufm Dorf! Was für eine Provinzposse!!!!!

Der "Brakeler Bierstreit" ...

... erinnert ein wenig an den "Westfälischen Bierkrieg" im 16. Jahrhundert!

Info:
"Als der Dortmunder Gerstensaft in Münster, Hamm, Bielefeld und Minden immer mehr Anhänger fand, engagierten die Magistrate dieser Städte Heckenschützen als letzte Abwehrmaßnahme zum Schutz der eigenen Brauer. Diese sollten die Bierfässer auf dem Transportwegen leck schießen. Da sich die Dortmunder Exporteure aber nicht abschrecken ließen und sich mit zum Teil rabiaten Mitteln gegen die ruchlosen Attentäter wehrten, eskalierte der kleine innerwestfälische Bier-Krieg beinahe zu einem richtigen Krieg." (Quelle: Dortmunder Brauerei-Archiv)

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