Landschaftsstation im Kreis Höxter rechnet am morgigen Freitagabend mit den ersten Laichwanderungen
Amphibien wagen sich aus ihren Winterquartieren

Borgentreich -

Nach der strengen Kälte weisen die inzwischen frühlingshaften Temperaturen fast schon Rekordwerte für den Februar auf. Dieser ungewöhnlich rasante Wetterwechsel zur Monatsmitte wirkt sich nun auf die heimischen Amphibien aus. Das berichtet Sven Mindermann von der Landschaftsstation im Kreis Höxter mit Sitz in Borgentreich in einer Pressemitteilung. Er rechnet am morgigen Freitagabend mit den ersten Laichwanderungen im Kreisgebiet.

Mittwoch, 24.02.2021, 19:36 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 19:40 Uhr

Milde Temperaturen um die 5 Grad in den Abendstunden locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren und lösen bei feuchter Witterung den „Wanderreiz“ aus. Dann machen sich die Amphibien auf den Weg zu dem Gewässer, aus welchem sie selbst einst aus dem Ei schlüpften. In der Regel müssen sie dafür eine Straße überqueren – eine tödliche Falle.

Die wechselwarmen Tiere können ihre Körpertemperatur nicht selber bestimmen, sie bewegen sich daher bei den immer noch niedrigen Temperaturen nur sehr langsam. Eine Straßenquerung kann also lange andauern. Zudem nutzen insbesondere Krötenmännchen die Wärme, die der Asphalt in den Abendstunden noch abstrahlt und warten dort auf wandernde Weibchen, von welchen sie häufig auf ihren Rücken mit zum Laichgewässer getragen werden. Ein weiteres Handicap: Werden Erdkröten vom Scheinwerferkegel herannahender Autos erfasst, verharren sie in einer Schreckstellung. Eine in der Regel tödliche Strategie.

„Selbst wenn Amphibien bei umsichtiger Fahrweise nicht direkt von den Reifen erfasst werden, wirkt sich der Strömungsdruck der Autos ab Fahrgeschwindigkeiten über 30 Stundenkilometer in der Regel tödlich für die sich unter dem fahrenden Auto befindlichen Tiere aus“, so Mindermann.

Ein umsichtiges Fahrverhalten sollte daher zumindest auf Nebenstrecken möglich sein, auf denen entsprechende Schilder auf die Laichwanderung der Amphibien hinweisen. Der grundsätzliche Konflikt zwischen der Automobilität und der heimischen Tierwelt sei zwar kaum lösbar, jedoch sollten zumindest die aktuellen Maßnahmen zum Schutz der Laichwanderung beachtet werden.

Dazu gehörten Straßensperrungen, beispielsweise an der K34 zwischen dem Ortsausgang Bühne und Muddenhagen. Die Sperrung gilt im Zeitraum zwischen 18 und 6.30 Uhr, „wurde in der Vergangenheit aber leider nicht immer respektiert, obwohl das Umfahren der Sperrung lediglich ein bis zwei Minuten mehr Fahrzeit in Anspruch nehmen würde“, schreibt die Landschaftsstation.

Die Laichwanderung hat in diesem Jahr bereits sehr früh im Februar eingesetzt und kann sich in Abhängigkeit von den äußeren Bedingungen über mehrere Wochen bis in den Mai hinziehen. Seltene Arten, wie die Kreuzkröte laichen noch später ab.

Die Landschaftsstation engagiert sich seit langem im Amphibienschutz. Sie wartet festinstallierte Schutzzäune und stellt aktuell an verschiedenen Brennpunkten der Laichwanderung mobile Schutzzäune inklusive sogenannter Amphibienboxen auf. Die darin gefangenen Amphibien werden anschließend von Helfern auf die andere Straßenseite getragen. Dankenswerterweise haben ehrenamtliche Amphibienschützer an verschiedenen Standorten diese Aufgabe übernommen und übernehmen oft bereits in den frühen Morgenstunden das täglich erforderliche Kon­trollieren und Umtragen.

Die Borgentreicher Station freut sich über weitere Hinweise auf mögliche, noch nicht bekannte Populationen und bittet vor allem an Brennpunkten der Amphibienwanderung um eine möglichst aufmerksame Fahrweise.

Eine langsame Fahrweise wird nicht immer möglich sein, ist aber der beste Artenschutz, um auch zukünftig eine reichhaltige Amphibienfauna in den Teichen und Tümpeln der Kulturlandschaft zu erhalten. Die Landschaftsstation freut sich vor allem in den nächsten vier Wochen über rücksichtsvolle Autofahrer und nimmt gerne weitere Hinweise unter der Rufnummer 05643/948800 sowie per E-Mail an info@landschaftsstation.de entgegen.

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