Borgentreichs Haushaltsentwurf steht im Zeichen der Corona-Pandemie – Neuaufnahme von Krediten erforderlich
„Kopf nicht in den Sand stecken“

Borgentreich -

Borgentreichs Bürgermeister Nicolas Aisch und Kämmerer Christof Derenthal haben am Dienstagabend den Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2021 eingebracht. Dieser steht im Zeichen der Corona-Pandemie, mit deren Auswirkungen die Orgelstadt auch in den folgenden Jahren kämpfen muss.

Mittwoch, 10.02.2021, 05:30 Uhr
In Borgentreich soll 2021 weiter investiert werden, auch wenn dafür die Neuaufnahme von Krediten nötig ist. Viel Geld fließt in den Neubau einer Multifunktionshalle als Ersatz für die alte Sporthalle im Schulzentrum. Foto: Ralf Benner

Der Entwurf sieht Erträge in Höhe von 18,5 Millionen Euro vor. Diesen stehen Aufwendungen von 19,15 Millionen Euro entgegen.

Unter dem Strich rechnet Kämmerer Christof Deren­thal mit einer Unterdeckung von 655.000 Euro, die aus der Ausgleichsrücklage genommen werden müssen.

Dieser Topf, mit dem kurzfristige Finanzschwankungen ausgeglichen werden sollen, wird durch die Entnahme quasi halbiert.

„Die Ausgleichsrücklage wäre damit planerisch bis Ende 2023 aufgebraucht“, stellt Bürgermeister Nicolas Aisch fest. Eine Haushaltssicherung sei somit aktuell zwar nicht in Sicht, aber in den Folgejahren auch nicht gänzlich ausgeschlossen, gibt das Stadtoberhaupt zu bedenken.

Die Steuern bleiben in Borgentreich 2021 stabil. Auf eine Anhebung der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer will die Stadt in diesem Jahr noch verzichten.

Die Finanzkraft der Orgelstadt lasse dies noch zu, erläutert Christof Derenthal. Die Corona-Pandemie sei zudem auch ein Grund, auf eine weitere Belastung der Steuerzahler und Abgabepflichtigen zu verzichten.

Darüber hinaus prognostiziert der Kämmerer keine Einbußen im Bereich der Umsatzsteuer und der Grundsteuer A und B. „Der Grund hierfür liegt sicherlich in einem guten Mix aus kleinen und mittelstädtischen Unternehmen im Stadtgebiet“, betont auch Bürgermeister Aisch.

2021 könnten viele Investitionen umgesetzt werden, so Aisch. Der neue Etat sei aber geprägt von den durch die Corona-Pandemie verursachten Mindereinnahmen und Kosten. Daher sei 2021 im Stadthaushalt eine Neuaufnahme von Krediten in Höhe von 2,5 Millionen Euro erforderlich.

Der Schuldenstand der Orgelstadt klettert damit auf 3,9 Millionen Euro – pro Kopf 449 Euro (vorher 90 Euro). Zudem sind bei den Stadtwerken Darlehen in Höhe von 4,4 Millionen Euro für Investitionen in die betagte Wasser- und Abwasserstruktur nötig.

„Wir stecken aber den Kopf nicht in den Sand. Wir wollen die Stadt weiter attraktiv gestalten“, sagt Aisch. Die Stadt plane daher Investitionen in einer Gesamthöhe von 8,1 Millionen Euro (Eigenanteil 2,6 Millionen), wobei insgesamt 2 Millionen Euro auf den Bereich Schulen entfallen.

Allein der geplante Bau einer Multifunktionshalle im Schulzentrum sei, so Aisch, „ein Mammutprojekt“, das mit einem Eigenanteil von 3 Millionen Euro über die nächsten Jahre verbunden sei. Weitere Vorhaben sind der Umbau der Grundschule in Jahrgangshäuser, die Gestaltung der Ortsmittelpunkte in Bühne und Borgholz, die Schaffung eines Platzes der Kulturen in Borgentreich, die Sanierung der Sporthalle Natzungen sowie die Fassadensanierung des Steinernen Hauses in der Kernstadt.

Größere Investitionen 2021

1. Grundschule Borgentreich 1,2 Mio. Euro2. Sekundarschule Borgentreich 0,6 Mio. Euro3. Verkehrswege 1,5 Mio. Euro4. Wirtschaftswege 1,1 Mio. Euro5. Grundstücke/bauliche Anlagen 1,5 Mio. Euro6. Brandbekämpfung 0,1 Mio. Euro7. Fuhrpark/Bauhof 0,1 Mio. Euro8. Straßenbeleuchtung/Verkehr 0,1 Mio. Euro9. Sporthalle Natzungen 0,6 Mio. Euro10. Sport-/Mehrzweckhalle Großeneder 59.000 Euro11. Sporthalle Bühne 20.000 Euro12. Spielplätze/Jugendheime 94.000 Euro13. Kindergarten Körbecke 28.000 Euro14. Kindergarten Großeneder 15.500 Euro15. Familienforum Borgentreich 52.000 Euro

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