Borgentreicher Ortsverband der Grünen beteiligt sich an der Aktion „Fußabdruck“ – Lorenz Sökefeld bezieht Stellung
Landwirt fordert Unterstützung durch Politik

Borgentreich -

„Die Agrarpolitik führt die Betriebe in eine Sackgasse“, kritisiert Lorenz Sökefeld. Viele konventionelle Höfe befänden sich in einer desaströsen Lage. Verantwortlich macht der Borgentreicher dafür das immense Überangebot auf dem Markt – zum Beispiel an Schweinefleisch. Die Politik müsste eingreifen – und das ist nur eine seiner Forderungen.

Mittwoch, 03.02.2021, 03:00 Uhr
135 Schweine hält Lorenz Sökefeld in einem Stall bei Bühne. In dem Bioland-Betrieb leben die Tiere auf Stroh und haben die Möglichkeit, nach draußen zu gehen. „Es wäre schön, wenn die Politik mehr Betrieben die Chance geben würde, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben“, sagt der Borgentreicher. Um für einen agrarpolitischen Umbruch zu kämpfen, hat er sich an der Aktion „Fußabdruck“ beteiligt. Foto: Silvia Schonheim

Um für einen agrarpolitischen Umbruch zu kämpfen und gegen die aus seiner Sicht bauernfeindliche Politik einzutreten, hat sich der 31-Jährige wie einige seiner Parteikollegen des Borgen­treicher Ortsverbandes der Grünen der Aktion „Fußabdruck“ angeschlossen – ein Projekt des Agrar-Aktionsbündnisses „Wir haben es satt!“.

„Ich war schon häufiger in Berlin, um gegen die Agrarpolitik zu demonstrieren, die immer mehr Höfe sterben lässt“, sagt der Borgen­treicher Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2011 organisiert das Bündnis „Wir haben es satt!“ zum Auftakt der Agrar­messe „Grüne Woche“ jährlich eine Demo. „Und weil das coronabedingt in diesem Jahr nicht möglich war, haben wir uns an der Aktion ‚Fußabdruck‘ beteiligt. Wir wollen symbolisch zeigen, dass wir mit der Situation in der Landwirtschaft unzufrieden sind“, sagt Lorenz Sökefeld.

Er selbst führt im Nebenerwerb einen Bioland-Betrieb mit 300 Legehennen, 135 Schweinen und 20 Mutterkühen. „Ich kämpfe aber auch für die konventionellen Bauern“, betont er.

Sökefeld übt Kritik daran, dass der Fokus in den vergangenen Jahren stets auf eine immer effizientere Produktion gelegt worden sei. Dabei sei die Vermarktung außer Acht gelassen worden. „Es wird viel zu viel Schweinefleisch produziert, dabei sinkt die Nachfrage. Der Trend zu vegetarischen Produkten ist deutlich spürbar“, erklärt der Betriebsgründer.

Freiwillig könnte aber kein Landwirt weniger produzieren. Sökefeld: „Da müsste die Politik eingreifen und Fördermittel anbieten.“ Die nächste Generation sehe keine Chance zum Überleben. „Viele junge Leute werden die Betriebe ihrer Eltern nicht weiterführen, weil sie so keine Perspektive sehen.“

Die aktuelle Pandemie hätte gezeigt, wie abhängig die Landwirtschaft von nur wenigen großen Unternehmen der deutschen Fleischwarenindustrie sei. „Wenn bei Tönnies das Band stillsteht, gibt es die Schweine aber trotzdem. So ist das System sehr risikoanfällig“, meint der Borgentreicher.

„Für eine nachhaltige Landwirtschaft“, so Lorenz Sökefeld, „müssen wir für uns in Deutschland mit einer möglichst großen Anzahl von Betrieben – ob konventionell oder bio – arbeiten.“

 

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