Bezirksregierung: Flächennutzungsplan zur Ausweisung von Konzentrationsflächen muss nachgebessert werden
Vorerst kein grünes Licht für Windkraft

Borgentreich -

Die Bezirksregierung Detmold hat die 25. Änderung des Flächennutzungsplanes mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen für die Windenergie beanstandet. Damit gibt sie vorerst kein grünes Licht für die Windkraft im Stadtgebiet. „Wir müssen den Flächennutzungsplan jetzt nachbessern“, bestätigt Borgentreichs Bürgermeister Nicolas Aisch auf Anfrage dieser Zeitung.

Montag, 01.02.2021, 21:30 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 09:34 Uhr
Der Flächennutzungsplan zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windräder – hier die bereits bestehenden Anlagen bei Bühne – in Borgentreich muss nachgebessert werden. Astrid E. Hoffmann

Detmold habe bemängelt, dass sich die Berechnungsgrundlage für mögliche Störungen von Signalen des sogenannten Funkfeuers zwischen Ossendorf und Warburg durch Windkraftanlagen geändert habe. Inwieweit die Signale, die Flugzeugen bei der Orientierung helfen sollen, von Windrädern gestört werden, sei abhängig vom Standort und der Anzahl solcher Anlagen in einem 15-Kilometer-Radius rund um das Funkfeuer und unterliege immer einer Einzelfallprüfung, so Aisch. Die Berechnungsgrundlage für die Störungsqualität habe sich zwischenzeitlich aber geändert, erläutert Aisch: „Es ist mittlerweile möglich, eventuelle Störungen mit einer Drohne genau zu messen.“ Als vor Jahren das Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationszonen eingeleitet wurde, habe es diese Berechnungsgrundlage bei der Deutschen Flugsicherung aber noch nicht gegeben, bedauert Aisch.

Die Mitglieder des Stadtrates will der Bürgermeister in der nächsten Sitzung des städtischen Gremiums am Dienstag, 9. Februar, über die Einwände der Bezirksregierung informieren. Die Art und Weise, wie der Flächennutzungsplan jetzt überarbeitet werden muss, sei noch zu klären. „Wir sind darüber mit Detmold im Gespräch“, sagt Aisch.

Es müsse nun das Ziel sein, eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden, erklärt Aisch: „Wir werden bestimmt nicht wieder ganz von vorne anfangen.“ Etwas am Zuschnitt der Flächen zu ändern, stehe derzeit auch nicht zur Debatte, so Aisch.

Im Juni vergangenen Jahres hatten die Ratsmitglieder mehrheitlich die 25. Änderung des Flächennutzungsplanes mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen für die Windenergie beschlossen. Der Bau von Windkraftanlagen im Stadtgebiet sollte demnach nur noch rund um die Orte Bühne und Manrode möglich sein. Ziel war es, einen Flächennutzungsplan aufzustellen, der die Fläche für die Windkraft minimiert und der rechtssicher ist. Mindestens zehn Prozent der Freifläche muss als potenzieller Raum für die Windkraft eingeräumt werden, damit dieser Plan nicht von Windkraft-Investoren angefochten werden kann.

Das sollte eigentlich das Ende eines jahrelangen Prozesses sein der im April 2018 begann. Er wurde begleitet von zum Teil heftig und kontrovers geführten Diskussionen. Bei der frühzeitigen Beteiligung der Bürger und Träger öffentlicher Belange wurden 128 Einwendungen eingereicht. Das wirkte sich auf die Planung aus. Am Ende, bei der öffentlichen Auslegung, blieben acht Einwendungen übrig. Diese Reduzierung dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Abstände der Anlagen zu Wohngebieten von 800 auf 1500 Meter vergrößert wurden.

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