DRK Bühne bietet in der Corona-Pandemie einen Einkaufsservice an
Ehrenamtliche schaffen trotz Distanz Nähe

Borgentreich -

Elke Wrede befüllt ihren Einkaufskorb. Die Lebensmittel, die die 49-Jährige einpackt, sind aber nicht für den eigenen Kühlschrank. Sie kauft für fremde Menschen ein – im Auftrag des DRK Ortsvereins Bühne.

Dienstag, 02.02.2021, 03:00 Uhr
„In einer Zeit, wo alle auf Distanz gehen müssen, etwas Nähe schaffen zu können“, sei schön, sagt Elke Wrede. Gemeinsam mit ihrer Tochter Celina engagiert sich die 49-Jährige im Einkaufsdienst des DRK Bühne. Foto: Silvia Schonheim

„Den Einkaufsservice gibt es seit Beginn der Pandemie“, sagt die Bühnerin. Sie schätzt, dass seitdem etwa 170 Einkäufe für hilfsbedürftige Personen ehrenamtlich durch das DRK-Team getätigt worden sind. Es sei schön, „in einer Zeit, wo alle auf Distanz gehen müssen, etwas Nähe schaffen zu können.“

Elke Wrede teilt sich den Einkaufsdienst, den sie ehrenamtlich neben ihrer Arbeit im Heizungsbaubetrieb ihres Mannes übernimmt, mit zwei bis fünf weiteren Helfern. Auch die 18-jährige Tochter Celina Wrede ist wie die jüngeren DRK-Mitglieder Marie Hanewinkel, Franziska Hengst und Pauline Fricke dabei. „In der Regel sind es zwei bis drei Einkäufe pro Woche, die wir erledigen“, erklärt Elke Wrede.

„Klar“, sagt sie, könnte sie nach der Arbeit sagen: „So, meine Pflicht ist getan. Jetzt lege ich die Füße hoch. Der regelmäßige Kontakt mit den Personen, die wir mit unserem Einkaufsservice beliefern, gibt aber auch etwas zurück“, erklärt Wrede. Das freudige Erwarten und die Gewissheit, dass man ein Lichtblick sei, „sind schon erfüllend.“

Bei der Übergabe der Einkäufe bleibt etwas Zeit für ein Gespräch zwischen Tür und Angel. „So sind wir nicht nur der Lieferservice“, so Elke Wrede, „sondern haben auch ein Ohr für Nöte, Sorgen und das Alltagsgeschehen.“

Der Einkaufsservice richtet sich an Menschen im Stadtgebiet Borgentreich, die sich in Quarantäne befinden oder zur Risikogruppe zählen, jedoch niemanden haben, der für sie die Versorgung mit Lebensmitteln übernehmen kann.

Angelika Jäckel nimmt von montags bis freitags die Bestellungen telefonisch an. „Gerne dürfen sich auch neue Kunden melden.“

Angelika Jäckel nimmt von montags bis freitags die Bestellungen telefonisch an. „Gerne dürfen sich auch neue Kunden melden.“ Foto: Smilla Jäckel

Wer Hilfe bei der Versorgung mit Lebensmitteln benötigt, kann einfach die Telefonnummer 0151/22211919 wählen. Von montags bis freitags sitzt Angelika Jäckel zwischen 10 und 12 Uhr am DRK-Handy und nimmt Bestellungen auf.

Sie ist seit ein paar Monaten schon die Stimme des Einkaufsservices und notiert, welche Lebensmittel die Anrufer benötigen.

„Ich bin zwar Rentnerin, sitze aber quasi zuhause im Homeoffice“, erzählt Angelika Jäckel. Beim Durchgeben der Einkaufsliste am Telefon komme es auch mal zu dem ein oder anderen privaten Gespräch, erzählt die 66-Jährige.

Die meisten Kunden seien ältere Menschen. „Entweder sie können nicht mehr selbstständig zum Einkaufen fahren oder sie möchten sich in der derzeitigen Situation keiner Ansteckungsgefahr aussetzen – etwa weil ihr Partner zur Risikogruppe gehört“, berichtet die Bühnerin.

Mittlerweile kenne sie ihre Anrufer. „Wenn dann jemand nicht wie gewohnt donnerstags anruft, dann macht man sich schon Gedanken.“

Wenn Angelika Jäckel die Einkaufsliste notiert hat, gibt sie diese per Handyfoto an die ehrenamtlichen Einkäufer um Elke Wrede weiter. Die würden meist noch am selben Tag die Lebensmittel kaufen und möglichst kontaktarm ausliefern.

Der 66-Jährigen macht es Spaß, anderen helfen zu können: „Wer etwas Gutes tut, bekommt auch was zurück.“

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