Muddenhagener fordern Ausbesserung von Feldwegen – Trendelburg sieht Windkraft-Projektierer in der Pflicht
Ärger um Schlagloch-Pisten

Borgentreich -

Viele Bürger der Borgentreicher Ortschaft Muddenhagen, insbesondere Berufspendler und Landwirte, sind sauer. Sie ärgern sich seit Wochen über die teils unpassierbaren und mit Schlaglöchern übersäten Wirtschaftswege zwischen ihrem Dorf und den beiden Nachbarorten Eberschütz und Sielen.

Montag, 01.02.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 21:38 Uhr
Muddenhagens Ortsvorsteher Valentin Hermann ärgert sich über massive Schlaglöcher auf Feldwegen in Richtung Sielen und Eberschütz. Foto: Ralf Benner

Besagte Feldwege auf dem Gebiet der Stadt Trendelburg seien in einem beklagenswerten Zustand und müssten dringend ausgebessert werden, fordert Valentin Hermann (UWB), Ortsvorsteher von Muddenhagen, in einem Brandbrief an die nordhessische Kommune. „Wir wünschen uns die asphaltierten Straßen in ihrer ursprünglichen Form zurück“, sagt der 24-Jährige.

Beim Befahren dieser Feldwege seien in den vergangenen Monaten viele Fahrzeuge von Muddenhagenern erheblich beschädigt worden. Hermann berichtet von „kaputten Autoreifen, Kratzern am Lack und beschädigten Traktorenreifen.“

Sämtliche Landwirte, die auf diese Wirtschaftswege angewiesen seien, um auf ihre Felder zu gelangen, beschwerten sich laut Hermann über die „unzumutbaren Zustände“ auf den Schlagloch-Pisten. Es sei unmöglich, mit landwirtschaftlichem Gerät vernünftig auf die Grundstücke aufzufahren, beklagten sie.

Verärgert seien auch etliche Berufspendler aus Muddenhagen, die diese Wege regelmäßig nutzten, weil sie in Kassel arbeiten und nach Hümme zum Bahnhof fahren. „Viele von ihnen nehmen nun täglich lieber einen 12 Kilometer langen Umweg über Manrode, Trendelburg und Stammen in Kauf, um ihre Autos nicht zu beschädigen“, führt Hermann aus.

Der Appell des Ortsvorstehers stößt bei der Stadt Trendelburg durchaus auf offene Ohren. „Wir sind kreuzunglücklich über die massiven Schlaglöcher auf den Wegen und haben langsam die Nase voll“, sagt Patrick Pfeiffer, Bauamtsleiter der Stadt Trendelburg, auf Anfrage dieser Zeitung. Er sieht den Energieversorger und Windkraft-Projektierer Naturstrom in der Pflicht.

Mit Naturstrom habe die Stadt vor Jahren sogenannte Gestattungsverträge über die temporäre und zukünftige Nutzung besagter Wirtschaftswege abgeschlossen. „Naturstrom haftet für Schäden, die aus der Gestattung entstehen, und ist auch für die Instandsetzung der Wege verantwortlich“, erläutert der Leiter des Fachbereichs III der Verwaltung. Pfeiffer bestätigt, das die Stadt mittlerweile auch Rechnungen von geschädigten Autobesitzern erhalten habe und diese zur Begleichung an den Energieversorger weitergeleitet habe.

Hintergrund der Vertragsabschlüsse war der Bau von drei Windkraftanlagen in der Gemarkung Eberschütz, die vor etwa eineinhalb Jahren fertig gestellt wurden. Die schweren Bau- und Transportfahrzeuge durften dazu die Feldwege nutzen. Um die Straßen vor Schäden zu schützen, waren sie vorsorglich aufgeschottert worden. Eine Maßnahme, die allerdings vergeblich war. Schlaglöcher gab es trotzdem, und zwar reichlich.

Schon einmal habe Naturstrom die Straßen ausbessern lassen, doch im Herbst vergangenen Jahres seien die Wege erneut in einem beklagenswerten Zustand gewesen, so Pfeiffer. „Nach langem Warten auf eine Antwort haben wir nun endlich die Rückmeldung erhalten, dass der Energieversorger die Schlaglöcher umgehend ausbessern wird“, berichtet Pfeiffer.

Doch zufrieden ist die Stadt Trendelburg damit noch lange nicht. „Wir erwarten ein Konzept, wie sich das Unternehmen langfristig den Rückbau der Wirtschaftswege in ihre ursprüngliche Form vorstellt“, erklärt Pfeiffer. Hintergrund seien Pläne von Naturstrom, im Zuge eines Repowering weitere Windkraft-Anlagen in dem Gebiet zu realisieren. Ein entsprechender Antrag läge dem Regierungspräsidium in Kassel bereits vor. Ob dieser aber Aussicht auf Erfolg habe, sei noch offen.

Muddenhagens Ortsvorsteher Valentin Hermann drängt darauf, den ursprünglichen Zustand der Straßen wieder herzustellen. „Aufgeschotterte Straßen, welche stets ausgebessert werden, sind keine Lösung“, sagt er mit Blick auf die drei Windkraftanlagen, die bereits gebaut wurden.

„Die Anlagen sind fertig. Da stellt sich mir doch die Frage, warum die Straßen nicht in ihren ursprünglich asphaltierten Zustand zurückgebaut werden?“, gibt er zu bedenken. Ausdrücklich lobt Hermann in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Trendelburg. Der Kommune sei sehr viel an einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis zu Muddenhagen gelegen, wie Hermann betont.

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