Firma Almo aus Bad Arolsen liefert die Impf-Spritzen – Pandemie-Aufträge über bisher 100 Millionen Stück
Maschinen laufen rund um die Uhr

Bad Arolsen/Borgentreich (WB) -

Seit Beginn der Massenimpfungen gegen das Corona-Virus läuft die Produktion von Einweg-Spritzen des Bad Arolser Unternehmens Almo auf Hochtouren. Das Unternehmen fertigt die Impf-Spritzen.

Montag, 18.01.2021, 05:12 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 07:10 Uhr
Rund um die Uhr produziert die Firma Almo in Bad Arolsen unter Reinraumbedingungen auch die milliardenfach benötigten Ein-Milliliter-Spitzen, mit denen Impfstoffe aller bekannten Impfstoff-Hersteller injiziert werden. Foto: Almo-Erzeugnisse Erwin Busch GmbH

Bereits vor dem Beginn der wohl größten Impfkampagne in der Geschichte der Menschheit wurden bei der Firma Almo, als Tochter des weltweit operierenden Medizintechnikkonzers B. Braun Melsungen, die Produktionskapazitäten erhöht. Sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag wird unter Reinraumbedingungen ein Großteil der milliardenfach benötigten Ein-Milliliter-Spitzen, mit denen die Impfstoffe aller bekannten Impfstoff-Hersteller injiziert werden können, produziert.

„Über die normale Produktion hinaus wurden bisher mehr als 100 Millionen Stück im Rahmen von Pandemie-Aufträgen produziert und in den internationalen Markt geliefert“, berichtet Almo-Sprecherin Hilka Bärenfänger. Für das Jahr 2021 gehe man von weiteren Pandemie-Aufträgen mit einem Gesamtvolumen von etwa 400 Millionen Stück aus.

„Der Druck ist hoch“

Voraussichtlich werde ein großer Anteil in den deutschen Markt geliefert, aber auch Aufträge aus dem europäischen und internationalen Markt seien bereits eingegangen. Auch diese Menge werde über die normalen Bedarfe hinaus produziert.

Um diese Mehrmengen möglich zu machen und damit Engpässe in der Lieferung der Ein-Milliliter-Spitzen zu vermeiden, arbeiten derzeit alle 400 Mitarbeiter mit größter Motivation und großem Engagement, viele im Schichtbetrieb, erklärt die Sprecherin. Einer von ihnen ist Alexander Ernst aus Lütgeneder. Er arbeitet seit fünf Jahren als Ingenieur für Prozesstechnik bei der Firma Almo.

„Der Druck ist hoch, die derzeit vom Markt geforderte Menge an Spritzen zu liefern, und stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt Ernst. „Aber es ist auch ein schönes Gefühl, denn jede Spritze, die wir produzieren, ist gut für die Kampagne.“ Stolz mache ihn auch, dass ein Produkt aus Bad Arolsen dazu beitrage, die weitere Ausbreitung von Covid-19 entscheidend zu verlangsamen und bestenfalls zu beenden.

Ein-Milliliter-Spitzen für Impfungen

Hergestellt werden in Bad Arolsen Einmalspritzen in vielen unterschiedlichen Größen. Für die Impfdosen werden überwiegend die ganz kleinen Ein-Milliliter-Spitzen benötigt, die alle mit einem kleinen Kolben in der für die Firma Braun typischen Farbe Grün bestückt sind. Spritzgussmaschinen formen qualitativ hochwertiges Kunststoffgranulat zu Spritzen und Kolben.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sind im Zeitraum 2021 bis 2023 am Standort in Bad Arolsen Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro geplant. „Die Investitionen dienen der Ausweitung der Produktionskapazitäten“, erläutert Hilka Bärenfänger, die auch Mitglied des Krisenstabes des Unternehmens ist.

Keine leichte Aufgabe in diesen Zeiten. Dennoch zeigt sie sich optimistisch: „Ich bin sehr glücklich, dass wir einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisten können. Das gibt uns jeden Tag neue Motivation.“

Zahlen und Fakten

Rund 400 Mitarbeiter produzieren bei Almo pro Jahr Spritzen zum Einsatz in Kliniken, Arztpraxen und für Rettungsdienste. Die Tagesproduktionsmenge liegt bei bis zu acht Millionen Spritzen, welche das Unternehmen in 140 Länder exportiert.

Damit gehört Almo, ein Tochterunternehmen der B. Braun Melsungen AG, zu den weltweit führenden Herstellern von Einmalspritzen. Auf einer Produktionsfläche von 26.742 Quadratmetern werden 700 Spritzenvarianten hergestellt. Verwendet werden dafür 10.000 Tonnen hochreine Polyolefin-Granulate pro Jahr.

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