Marie Albers (18) aus Hohenwepel ist die erste FSJlerin im Pastoralverbund Borgentreicher Land
Frischer Wind in der Klus Eddessen

Borgentreich -

Das Abitur frisch in der Tasche, entscheidet sich Marie Albers dazu, ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. Sie bewirbt sich erfolgreich und ist nun die erste FSJlerin im Pastoralverbund Borgentreicher Land.

Sonntag, 08.11.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 17:30 Uhr
Marie Albers ist die erste FSJlerin im Pastoralverbund Borgentreicher Land. Foto: Astrid E. Hoffmann

 

Das Erzbistum Paderborn hatte in Kooperation mit der In Via Akademie erstmalig eine solche Stelle für den Pastoralverbund angeboten und will das auch weiterhin tun. Als sogenannter Anleiter steht Gemeindereferent Matthias Hein der FSJlerin nun zur Seite.

„Es ist uns ein großes Anliegen, jungen Menschen den Einsatz im pastoralen Bereich zu ermöglichen. Dieses Engagement fördert die Persönlichkeitsbildung und hilft bei der Berufsfindung, es umfasst soziale und politische Bildung“, erklärt Matthias Hein, der seit zweieinhalb Jahren im Borgentreicher Land als Gemeindereferent tätig ist.

„Ich weiß noch nicht ganz genau, was ich beruflich einmal machen will“, erklärt die 18-Jährige. Ihre zwei Jahre ältere Schwester hatte ein freiwilliges soziales Jahr in Hardehausen absolviert. Darin sah Marie Albers nun auch für sich eine Möglichkeit, sich Klarheit über ihren beruflichen Werdegang zu verschaffen. In ihrem Heimatort Hohenwepel war Albers sieben Jahre als Messdienerin tätig. Sie kennt daher schon einige kirchliche Abläufe. Seit dem 1. September ist sie nun hauptsächlich in und um die Klus Eddessen im Einsatz.

Eigene Stärken und Schwächen erkennen

„Eigentlich braucht jeder Mensch nach dem Schulabschluss ein solches Jahr, um sich auszuprobieren“, ist Matthias Hein überzeugt. In verschiedenen Projekten lerne der FSJler seine Stärken und Schwächen kennen. Erstkommunion- und Firmvorbereitung sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehören zum Aufgabengebiet der FSJler. Aber aufgrund der Corona-Pandemie sei in diesem Jahr vieles nicht durchführbar. So fielen Kursangebote und die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern zunächst einmal aus.

Zwei Aktionen konnte Marie Albers aber gemeinsam mit Matthias Hein durchführen: Unter Einhaltung der Hygienevorschriften gab es einen Kinderbibeltag in Form einer „Rallye“ durch Borgentreich. Des Weiteren durften sich Firmlinge aus Ovenhausen im Sprayen von Bildern üben. „Dank Marie, die die Schablonen mit Laptop und Drucker vorbereitet hatte, war dies erst möglich“, freut sich Hein.

„Es ist ein Glück für uns, die Klus als pastoralen Raum zu haben. Dort sind viele Dinge machbar, da auch einiges draußen stattfinden kann“, sagt Hein. Ihren Arbeitstag beginnt Marie Albers nun morgens an der Klus Eddessen. Als erstes öffnet sie die Kirchentür für Besucher. Sie schaut ob alles in Ordnung ist und stellt, wenn nötig, Kerzen bereit.

Wohnraum wird zum Rückzugs- und Gruppenraum

Dann kommt der Winkelschleifer zum Einsatz, denn nach dem Auszug der letzten Eremitin sollen die Räume anders genutzt werden. Was früher zum Wohnen diente, wird nun Gruppenraum und Rückzugsraum. Die Einrichtung soll moderner gestaltet werden, erläutert die FSJlerin. Dafür arbeitet Marie Albers altes Mobiliar auf und lernt auch den Umgang mit Werkzeug. Der kreative Teil der Arbeit gefällt ihr besonders gut.

Sie überlegt noch, ob ein Studium in Richtung Grundschullehrerin etwas für sie wäre, dann aber auf jedem Fall mit dem Fach Kunst. Eigentlich würde sie in ihrem freiwilligen sozialen Jahr auch gern einen Einblick in dieses Berufsfeld nehmen. Dazu gibt es die Kooperationspartner, in diesem konkreten Fall die Grundschule Borgentreich. „Das geht leider wegen Corona auch nicht, aber vielleicht klappt es noch im nächsten Jahr“, hofft sie.

Ein weiteres Projekt von Marie Albers, das wegen Corona noch auf Eis liegt, ist der „Escape Room“ in der Klus. Der Spielablauf ist schon vorbereitet, aber mit der Umsetzung muss noch gewartet werden.

Jetzt lernt die junge Frau erst einmal, die Cajón (Kistentrommel) zu spielen, was ihr liegen sollte, da sie bereits Keyboard spielt. „Der Gedanke ist, dass sie mich unterstützt, wenn wir mit Kinder Musik machen“, erklärt Hein, der selbst Gitarre und Perkussion spielt. Eine Vorbereitung auf die Zeit, in der es wieder Angebote für Kinder und Jugendliche gibt.

Abwechslung zwischen Büroarbeit und praktischen Arbeit

„Ich finde die Abwechslung zwischen der Büroarbeit und der praktischen Arbeit sehr gut“, sagt Albers, die sich intensiv um den Internetauftritt der Klus kümmert. Gerade jetzt sei die Online-Präsenz ja besonders wichtig, weiß die Abiturientin.

In ihrer Freizeit geht sie laufen. Die Fünf- und die Zehn-Kilometer-Strecken sind ihre Distanzen. Daraus soll ein weiteres Projekt entstehen, denn für den Dezember sollen um die Klus herum Adventsläufe angeboten werden. Die Durchführung liegt dann in den Händen der Sportlerin.

Marie Albers ist als FSJ­lerin im Borgentreicher Pastoralverbund (demnächst ist Willebadessen mit dabei) eine Vorreiterin. In Corona-Zeiten eine besondere Herausforderung. „Interessierte Bewerber für 2021/2022 dürfen sich gern schon melden“, wünscht sich Matthias Hein.

Kontakt: E-Mail gemeindereferent.hein@gmail.com , Telefon 05643/948561.

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