Borgentreichs Bürgermeister Nicolas Aisch plädiert für eine tolerante Diskussionskultur
„Seien Sie offen für Kompromisse!“

Borgentreich (WB). „Voller Tatendrang“ trete er sein Amt als Bürgermeister der Orgelstadt Borgentreich an, bekannte Nicolas Aisch (CDU) am Mittwochabend bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrates.

Freitag, 06.11.2020, 03:00 Uhr
Bürgermeister Nicolas Aisch (Mitte) ist in sein Amt eingeführt worden. Seine Stellvertreter sind Hubertus Eikenberg (SPD, links) und Franz-Josef Wegener (UWB). Foto: Ralf Benner

„Sehen Sie es mir nach, wenn zu Beginn der Amtszeit noch nicht alles immer reibungslos klappt“, bat der 39-jährige Eissener in seiner Antrittsrede in der Aula der Sekundarschule um Verständnis. Für das neue Stadtoberhaupt durchaus ein bekannter Ort, ist er dort doch als Lehrer (Mathematik, Deutsch, Sport, Informatik) für einige Jahre täglich ein- und ausgegangen.

Die Amtseinführung sei für ihn ein ganz besonderer Moment, markiere sie doch eine Neuorientierung seines beruflichen Lebens. Die Amtseinführung sei für ihn „eine große Ehre, zugleich aber auch eine neue Herausforderung und eine ganz besondere Verpflichtung“. Aisch bedankte sich dafür bei seinen Wählerinnen und Wählern. „Das mir entgegen gebrachte Vertrauen werden ich tatkräftig zurückzahlen“, sagte er.

„Ein fairer und intensiver Wahlkampf liegt hinter uns. Dafür möchte ich mich auch bei allen beteiligten Parteien bedanken. Ich sehe in diesem ein gutes Fundament für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.“

Lob für Amtsvorgänger Rainer Rauch

Für die Unterstützung, die er erfahren habe, bedankte sich Aisch nicht nur beim CDU-Stadtverband, sondern auch bei seinem Vorgänger Rainer Rauch: „Er hat in den vergangenen sechs Jahren einen tollen Job gemacht und viele Projekte auf den Weg gebracht. Diesen Weg möchte ich gemeinsam mit Ihnen weitergehen.“ Auch in der Übergangsphase seit der Wahl habe Rauch ihm immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Die einzelnen Parteien im Stadtgebiet seien mit unterschiedlichen Ideen und Zielen in den Wahlkampf eingestiegen. „In meinen Augen taten sich dort aber auch viele Schnittmengen auf. Lassen Sie uns nun nach vorne schauen. Jetzt gilt es, diese Schnittmengen klar zu benennen und sie zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen“, forderte der Bürgermeister die Ratsmitglieder auf.

Und weiter: „Wir werden dabei sicherlich nicht immer einer Meinung sein. Das erfordert eine Diskussionskultur, die immer von Respekt und gutem Umgang geprägt ist, davon lebt die Demokratie. Seien Sie offen für Kompromisse!“ Er werde hier als Bürgermeister der Orgelstadt mit gutem Beispiel vorangehen, versicherte Aisch.

Rat steht vor großen Aufgaben

Zum Abschluss seiner Rede skizzierte Borgentreichs neuer Bürgermeister kurz viele wichtige Aufgaben, die auf den neuen Rat zukommen werden: die Corona-Pandemie und ihre Folgen, die Wirtschaftsförderung, die Organisation neuer Bauplätze in einigen Ortsteilen und im Stadtkern selber, die Digitalisierung des Rathauses, das Thema Windkraft, die Erneuerung von Orts-Mittelpunkten, die dauerhafte Instandhaltung der Infrastruktur, die Wiederaufforstung der Wälder, der ÖPNV oder der Bau der Mehrzweckhalle und weitere Baumaßnahmen im Schulzentrum.

Der Rat ist mit fünf Fraktionen bunter geworden, die Arbeit des Gremiums, in dem die CDU die absolute Mehrheit verloren hat, wird nicht einfacher. Das wurde dann im weiteren Verlauf der Sitzung deutlich.

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