Kleiner Festakt zum 30. Geburtstag der Wiedervereinigung in Bühne
„Wir brauchen weiter viel Mut“

Borgentreich-Bühne (WB). Eigentlich sollte der 30. Geburtstag der deutschen Einheit während der Warburger Oktoberwoche gefeiert werden. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung war schon als Redner vorgesehen. Doch wie alles in diesem Corona-Jahr wurde die Feier zum 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, etwas kleiner und anders. „Wir wollten den Tag unbedingt in Erinnerung halten, auch wenn es nun nicht mit vielen Gästen sein konnte“, sagte Werner Dürdoth, Mitglied des CDU-Kreisvorstandes.

Sonntag, 04.10.2020, 17:07 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 17:10 Uhr
Eine kleine Delegation von Politiker war am Samstag am Platz der deutschen Einheit in Bühne zusammengekommen, um diesen Tag gebührend zu würdigen: (von links) Werner Dürdoth, Alexander Hoff, Rainer Rauch, Wilhelm Waldeyer, Matthias Goeken, Georg Schaltenberg, Michael Reddemann, Michael Stickeln und Festredner Christian Haase. Foto: Astrid E. Hoffmann

Der Ort Bühne verfügt über einen Platz der Deutschen Einheit an der Vitusstraße. Dort, gerahmt von zwei Linden, steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift „3. Oktober 1990 Deutsche Einheit“. Das dies so ist, erklärte Georg Schaltenberg, der damals Vorsitzender der CDU-Ortsunion Bühne war: „Wir wollten zur Einheit ein Zeichen setzen und dieser Platz bot sich an. Das städtische Stück Land war in keinem guten Zustand.“

Gedenkstein 1994 aufgestellt

1994 war es soweit, der Gedenkstein wurde aufgestellt und zwei Linden gepflanzt. Zwei Bänke und ein Tisch sowie der gemauerte Brunnen laden nun zum Innehalten ein.

Doch auch der Stein war zuletzt in die Jahre gekommen. Beim Seniorenstammtisch in der gegenüberliegenden Gaststätte Dewender wies Schaltenberg unlängst darauf hin. Wilhelm Waldeyer, der Ortsvorsteher von Bühne werden möchte, nahm sich der Sache an. Er war auch vor 30 Jahren dabei gewesen und sorgte nun dafür, dass der Stein, von Fachleuten bearbeitet, wieder in frischen Glanz erstrahlt (wir berichteten). Mit der Veranstaltung am vergangenen Samstag wurde nun auch die Aufarbeitung gewürdigt.

Wie einen Film

Bundestagsmitglied Christian Haase begrüßte den Bürgermeister der Stadt Borgentreich Rainer Rauch und dessen Stellvertreter Werner Dürdoth. Die Initiatoren Wilhelm Waldeyer und Georg Schaltenberg, die Bühner CDU-Abordnung Michael Reddemann und Alexander Hoff, den designierten Landrat Michael Stickeln sowie Landtagsmitglied Matthias Goeken.

„Der 9. November gilt als Meilenstein auf dem Weg zum 3. Oktober“, ließ Christian Haase die berühmt Pressekonferenz mit Günter Schabowski wie einen Film vor den Augen der Anwesenden ablaufen. „30 Jahre sind diese Ereignisse mittlerweile her. Aber die Bilder, körnig und unscharf, haben sich uns eingeprägt: Menschen, die vor Glück weinen, sich umarmen und oft nur ein Wort für das herausbringen, was vor ihren Augen gerade geschieht: Wahnsinn! Und dennoch bewahren sie ihre Kraft“, so Haase.

Wachstumsschmerzen

Eindringlich brachte Christian Haase die friedlichen Demonstrationen, den Fall der Mauer und alle Geschehnisse im Umfeld in Erinnerung. Die politischen Verwicklungen und das schließlich gute Ende. „Unsere Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Genauso wenig wie der 3. Oktober ein Tag wie jeder andere ist. Wir müssen uns erinnern – deshalb sind wir als CDU an diesem Platz zusammengekommen.“

Haase sagte, dass am Anfang viele dachten, es würde schnell gehen, doch dann kamen erst einmal auch viele Enttäuschungen. Es war auch die Zeit von Zweifeln und Missverständnissen. Doch inzwischen ziehen mehr Menschen aus dem Westen in den Osten als aus dem Osten in den Westen. Es gibt inzwischen sogar Städte und Regionen, die über Wachstumsschmerzen klagen. „All dies haben wir gemeinsam erreicht. Ja, es bleibt noch genug zu tun“, weiß das Bundestagsmitglied.

9. November ein Schicksalstag

Der 9. November habe gezeigt, was Mut bewirken kann. „Mut brauchen wir auch 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Denn unser Land steht vor großen Herausforderungen, und das ist nicht nur die Corona-Pandemie“, machte der Redner deutlich. Als Mann der CDU schloss er mit den Worten „Wir wollen die Zukunft Deutschlands gestalten.“

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