Erntedank auf dem Geflügelhof: Familie Sökefeld in Borgentreich stellt öffentlich ihren Betrieb vor
Hühnermobil wird zur Attraktion

Borgentreich (WB). „Wir hätten nicht erwartet, dass so viele Menschen kommen“, freut sich Ramona Sökefeld über den gut besuchten Hoftag. Ihre Familie aus Borgentreich hatte am Samstag zu einem Tag des offenen Bio-Hofes am Erntedank-Tag eingeladen. Es spielte sich alles auf der Wiese und in offenen Zelten ab, die Hygieneregeln wurden eingehalten, wo es zu eng wurde, trugen die Menschen ihren Mundschutz.

Montag, 05.10.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 09:30 Uhr
Hofinhaber Lorenz Sökefeld mit seinem Hühnermobil: Er bewirtschaften seinen Hof in Borgentreich in erster Generation. Foto: Astrid E. Neumann

Zeigen, was wir machen

„Wir wollten einmal zeigen, was wir täglich machen. Transparenz ist uns sehr wichtig“, sagt Biohofinhaber Lorenz Sökefeld. Er hat Landwirt gelernt und ökologischen Landbau studiert. Schon früh war in ihm der Wunsch gereift, Landwirt zu werden – und das, obwohl weder der Vater noch der Großvater Bauern sind. Er absolvierte seine Ausbildung auf dem Biohof von Josef Jacobi in Körbecke und war damit gleich im Biobereich unterwegs. „Es hat mich immer fasziniert, den Kreislauf geschlossen zu halten“, erklärt der Familienvater.

2016 kaufte Sökefeld einen Resthof und begann mit Ackerbau und Viehzucht. „Wir wollten uns möglichst breit aufstellen“, sagt der 31-Jährigen, der den etwa 50 Hektar großen Hof gemeinsam mit seiner Ehefrau Ramona, seinen Schwestern Johanna und Josefine sowie seinen Eltern Alfons und Maria Sökefeld betreibt.

Streichelzoo mit Ziegen

Der 90-jährige Uropa Alfons Sökefeld genoss den Trubel des Hoftages gemütlich auf der Bank mit seinem Nachbarn Helmut Conze und hatte dabei einen Blick auf seine Urenkelin Mathilda. Die knapp vier Jahre alte Tochter der Hofinhaber kümmerte sich um den Streichelzoo mit den Ziegen.

Familie Sökefeld betreibt den Ackerbau für die Futtererzeugung. Die derzeit 25 Mutterkühe ziehen ihre Kälbchen groß und werden dann verkauft. Daher gibt es keine Milchwirtschaft, denn die Milch der Angus-Kühe ist nur für die Kälbchen. Die Tiere sind nur im Winter im Stall, ansonsten, wie am offenen Hoftag zu sehen war, auf der Weide. Im Stall auf Stroh und mit Auslauf werden zurzeit 135 Schweine gehalten.

Attraktion des Tages war das Hühnermobil. Vier Hähne und 300 Hennen gackerten im Mobil und auf der Wiese herum. Lorenz Sökefeld erklärte, wie der Kreislauf im Stall des Federviehs abläuft. Scharrraum, Legebereich, Sitzstangen, Futter- und Wasserversorgung sowie ein Förderband, das den Kot aufnimmt, und natürlich der offene Zugang zur Wiese – an alles ist dabei gedacht. Den Strom liefert eine Photovoltaikanlage. So kann ein neuer Standort angefahren werden, wenn ein Stück Wiese „weggepickt“ wurde.

Hühnermobil und ganz viele Waffeln

Wie viele Familien nutzte Doreen Dotzauer mit ihren Kindern Luca und Lina den Tag, um sich das Hühnermobil genau anzuschauen. „Es ist einmal eine Chance zu sehen, wie so etwas funktioniert“, sagt die Peckelsheimerin. Die Kinder hatten aber nicht nur Spaß an Huhn, Kuh und Ziege, für sie waren die aufgebauten Strohballen der geniale Ort zum Toben. Derweil hatten Eltern und Großeltern, Tanten und Onkel genug Zeit, die am Stand angeboten Waffeln zu kosten. „13 bis 14 Kilogramm Mehl und ganz viele frische Eier haben wir für die unzähligen Schüssel Teig verarbeitet“, berichtete Christel Wilmes, Lorenz Sökefelds Tante. Seine Cousine Viktoria Wilmes und Tante Jutta Dohmann managten derweil den Waffelstand. Was im Alltag auf dem Biohof Hand in Hand geht, klappte auch am Tag der Einheit sichtlich gut. Die Eier kommen aber nicht nur in den Waffelteig, sie werden im eigenen Hofladen und auch in Geschäften in Borgentreich, Dalhausen, Rhoden, Peckelsheim und Warburg verkauft. Saisonal sind im Hofladen derzeit Kartoffeln, Kürbisse, Äpfel und auch Käse von Biobauern aus der Umgebung erhältlich. Waffeln und Getränke gab es gegen eine Spende. „Der Erlös ist für den Mehrgenerationenspielplatz gedacht. Die Kinder wünschen sich ein neues Spielgerät“, berichtete Ramona Sökefeld. Da schmeckte die Waffel gleich noch leckerer.

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