Gemeindehallen und Sportstätten sollen aufwändig saniert oder neu gebaut werden
Orgelstadt will umfangreich investieren

Borgentreich (WB). Die Stadt Borgentreich will viel Geld investieren, um Stadthallen und Sportstätten im Stadtgebiet zu sanieren oder neu zu bauen. Nach Ansicht der Verwaltung ist die Sporthalle Natzungen dringend sanierungsbedürftig. Erneuert werden müsse auch die Toilettenanlage im Dorfgemeinschaftshaus Großeneder. In Körbecke wird die Dacheindeckung der Stadthalle teurer als gedacht. Wie berichtet, soll in der Kernstadt eine Multifunktionshalle neu errichtet werden. Auch hier ist mit Mehrkosten zu rechnen.

Freitag, 02.10.2020, 23:04 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 23:10 Uhr
Im Schulzentrum von Borgentreich wird eine neue Multifunktionshalle gebaut. Die alte Sporthalle (hier im Bild) soll dafür abgerissen werden. Bei der Erarbeitung eines Förderantrages zur Errichtung der neuen Halle haben sich Mehrkosten ergeben.

Mit diesen anstehenden oder bereits laufenden Vorhaben befasst sich der Borgentreicher Rat in seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode. Sie beginnt am Donnerstag, 8. Oktober, 17.30 Uhr, in der Aula der Sekundarschule.

Sporthalle Natzungen

Das Stadtparlament soll über den Sanierungsbedarf der Sporthalle Natzungen beschließen. Laut Verwaltung sollen für die Sanierung des Gebäudes Fördermittel aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020“ beantragt werden. Aus der Sitzungsvorlage geht hervor, dass die Sporthalle einen „erheblichen Instandhaltungsstau“ aufweist und der Erhalt dieser Sporteinrichtung für Natzungen und Umgebung so auf Dauer nicht gesichert sei. Für die Sanierungsmaßnahme rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von etwa 610.000 Euro.

Der Rasen-Sportplatz in Natzungen (aktuell nur noch ein Bolzplatz) ist im Jahr 2019 aufgegeben worden. „Die Sporthalle ist als verbliebene Sporteinrichtung im Ort zur Förderung des Sportes und der Begegnung der Menschen für die Daseinsvorsorge unerlässlich“, stellt Borgentreichs Bürgermeister Rainer Rauch fest. Die im Eigentum der Orgelstadt stehende Sporthalle erfüllt nach Ansicht der Verwaltung die Vorgaben des Förderprogramms.

Die auch als Schulsporthalle für die Grundschule errichtete Sportanlage werde vielfältig von den Einwohnern und Vereinen in Natzungen und anderer Ortschaften sowie dem örtlichen Kindergarten genutzt und stehe ebenfalls der VHS und anderen Institutionen zur Verfügung. Mit der Aufgabe des Schulstandortes sei auch der Zweck als Schulsporthalle entfallen und ihre umfangreiche Nutzung erstrecke sich auf weitergehende Personenkreise.

Dorfgemeinschaftshaus Großeneder

Nach Ansicht der Stadtverwaltung ist die Toilettenanlage des Dorfgemeinschaftshauses Großeneder in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr dem heutigen Standard. „Das Dorfgemeinschaftshaus in Großeneder ist ein Ort für Alt und Jung und sollte auch allen Nutzern gerecht werden“, wird Rainer Rauch in der Sitzungsvorlage zitiert. Demnach fehle etwa eine Toilette für Menschen mit Behinderung.

Aktuell werde das Dorfgemeinschaftshaus nicht nur für Feierlichkeiten, sondern auch von den Vereinen und Gruppierungen vielfältig genutzt, wie zum Beispiel Versammlungen der örtlichen Vereine, Kaffeetrinken der Senioren, Caritas, Kindergarten, KfD-Tanzkreis, Damen-Sportgruppe, Mutter-Kind-Turnen oder auch Gymnastik für Senioren.

Die Verwaltung geht für die Erneuerung der Toilettenanlage von einem Kostenaufwand in Höhe von 40.000 Euro aus. Sie hat bei der Bezirksregierung einen Antrag zur Förderung der Maßnahme im Rahmen des Programms „Dorferneuerung – Ländliche Entwicklung“ gestellt. Auf Grund des aktuellen Fördersatzes von 65 Prozent hat die Orgelstadt bereits einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 26.000 Euro beantragt.

Die Verwaltung schlägt dem Rat als Beschluss vor, diesen Förderantrag weiter zu verfolgen und entsprechende Mittel im Haushaltsplan 2021 zu veranschlagen.

Stadthalle Körbecke

Die Dacheindeckung der Stadthalle Körbecke wir teurer als zunächst angenommen. Für die grundlegende Erneuerung des Hallendaches stehen im Wirtschaftsplan des Kommunalunternehmens der Orgelstadt 159.500 Euro zur Verfügung. Die Maßnahme wird zu 65 Prozent (103.675 Euro) aus Dorferneuerungsmitteln seitens des Landes und des Bundes gefördert.

Für die Dacheindeckung wurden laut Sitzungsvorlage bisher 133.200 Euro ausgegeben. Hinzuzurechnen ist der noch ausstehende Blitzschutz in Höhe von 17.100 Euro, so dass derzeit 150.300 Euro für die Maßnahme gebunden sind.

Für einen rechts neben dem Eingangsbereich geplanten Unterstand, der im Zuge der Dacheindeckung anschließend angebaut werden soll, sind zusätzlich 30.000 Euro erforderlich. Die Fläche des Unterstandes beträgt etwa 80 Quadratmeter. Für die Stützen sind Fundamente erforderlich. Die Holzsparren und Querbalken sollen ebenfalls mit „Berliner Welle“ (Eternit Wellplatte) belegt werden.

Der Haushaltsansatz wird damit um 20.800 Euro überschritten. Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, diese Mehrkosten durch Einsparungen im Gesamtbudget im Bereich der investiven Auszahlungen für die Stadthallen zu decken.

Neue Multifunktionshalle in der Kernstadt

Mit Mehrausgaben in Höhe von etwa 337.300 Euro für die Erarbeitung eines Förderantrages zur Errichtung einer neuen Multifunktionshalle im Schulzentrum der Kernstadt muss sich der Rat ebenfalls befassen. Bereits im September hatte der Rat den grundlegenden Beschluss gefasst, einen Förderantrag im Rahmen des Städtebauförderprogramms 2021 bei der Bezirksregierung Detmold zu stellen. Zur Erarbeitung des Antrags waren zunächst 100.000 Euro an Ausgaben im Haushaltsplan 2020 eingestellt worden. Mittlerweile liegen aber die ersten Rechnungen und Ausschreibungsergebnisse vor. Demnach ergeben sich Mehrkosten von rund 337.300 Euro.

Die Verwaltung bittet den Rat darum, diese Mehrausgaben zur Kenntnis zu nehmen. Nach Ansicht der Verwaltung sind für Investitionen, die im folgenden Jahr fortgesetzt werden, überplanmäßige Auszahlungen auch zulässig, wenn ihre Deckung erst im folgenden Jahr gewährleistet ist (Haushaltsvorgriff). Haushaltsrechtlich werde der Gemeinde damit die Möglichkeit gegeben, bei Bedarf die Auszahlungen für Investitionsmaßnahmen in das aktuelle Haushaltsjahr vorzuziehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7613617?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851042%2F
Polizei: Gebäude des Robert Koch-Instituts angegriffen
Eine zerbrochene Fensterscheibe und Rußspuren am Gebäude des Robert Koch-Instituts in der General-Pape-Straße im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg.
Nachrichten-Ticker