Fünfte und letzte Fragerunde mit den Borgentreicher Bürgermeisterkandidaten
Wie holt man Firmen in die Stadt?

Borgentreich(WB). Borgen­treichs Wirtschaftskraft ist im Vergleich zu anderen Kommunen ausbaufähig. Welche Anreize kann die Stadt setzen, um Firmen zu locken und Jobs zu sichern? Das haben wir in unserer letzten Fragerunde vor der Kommunalwahl von den Borgentreicher Bürgermeisterkandidaten wissen wollen.

Freitag, 04.09.2020, 03:00 Uhr
Der Spiegelberg ist eines der Borgentreicher Gewerbegebiete. Um dieses und andere interessanter für neue Investoren zu machen, haben die drei Borgentreicher Bürgermeisterkandidaten einige Vorschläge parat. Foto: Jürgen Vahle

Nicolas Aisch (CDU):

Die Orgelstadt Borgentreich ist mit ihren Gewerbegebieten in Natzungen, am Bahnhof Borgholz, am Spiegelberg und in der Keggenriede gut aufgestellt. Gerade das Gewerbegebiet „Am Spiegelberg“ mit seinen rund 100.000 Quadratmetern Fläche bietet noch auf 60.000 Quadratmetern freie Gewerbeflächen an. Diese sind mit Glasfaserinternet ausgestattet, in bester Lage zu einer Bundesstraße und zu erschwinglichen Preisen zu erwerben.

Für dieses Gewerbegebiet werde ich massiv werben. Bislang passiert dies ausschließlich über eine Werbetafel an der Bundesstraße. Das Start-Up außerhalb des Kreises Höxter findet so seinen Weg nach Borgentreich bestimmt nicht. Aber auch für die Betriebe aus dem Stadtgebiet ist das Vorhalten dieser Flächen sehr wichtig. Sollten sich diese Unternehmen vergrößern wollen, stehen diese Flächen selbstverständlich zur Verfügung. Neben der Gewinnung von neuen Firmen, müssen auch Fachkräfte und Azubis geworben werden. Hier zählen Standortfaktoren wie Kita, Bauland, Schule, Freizeiteinrichtungen und die Vereinsstruktur. Diese sind in Borgentreich sehr gut entwickelt. Ich setze mich dafür ein, dass das auch so bleibt.

Darüber hinaus muss an der Anbindung des Gewerbegebietes „Spiegelberg“ an den ÖPNV gearbeitet werden, um die Azubis und Fachkräfte ohne Führerschein überhaupt an ihrem Arbeitsplatz ankommen zu lassen.

Hubertus Herbold (SPD):

Borgentreichs Wirtschaftskraft ist solide. Wir haben Industrie, Gewerbe, Handel und eine gesunde Handwerkerschaft. Anreize gibt es schon, diese müssen jedoch bekannt gemacht werden.

Zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Höxter würde ich für Borgentreich digital bundesweit werben. Hierbei würde ich besonders folgende Standortvorteile herausstellen:

  • Attraktive, erschlossene Flächen für die Ansiedlung neuer Firmen
  • Direkte Anbindung an die Bundesstraße
  • Zentrale Lage in Deutschland
  • Nahe gelegene Anbindung zur Autobahn mit Ost-West-Verbindung
  • Interessant auch für Arbeitnehmer wegen günstiger Mieten/Bauplätze
  • Berufs- und Qualifizierungsschulen in der Nähe

 

Diese bundesweite Bekanntmachung ist wichtig, damit Firmen aber auch Arbeitnehmer auf uns aufmerksam werden.

Natürlich müssen wir auch Borgentreich attraktiv gestalten, vor allem in Bereichen wie: Ärztliche Versorgung, Kindergärten und Schulen, Nahversorgung und Mobilität – damit junge Borgentreicher*innen hier bleiben und nicht anderswo Wohnungen und Arbeitsplätze suchen. Qualifizierte Arbeitskräfte sind da, wo sie sich wohl fühlen, hierfür würde ich in Borgentreich sorgen.

Die Nach-Corona-Zeit wird zeigen, dass sich auch die Arbeitswelt ändert. Schnelles Internet, Homeoffice und kleine Büroflächen gewinnen an Bedeutung. Hier müssen wir noch besser werden. Die Zeit der Landflucht ist vorbei. Ich würde die angesprochenen guten Voraussetzungen für kleine und mittelständische Unternehmen schaffen.

Peter Maier (unabhängig, von der FDP unterstützt):

a) Bereitstellung günstiger Gewerbeflächen;

b) Neuaquise von Unternehmen durch aktive Wirtschaftsförderung;

c) Bereitstellung von günstigem Bauland für Mitarbeiter der neu angesiedelten Unternehmen;

d) Ausbau der Wirtschaftsförderung bei der Stadt.

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