Nach fast zehn Wochen Zwangspause ist das Central-Kino in Borgentreich wieder geöffnet
„Film ab!“ trotz Corona

Borgentreich(WB). Film ab: Das Central-Kino in Borgentreich hat seit Donnerstag wieder geöffnet. Die Betreiberfamilie Dohmann hofft auf gut besuchte Vorstellungen, wobei hier natürlich in neuen Kategorien gedacht werden müsse, wie Maria Dohmann sagt.

Samstag, 06.06.2020, 07:01 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 07:10 Uhr
Das Kino Central in Borgentreich ist wieder geöffnet (von links): Maria, Franziska und Rolf Dohmann hoffen auf so viele Besucher, wie eben herein dürfen. Foto: Astrid E. Hoffmann

Darauf, dass es endlich wieder losging, hatten sich auch ihre Kinder Franziska, Johanna und Elisabeth gefreut, die mit Leidenschaft die Werbetrommel im Ort rührten und auch im Kino mithelfen.

Kino war drei Monate geschlossen

Knapp drei Monate lang war das Kino geschlossen. Einzig der Popcorn-Verkauf sorgte für ein paar Euro, vor allem aber blieb der Kontakt zu den Kunden auf Abstand gewahrt. Kreativ hatten die Dohmanns dafür den roten Teppich ausgerollt und Flaschen als Abstandmarker aufgestellt. „Wir hatten Kunden im Alter zwischen zwei und 96 Jahren“, berichtet Franziska stolz von der Aktion.

Aktuell ist jede zweite Reihe in den Kinosälen mit Flatterband abgesperrt. Der Abstand zwischen den Reihen werde somit gewahrt. In den Reihen komme es darauf an, ob Familien Platz nehmen oder Einzelpersonen. Kinobetreiberin Maria Dohmann gibt ein Rechenbeispiel: „Saal drei verfügt über 77 Sitzplätze, kämen nur einzelne Personen, also Menschen, bei denen der Mindestabstand gewahrt werden muss, könnten nur acht Besucher in diesem Saal gemeinsam einen Film schauen.“

Kein Mundschutz beim Filmgucken

Akribisch haben die Dohmanns alles vorbereitet: Die Abstands- und Hygieneregeln hängen gleich neben der Tür, so dass sich jeder noch einmal informieren kann. Auf dem Boden sind gelb-schwarze Streifen zur Orientierung beim Abstand halten aufgeklebt. Im Kassenbereich, der mit einer Plexiglasscheibe versehen ist, steht Handdesinfektionsmittel bereit. Daneben liegen die Registrierungsbögen aus. Diese müssen ausgefüllt werden. Nach einer Aufbewahrungsfrist von vier Wochen erfolgt die Vernichtung.

Popcorn und Getränke dürfen erworben und verzehrt werden. Die Besucher, die bis zu ihrem Platz gebracht werden, dürfen, dort angekommen, den Mund-Nase-Schutz abnehmen. „Beim Schauen des Filmes muss kein Schutz getragen werden, aber immer, wenn sich der Gast in den Räumen bewegt“, erklärt Maria Dohmann. Das Kino verfügt über ein Umluftsystem, so dass die Frischluftzufuhr reguliert werden kann, berichtet Rolf Dohmann. Ein wichtiger Aspekt, wenn mehrere Menschen in geschlossenen Räumen beieinander sitzen.

Keine neuen Filme auf dem Markt

Und was spielt sich auf der Leinwand ab? Gezeigt werden aktuell „Onward – keine halben Sachen“, „Bloodshot“, „Die Känguru-Chroniken“ und „Der Unsichtbare“. „Das sind alles Filme, die gerade angesagt waren, als der Shut-down kam“, berichtet Maria Dohmann. Derzeit kämen sowieso noch keine neuen Blockbuster auf den Markt. Dazu müsste zumindest schon einmal deutschlandweit der Kinobetrieb angelaufen sein, ist Maria Dohmann sicher.

Der neue James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ war für April vorgesehen, nun soll er am 12. November herauskommen. Auch der fünfte Teil der „Ostwind“-Reihe, „Der große Orkan“, wurde verschoben, und „Mulan“, die Disney-Realverfilmung, soll nun im Juli kommen. „Das sind nur einige Beispiele. Wir überlegen daher, Themenabende oder spezielle Filme, die sonst nicht so oft gezeigt werden, anzubieten“, sagt Rolf Dohmann. Denkbar wäre auch, für 15 bis 20 Personen einen Wunschfilm zu zeigen.

Familie lebt von Kino und Gaststätte

Gerade kleine Verleihe mit ihren Nischenprodukten könnten jetzt begehrte Lieferanten werden, glauben die Dohmanns, die mit ihren Töchtern schon in alle Richtungen überlegt haben, was machbar ist. Die Familie lebt vom Kino und ihrer Gaststätte, da zählt jeder Gast, der wiederkommt.

Geöffnet hat das Kino derzeit von Donnerstag bis Sonntag. Die Filme laufen um 17 Uhr, 19 Uhr, 19.30 Uhr und um 20 Uhr. Mit der Halbstunden-Planung am Abend sollen Warteschlangen vermieden werden. „Wir tun alles, um unseren Besuchern den Aufenthalt im Kino so angenehm wie möglich zu gestalten.“

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