Schrittweise Öffnung der Grundschulen: Viertklässler sind wieder da
Schule mit Abstand

Borgentreich (WB). 1217 Viertklässler im Kreis Höxter durften am Donnerstag nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder zur Schule gehen – unter ihnen auch Lea Wille (9) und Lilly Förster (10) aus Lütgeneder.

Donnerstag, 07.05.2020, 21:35 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 22:10 Uhr
Lea Wille (links) und Lilly Förster (rechts) gehören zu den 1217 Viertklässlern im Kreis Höxter, die am Donnerstag das erste Mal nach wochenlangem Homeschooling wieder zur Schule gehen durften. Viele neue Hygiene- und Abstandsregeln müssen Schüler und Lehrer jetzt einhalten. In den Schulbus geht es zum Beispiel nur mit Mund- und Nasenschutz. Foto: Silvia Schonheim

„Meine Klassenkameraden wiederzusehen, war das Beste“, sagt Lilly. „Wir haben aber leider nicht alle Freunde treffen können“, bedauert ihre Freundin Lea. Ihre Klasse ist in zwei Gruppen aufgeteilt, damit der Mindestabstand von 1,50 Meter von Tisch zu Tisch eingehalten werden kann.

Masken auf im Bus

Die beiden Mädchen besuchen die Katholische Grundschule in Borgentreich. An einen neuen Schulalltag mit vielen Hygiene- und Abstandsregeln in den Schulbussen, Klassenräumen und auf dem Schulhof müssen sich Kinder und Lehrer jetzt gewöhnen.

Gleich am Morgen beim Rausgehen aus dem Haus die erste neue Regel: Maske auf! Denn Lea und Lilly sind „Buskinder“ und seit dem 27. April gilt im öffentlichen Personennahverkehr Maskenpflicht. An der Haltestelle in Lütgeneder warten die Viertklässlerinnen mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand auf ihren Bus.

Beim Einsteigen gleich der nächste Hinweis von der Busfahrerin: „Haltet Abstand und setzt euch nicht zusammen.“ Kein Problem für die beiden Mädchen: Hauptsache wieder zur Schule. „Mir war zu Hause doch manchmal ganz schön langweilig“, gibt Lea zu. Sie sei froh, dass die Schule endlich wieder losgeht.

Ganz viel Platz in der Schulbank

Beiden ist bewusst, dass das Lernen in der Schule und das Spielen auf dem Pausenhof anders sein werden als vor der Corona-Pandemie. Und diese Vorahnung bestätigt sich am Ende des ersten Schultages mit vier Unterrichtsstunden. „Man sitzt ganz allein und darf seinen Platz nicht verlassen“, erzählt die neunjährige Lea Wille. Daran müsse sie sich noch gewöhnen. Einen Vorteil in der neuen Sitzordnung gebe es aber auch: „Jeder hat zwei Tische für sich, da kann man sich richtig ausbreiten“, sagt Lilly und lacht.

Auf den Sicherheitsabstand müssen die Lehrkräfte auch in den Pausen achten: Die Pausenzeiten sind so versetzt, dass sich die Lerngruppen nicht begegnen. Die Viertklässler sollen Abstand von den anderen Kindern halten. Spielzeug darf nicht genutzt werden. „Freundliche Gespräche auf Abstand sind durchaus erwünscht“, heißt es in den neuen Verhaltensregeln der Schule.

Einfach nur unterhalten

Und so machen es Lea, Lilly und ihre Klassenkameraden auch. Sie haben sich ja viele Wochen nicht gesehen: „Wir haben uns in der Pause einfach unterhalten.“ Nach jeder Hofpause ist Händewaschen angesagt – genauso wie vor Beginn des Unterrichts und vor dem Frühstück, nach dem Niesen oder dem Toilettengang.

Trotz all dieser Regeln freuen sich Lea und Lilly wie viele andere Schüler, dass sie jetzt endlich wieder zur Schule gehen dürfen, ihre Freunde und Lehrer wiedersehen können. Ab Montag sollen schrittweise auch die Klassen 1 bis 3 an die 19 öffentlichen Grundschulen im Kreis Höxter zurückkommen. Jetzt müssen die Schulleitungen und Kollegien für diese weitere Öffnung alle Vorbereitungen treffen, damit eine Mischung aus Präsenzlernen in der Schule und Lernen auf Distanz zu Hause möglich ist.

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